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Gibts jetzt einen Neustart?

Derzeit läuft die Mitwirkung für eine neue Erschliessung des Hinterbühl-Areals in Oberhofen. In einer festgefahrenen und emotional wohl überladenen Debatte soll jetzt der designierte Gemeinde­präsident vermitteln.

Das Hickhack um die Überbauung Hinterbühl geht weiter.
Das Hickhack um die Überbauung Hinterbühl geht weiter.
Patric Spahni

Lange war die Überbauung Hinterbühl blockiert. Eine Beschwerde gegen die Baubewilligung des Regierungsstatthalteramtes für drei Mehrfamilienhäuser wurde vom Kanton ebenso wie vom ­Verwaltungsgericht gutgeheissen. Hauptkritikpunkt: die Erschliessung, die den Anforderungen an die Verkehrssicherheit nicht genügt.

Nun hat die Gemeinde das Mitwirkungsverfahren für den Ausbau ebendieser Erschliessung lanciert; noch bis zum 9. Juli läuft das Verfahren. Kernpunkte: Der Hinterbühlweg wird verbreitert, wobei die horizontale Linienführung wie heute bleiben soll. Auch die Fussgängerführung bleibt gemäss dem aufliegenden Projekt wie bisher auf der Strasse. Am östlichen Ende der Bauparzelle wird ein Wendeplatz erstellt. Die Einmündung in die Blochstrasse wird so ausgebaut, dass das Kreuzen zweier Personenwagen möglich ist.

Gemeinde braucht Land

Knackpunkt: Die Gemeinde braucht Land, um die Strasse zu verbreitern. Weil es bisher nicht möglich war, den Landerwerb freihändig sicherzustellen, will der Gemeinderat ein Strassenplanverfahren durchführen mit dem Ziel, eine Überbauungsordnung für die Erschliessung zu erlassen. Ein genehmigter Stras­senplan würde es ermöglichen, falls nötig das erforderliche Land über den Enteignungsweg zu erwerben.

Emotionaler Infoabend

Dass diese Pläne namentlich bei den Anwohnern auf wenig Gegenliebe stossen, zeigte sich an einem Infoanlass zum Mitwirkungsverfahren, an dem gut 20 Personen teilnahmen, acht Grundeigentümer sind betroffen. «Die Emotionen gingen hoch», sagt etwa Heinz Többen, einer der betroffenen Anwohner. Ruhe sei erst eingekehrt, als der designierte Gemeindepräsident Philippe Tobler (SVP) – er tritt sein Amt am 1. Juli an – dem Wunsch der Anwohner stattgab und sich bereit erklärte, einen runden Tisch mit den Anwohnern und den bauwilligen Investoren zu moderieren. «Die Kommunikation mit den Investoren für die Überbauung war bis jetzt nicht einfach», sagt Heinz Többen und fügt an, er habe grosse Hoffnungen, dass nun der Weg für eine Lösung frei gemacht werden könne.

Investorin gesprächsbereit

Ähnlich tönt es bei Philippe Tobler. Er hoffe, er könne dazu beitragen, den verfahrenen Prozess wieder in Gang zu bringen. Denn er interpretiere das Gerichtsurteil dahingehend, dass überhaupt keine Bauten realisiert werden könnten, wenn die Erschliessungsfrage nicht geregelt werden könne.

Dieser Auffassung ist auch Walter Streit, neuer Rechtsvertreter der Investorin, die am Hinterbühl bauen möchte. Er betont, dass seine Mandantin bereit sei, mit den Anwohnern Gespräche zu führen. «Es ist ihr ein Anliegen, dass die Erschliessung so sichergestellt werden kann, dass alle profitieren.» Derzeit, so Streit, seien nämlich überhaupt keine Bauvorhaben am Hinterbühl bewilligungsfähig. «Gleichzeitig ist unser Ziel, das laufende Verfahren zu einem guten und raschen Ende zu bringen», sagt Streit. «Gespräche, die nur zum Ziel haben, das Projekt zu verzögern, sind nicht in unserem Interesse.»

So geht das Strassenplanverfahren unabhängig davon voran: Die Mitwirkung läuft noch bis zum 9. Juli, im August wird der Mitwirkungsbericht dem Gemeinderat zur Kenntnisnahme und allfälligen Bereinigung vorgelegt. Daraufhin wird das Dossier dem Amt für Gemeinden und Raumordnung zur Vorprüfung übergeben.

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