Glacen werden zum Politikum

Glaceverkäufer wollen weiter in Parks tätig sein.

Im Schadaupark dürfen künftig keine Glacevelos mehr ihr Eis verkaufen. (Archivbild/Patric Spahni)

Im Schadaupark dürfen künftig keine Glacevelos mehr ihr Eis verkaufen. (Archivbild/Patric Spahni)

Die Hitzewelle der letzten Woche bescherte Glaceverkäufern Hochkonjunktur. An heissen Tagen profitieren auch Lukas Külling und Markus Spät von den eisigen Gelüsten der Hitzegeplagten. Külling und Spät sind mit ihren Glacevelos als mobile Eisverkäufer in der Stadt unterwegs. Bislang durften die beiden auch im Schadau- und im Bonstettenpark Eis an den Mann und an die Frau bringen. Das ist ihnen künftig nicht mehr erlaubt: Die Stadt als Grundeigentümerin erteilt ihnen dazu keine Bewilligung mehr.

Mit einer Unterschriftensammlung wehren sich Külling und Spät gegen die neue Praxis, wie Nau.ch berichtet. Der Entscheid der Stadt gefährde die Existenz der Glacevelos, schreiben die Verkäufer, die sich gemäss ihrem Aufruf als «Teil der Kultur mit ‹Service public›-Charakter» sehen. Sie wollen erreichen, dass die Stadt die Bewilligungspraxis überarbeitet und den Glaceerkauf auch in den Parks wieder gestattet. Für eine Stellungnahme war Geschäftsführer Lukas Külling am Montag nicht erreichbar.

«Bewilligungspraxis überprüft»

Konrad Hädener (CVP), Vorsteher der Thuner Direktion Bau und Liegenschaften, bestätigt, dass die Stadt den Glacevelobetreibern die Bewilligung zum Eisverkauf im Schadau- und im Bonstettenpark verwehrt. Hintergrund des Entscheides sei die Neugestaltung der beiden Parks. «In diesem Zusammenhang haben wir auch die Bewilligungspraxis für Verkäufe auf öffentlichem Grund überprüft», sagt er. Es gehe aber nicht darum, dass die Stadt der Privatwirtschaft ein Bein stellen wolle.

Vielmehr habe die Stadt für das Restaurant im Schloss Schadau und mit dem TCS beim Bonstettenpark Pächter gefunden, die ein attraktives gastronomisches Angebot gewährleisten würden. «Weil dieses auch bei schlechtem Wetter besteht, nehmen die Pächter ein gewisses Betriebsrisiko auf sich», erklärt Hädener.

Indem die Stadt den Glaceverkauf künftig nicht mehr gestattet, will sie die Pächter vor Konkurrenz schützen, die bei schönem Wetter Kundschaft abgreift. «Ein Detailhändler würde auf seinem Grund auch keine Verkäufe erlauben, welche sein eigenes Angebot konkurrenzieren», vergleicht Hädener. Der Entzug der Bewilligung sei im Übrigen «keine spontane Idee»: «Wir kündigten bereits früh an, dass sich die Bewilligungspraxis mit der Aufwertung der Parks ändern wird.» Weiterhin erlaubt bleibt den Glacevelobetreibern der Verkauf an den Eingängen der Parks.

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