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Genau hinschauen!

Der Kommentar von Michael Gurtner, Stellvertretender Chefredaktor des Thuner Tagblatts, zum Barbershop-Phänomen in der Region.

MeinungMichael Gurtner
«Es ist richtig und wichtig, dass genau kontrolliert und wenn nötig auch sanktioniert wird», schreibt Michael Gurtner.
«Es ist richtig und wichtig, dass genau kontrolliert und wenn nötig auch sanktioniert wird», schreibt Michael Gurtner.
iStock/Symbolbild

Ein Haarschnitt für 20 Franken? Ist doch super. Das dürften sich viele sagen, wenn sie an einem der Billigbarbershops vorbeikommen, die in den letzten Monaten in Thun und anderswo schon fast inflationär eröffnet wurden. Und sich vielleicht noch dazudenken, dass es doch positiv ist, dass in vielen dieser Geschäfte Flüchtlinge ein paar Franken verdienen können – im Sinn von: Besser als gar kein Job.

Nur hat die Medaille halt eine Kehrseite. Allzu oft werden mit zweifelhaften Geschäftsmodellen und falschen Angaben gegenüber den Behörden Angestellte ausgenutzt. Geprellt wird auch die Allgemeinheit, wenn etwa Sozialversicherungsbeiträge oder Mehrwertsteuern nicht korrekt abgerechnet werden. Es ist verständlich, dass sich gerade auch jene Coiffeusen und Coiffeure über die Billigkonkurrenz ärgern, welche die Spielregeln befolgen – und oft genug selber mit einem tiefen Lohn auskommen müssen.

Darum ist es richtig und wichtig, dass genau kontrolliert und wenn nötig auch sanktioniert wird. Etwa bei Fällen von Schwarzarbeit oder Verletzungen der Mindestlohnvorgaben. In der Pflicht sind der Kanton und die für Lohnkontrollen zuständige Paritätische Kommission für das Coiffeur­gewerbe.

Es ist lobenswert, dass sich der Thuner Sozialvorsteher gegen die Auswüchse einsetzt – auch wenn ihm die Kompetenzen und Sanktionsmöglichkeiten fehlen. Er zeigt damit: In Thun wird hingeschaut. Gut, wenn Kanton und Paritätische Kommission mitziehen – und die Stadtbehörden wo immer vom Datenschutz her möglich auch über Kontrollen, Verstösse und Sanktionen auf dem Laufenden halten.

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