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Grosse Perücken werfen ihre Schatten voraus

Im Januar begannen die Proben der Schlossspiele Thun für die Nestroy-Komödie «Der Talisman». Das Ensemble wartet auf gutes Wetter, um am Spielort Schadaugärtnerei zu proben.

Küss die Hand, gnädige Frau: Daniela Krneta (in der blonden Perücke) als Mme von Cypressenburg lässt sich von Titus Feuerfuchs alias Kaspar Junker die Hand küssen.
Küss die Hand, gnädige Frau: Daniela Krneta (in der blonden Perücke) als Mme von Cypressenburg lässt sich von Titus Feuerfuchs alias Kaspar Junker die Hand küssen.
Christina Burghagen

«Beim ‹Parzival› 2016 spielte fast der ganze Vorstand, das hat uns zwischen Kunst und Organisation etwas zerrissen», erinnert sich Melanie Arnold, die in diesem Jahr zusammen mit Markus Wey die Produktionsleitung übernahm.

Beide verzichteten auf eine Rolle in «Der Talisman» von Johann Nepomuk Nestroy, um sich ganz auf den reibungs­losen Ablauf der Spielzeit zu konzentrieren. Mit dem Haupt­sponsor Autohaus Thun Nord AG, der Zuwendung der Stadt Thun und vielen weiteren Kleinsponsoren sind die Kosten für die diesjährige Produktion gedeckt.

«Wir machen aber auch Crowdfunding auf der Plattform Wemakeit.com, wofür wir einen kleinen Film gedreht haben», erzählt die Produktionsleiterin. Das Teuerste an der Inszenierung sei das geniale Bühnenbild, das Andreas Stettler entworfen habe. Das Publikum erlebe quasi ein Zweistationentheater, das erst auf den Dorfplatz mit Bistro, dann zu einem überdimensionalen Schloss führe.

Zudem gebe es eine Drehbühne. Die Idee für die Schaumstoffperücken hatte Präsidentin Tina Straubhaar. Für diese Haartrachten musste das Bastelmaterial Follyfoam mit einem Heissluftfön bearbeitet werden. Herausgekommen sind beeindruckende Gebilde, die gern mal aussehen wie eine Fa­milienportion gekochter Nudeln, die der schwungvollen Komödie eine exaltierte Optik schenken.

Drei Kinderrollen

«Es ist nicht ganz einfach, drinnen zu proben, denn das Stück spielt ja draussen», erzählt Me­lanie Arnold. Die erste Probe in der alten Schadaugärtnerei sollte vergangenen Mittwoch sein, doch sie fiel ins Wasser.

«Es ist nicht ganz einfach, drinnen zu proben, denn das Stück spielt ja draussen.»

Melanie Arnold Co-Produktionsleiterin

Es sei auch nicht einfach gewesen, die drei Kinderrollen zu besetzen, denn nicht jede Familie hat Freude, die Ferienreise zu streichen, weil ein Mitglied im Theater eingespannt ist. Die Altersspanne des 25-köpfigen Ensembles reicht von 11 bis 84 Jahren.

Der Älteste ist der Schauspieler René Blum als Herr Spund, der Theaterfreunden bestens bekannt ist. Der Berner Bühnensüchtige, wie er sich selbst beschreibt, brachte unlängst ein Buch heraus mit dem Titel «Zum Auftritt, bitte . . .»

Anfang Juli wird das aufwen­dige Bühnenbild gebaut. Rund fünfzehn Helferinnen und Helfer werkeln hinter den Kulissen. Das gesellschaftskritische Stück «Der Talisman» unter der Regie von Davina Siegenthaler Hugi dreht sich um Schein und Sein des Titus Feuerfuchs (Kaspar Junker), der seine roten Haare unter einer schwarzen Perücke verbirgt und sich so in die feine Gesellschaft mogelt.

Ob das gut geht, zeigt sich ab 2. August bis 8. September (ab 20 Uhr) in der alten Schadau­gärtnerei.

Vorverkauf: schlossspielethun.ch, 079'266'64'26, Zig Zag Records, Thun.

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