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Hilterfingen ist fest in FDP-Hand

Bis zur Jahrtausendwende war Hilterfingen eine FDP-Hochburg. Dann hatten die Liberalen zeitweise hartes Brot zu essen. Bei den Wahlen räumten sie am Sonntag nun aber wieder ab.

Gerhard Beindorff, FDP, bisher, 1231 Stimmen. zvg
Gerhard Beindorff, FDP, bisher, 1231 Stimmen. zvg
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Peter Fischer, FDP, bisher,  1083 Stimmen.
Peter Fischer, FDP, bisher, 1083 Stimmen.
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Sonja Bühler, SP, bisher, 632 Stimmen.
Sonja Bühler, SP, bisher, 632 Stimmen.
zvg
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Dass die drei aktuellen FDP-Gemeinderäte – Gerhard Beindorff, Peter Fischer und Roland Bühlmann – den Sprung in die Hilterfinger Exekutive problemlos schaffen würden, daran zweifelte vor den Wahlen niemand ernsthaft. Alle drei erreichten denn auch Glanzresultate mit jeweils über 1000 Stimmen.

Überflieger war Gemeindepräsident Gerhard Beindorff, der 1231 Stimmen auf sich vereinigen konnte. Vor vier Jahren waren es 1001 Stimmen gewesen. Dass es FDP-Präsident Franz ­Rüegg auch packen konnte, ist zumindest eine kleine Überraschung – selbst für den Gewählten. «Ich kann es noch gar nicht fassen», sagte er am Sonntagnachmittag nach Bekanntwerden der Resultate.

«Ich bin nur Trittbrettfahrer»

Es sei nie Ziel gewesen, die Mehrheit im Rat zu stellen, sagte Rüegg. «Aber jetzt ist es so. Und darüber freuen wir uns.» Ein Aufsteller seien für ihn insbesondere die Resultate der drei Bisherigen. «Die Stimmbürger haben ihre gute Arbeit honoriert.» Seine eigene Wahl, so ­Rüegg, sei denn auch das Verdienst von Beindorff, Fischer und Bühlmann. «Sie haben enorm viele Stimmen geholt. Ich bin nur der Trittbrettfahrer.»

Ein entscheidender Faktor für den Erfolg sei die Listenverbindung unter den bürgerlichen Parteien FDP, SVP und EDU gewesen, ist Rüegg überzeugt. Dabei habe man zuerst keine Listenverbindung angestrebt. «Als wir aber Wind davon bekamen, dass die SP und die Freie Liste gemeinsame Sache machen, mussten wir reagieren, um die bürgerlichen Sitze zu sichern.»

EDU will aktiv bleiben

Dies ist schliesslich auch gelungen. Fünf der sieben Sitze sind in bürgerlicher Hand. Leidtragende ist aber die EDU, welche nach dem Rücktritt von Christian Ibach erstmals seit Anfang 1997 keinen Vertreter mehr im Rat hat. Die FDP ihrerseits hatte in den 90er-Jahren stets vier Sitze, bevor sie bei den Wahlen 2000 auf zwei absackte. Vor vier Jahren holte sie dann wieder einen dritten Sitz.

«Natürlich sind wir enttäuscht», machte EDU-Präsident Max Bär in einer ersten Reaktion aus seinem Herzen keine Mördergrube. «Uns war aber klar, dass es schwer wird, ein Mandat zu erobern.» Das Resultat werde die EDU aber nicht daran hindern, sich weiterhin für die Gemeinde zu engagieren. «Wir werden aktiv bleiben – nun aber halt leider nicht mehr im Gemeinderat.»

Keine Denkzettel nötig

Die jüngsten Wahlresultate lassen kaum Interpretationsspielraum: Die Hilterfinger sind grossmehrheitlich mit ihrem Gemeinderat zufrieden. So schafften alle sechs Bisherigen die Wiederwahl. Grosse Gewinnerin ist die FDP, welche den Stimmenanteil von 33,1 auf 39,9 Prozent steigern konnte.

Zu den Verlierern zählen die SP, die von 26,3 auf 23,6 Prozent fiel, sowie die EDU (–3,1 auf 8,6 Prozent). Die Freie Liste konnte sich bei der zweiten Teilnahme an den Wahlen konsolidieren (–1,0 auf 9,2 Prozent). Für den angestrebten Sitz reichte es dennoch nicht. Die SVP konnte ihren Wert von vor vier Jahren halten (18,6 Prozent).

Die Stimmbeteiligung betrug knapp 45,6 Prozent, vor vier Jahren lag sie bei 44,4 Prozent.

Liste 1, FDP: Gewählt: Gerhard Beindorff (1231 Stimmen, bisher), Peter Fischer (1083, bisher), Roland Bühlmann (1071, bisher), Franz Rüegg (380, neu).

Liste 2, SVP: Gewählt: Stefan von Allmen (582, bisher). Nicht gewählt: Roger Baumann (465), Therese Haueter (455).

Liste 3, Freie Liste: Nicht gewählt: Tim Stauffer (331), Ikran Mohamed (157), Christopher Huguenin (97), Thomas Wyss (96), Corinne Keller (94), Markus Häni (78).

Liste 4, SP: Gewählt: Erich Marti (676, bisher), Sonja Bühler (632, bisher). Nicht gewählt: Yvonne Christen Townsend (365), Beat Stettler (293), Theres Gautschi Hess (221).

Liste 5, EDU: Nicht gewählt: Max Bär (235), Samuel Kullmann (198), Hanna Ziswiler (140), Brigitte Balzer (122), Elisabeth Steiner (93).

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