Glanz statt Trübsal

Uetendorf

Für Glanz sorgen, wenn der Familienalltag trübe geworden ist: Dieses Ziel verfolgen Corina Grossniklaus, Gisela Berger und Nathalie Müller, indem sie Allrounderinnen vermitteln für alles, was in einem Haushalt eben so anfällt.

Die drei Gründerinnen von Glanzzeit (v. l.): Corina Grossniklaus, Gisela Berger und Nathalie Müller.

Die drei Gründerinnen von Glanzzeit (v. l.): Corina Grossniklaus, Gisela Berger und Nathalie Müller.

(Bild: zvg)

Die frischgebackene Patchworkfamilie ist gerade erst zusammengezogen. Zwei kleine Jungs aus einer früheren Beziehung gehören dazu sowie ein Baby. Die junge Mutter möchte in Ruhe stillen können und wäre generell froh um Unterstützung im Haushalt.

In solchen und ähnlichen Fällen bietet das noch kleine Unternehmen Glanzzeit mit Sitz in Uetendorf seit dem 1. Januar Hilfe an. «Wir vermitteln Allrounderinnen an Familien, die in verschiedenen Arten von Belastungssituationen stecken», sagt Corina Grossniklaus (39), die Glanzzeit zusammen mit Sozialarbeiterin Gisela Berger (39) und der Kleinkinderzieherin Nathalie Müller (26) gegründet hat.

«Wir haben diesen Namen gewählt, weil wir den Familien helfen wollen, wieder etwas Glanz in ihren Alltag zu bringen», erklärt Corina Grossniklaus, verantwortlich für Marketing und Finanzen. Analog gibt es Glanzfamilien (die Hilfe benötigen) und Glanzfrauen (die diesen zur Hand gehen).

Auf den Zahn gefühlt

Wer als Glanzfrau aufgenommen werden will, muss verschiedene Voraussetzungen erfüllen. Sie muss eine erfahrene Familienfrau/Betreuerin sein oder Fachfrau in den Bereichen Pädagogik, Soziales oder Gesundheit. Weitere Anforderungen gemäss der Website Glanzzeit.ch: verantwortungsvoll, anpassungsfähig, zuverlässig und flexibel, respektvoll und diskret.

Verlangt wird die Bereitschaft, überall im Haushalt Hand anzulegen: Die Kinder betreuen, ihnen bei den Hausauf­gaben helfen, kochen, putzen, Einkäufe erledigen ... was halt so anfällt. «Wir führen mit den Bewerberinnen intensive Gespräche, klären mit gezielten Fragen ihre Eignung als Glanzfrau ab und verlangen einen Auszug aus dem Strafregister», schildert Corina Grossniklaus das Vorgehen.

Alles aus einer Hand

Im Dienstleistungssektor gibt es grosse Konkurrenz: Kitas, Tagesmütter, Reinigungsfachleute, Haushalthilfen ... Die Glanzzeit-Gründerinnen sind aber sicher, eine Nische gefunden zu haben: «Bei uns kommt alles aus einer Hand: Unsere Frauen decken das ganze Spektrum an Tätigkeiten ab, die in einer Familie erledigt werden müssen. Glanzzeit hat zudem den Vorteil, dass die Kinder zu Hause bleiben können im Gegensatz zu Kitas und Tagesmüttern.»

Wer eine helfende Hand im Haushalt möchte, erhält Dossiers, in denen die Glanzfrauen vorgestellt werden, und kann auswählen. «Wir vermitteln zwischen Unterstützungsuchenden und -bietenden», hält Grossniklaus fest.

«Angestellt werden sie nicht von uns, sondern von den Familien. Unser Kooperationspartner Quitt, der beim Anstellen von Haushalthilfen die Administration übernimmt, kümmert sich um sämtliche Anmeldungen, ­Abrechnungen und Versiche­rungen.»

Angebot höher als Nachfrage

Der Lohn der Glanzfrauen sollte mindestens 25 Franken pro Stunde betragen, zuzüglich Ferienentschädigung und ordentlicher Sozialversicherungsbeiträge. Die Familien müssen Glanzzeit zudem eine Vermittlungsgebühr bezahlen, die zwischen 67 und 200 Franken pro Monat beträgt.

«Unter dem Strich verdienen wir im Moment noch nichts, da die Vermittlungsgebühr direkt in den Glanzzeitfonds oder ins Geschäft fliesst.» Das Unternehmen hat zurzeit zwölf Glanzfrauen, die einsatzbereit sind, und eine Glanzfamilie.

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