Zum Hauptinhalt springen

Hühnergeruch stört Anwohner

Die Geflügelmasthalle im Silbermoos polarisiert weiterhin: Anwohner beschweren sich über Geruchsimmissionen.

Die Geflügelmasthalle im Silbermoos in Uetendorf. Der Dampf, der aus dem Schornstein dringt, stammt von der Gasheizung.
Die Geflügelmasthalle im Silbermoos in Uetendorf. Der Dampf, der aus dem Schornstein dringt, stammt von der Gasheizung.
Marc Imboden

«Seit die Geflügelmasthalle in Betrieb ist, ist die Geruchsemission an manchen Tagen so stark und ausgeprägt, dass rundum Fenster geschlossen werden müssen. Spaziergänge rund ums Moos sind zum Teil unerträglich geworden», schreibt Annette Läuchli vom Moosweg in einem Brief an diese Zeitung.

«Diese Luftqualität erzeugt dann richtiggehenden Brechreiz. Die Behauptung, dass die schlechten Gerüche nur in nächster Nähe wahrnehmbar seien, stimmt nicht. Wir als angrenzende Anwohner können dem Gestank ja nicht einfach ausweichen.» – «Je nach Wetterlage stinkt es ganz gewaltig», ergänzt ihr Partner Ernst Altwegg.

«Bei uns am Moosweg und auch anderswo im Dorf gibt es viele Leute, die sich ebenfalls daran stören.» Zu ihnen gehört etwa Ferdinand Schmutz – er wohnt am Postgässli und damit weiter entfernt von der Geflügelmasthalle als Läuchli und Altwegg.

«Vor dem Bau der Halle erklärten die Betreiber, man müsse im Dorf keine Geruchsbelästigungen befürchten. Doch das war reine Augenwischerei. Und ich bin in unserem Quartier nicht der einzige, dem es stinkt.»

Am schlimmsten sei es, wenn die Hühner zur Schlachtung abtransportiert worden seien und die Halle gereinigt werde. «Wer Wäsche draussen zum Trocknen aufgehängt hat, muss sie schleunigst wieder reinnehmen oder sie ein zweites Mal waschen.»

Bei der Gemeindeverwaltung Uetendorf sind bisher keine Reklamationen eingegangen: «Weder auf der Präsidial- noch auf der Bauabteilung», wie Gemeindeschreiber Kurt Spöri auf Anfrage erklärte.

«Offen für Gespräche»

Auch bei den Betreibern der Geflügelmasthalle habe sich bisher niemand direkt gemeldet, sagte Landwirt Adrian Joss, der die Halle mit seinem Berufskollegen Fritz Bruni gebaut hat, gegenüber dieser Zeitung (vgl. Infobox). «Das befremdet uns ziemlich», führte Joss aus. «Denn wir sind offen für Gespräche und zeigen Interessierten unseren Betrieb gerne.»

Wenn die Hühner im Alter von sechs Wochen zur Schlachtung weggebracht werden, werden Mist und Einstreu aus der Halle abtransportiert und soweit möglich auf den umliegenden Äckern verteilt und in den Boden eingearbeitet. «Dabei kann es zu Geruchsemissionen kommen», räumte Adrian Joss ein.

Weil die Mindestabstände zu benachbarten Gebäuden eingehalten werden, entsprach das Bauprojekt aber auch punkto Gerüche den gesetzlichen Vorlagen und wurde deshalb letztlich bewilligt.

Waschen und desinfizieren

Hygiene wird bei den beiden Landwirten grossgeschrieben. «Nach dem Ausmisten reinigen wir die Halle nicht nur innen von oben bis unten, sondern auch aussen. Danach desinfizieren wir alles gründlich.»

Diese Arbeit dauert zwei Tage und ist ein Grund, warum keine Abluftfilter installiert werden können, wie Joss ausführt. «Diese sogenannten Biowäscher müssen zuerst Bakterien aufbauen, bevor sie wirksam werden. Weil wir aber alle sechs Wochen alles reinigen, würde er gar nie wirksam ­werden.»

Weil Joss und Bruni auf Sauberkeit achten, für die optimale Temperatur bei der Aufzucht der Küken sorgen sowie den Futter- und Wasserverbrauch sowie das Gewicht der Vögel genau im Auge behalten, steht es um die Gesundheit der Tiere so gut, dass es bisher keine grösseren Probleme gegeben hat. «Unser Ziel ist, nie Antibiotika einsetzen zu müssen», so Adrian Joss.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch