IGT übt Kritik an Statthalter-Entscheid

Thun

Die Thuner Innenstadtgenossenschaft IGT kritisiert den Entscheid, dass Besucherinnen und Besucher des Strättligen Marktes gratis parkieren dürfen.

Gehen keine Beschwerden ein, haben die Besucher des Strättligen-Markts in Thun ab dem 1. Juli – zumindest für ein Jahr – in der ersten Stunde nichts für den Parkplatz zu berappen.

Gehen keine Beschwerden ein, haben die Besucher des Strättligen-Markts in Thun ab dem 1. Juli – zumindest für ein Jahr – in der ersten Stunde nichts für den Parkplatz zu berappen.

(Bild: Patric Spahni)

Kürzlich hat der Regierungsstatthalter entschieden, dass den Besucherinnen und Besuchern des Strättligen Marktes die Parkgebühren für die erste Stunde erlassen werden können. «De facto wird das Parkieren in diesem Einkaufszentrum in Zukunft für Besucher kostenlos», schreibt die IGT in ihrer Mitteilung. Und weiter: «Der Vorstand der Innenstadtgenossenschaft Thun ist vom Entscheid des Regie­rungsstatthalters enttäuscht.»

Nach Meinung des IGT-Vorstandes verstösst der Entscheid gegen Treu und Glaube, da bei Erteilung der Baubewilligung im Jahr 2002 explizit auf eine Bewirtschaftung der Parkplätze hingewiesen worden sei. Im Baubewilligungsverfahren habe sich Coop gegenüber einem Einsprecher verpflichtet, für die Parkplätze ab der ersten Minute eine Gebühr zu verlangen.

Angst vor mehr Verkehr

Sollte der neue Entscheid des Regierungsstatthalters umgesetzt werden, wird dies nach Ansicht der IGT weitere Begehren wecken und andere Anbieter motivieren ihre Parkplatzbewirtschaftung aufzugeben. In Zukunft sei mit zusätzlichem Mehrverkehr in diesen Quartieren zu rechnen. Aus Studien sei klar belegt, dass Gratisparkplätze Mehrverkehr generieren.

«Vor dem Hintergrund einer generellen Bewirtschaftung der öffentlichen Parkplätze im gesamten Gemeindegebiet hat die IGT in der Vergangenheit ein klares Bekenntnis zur Veränderung der Innenstadt geleistet», schreibt die IGT weiter. Dies mit der Zustimmung zu den flankierenden Massnahmen wie etwa den Abbau von Parkplätzen im öffentlichen Raum zugunsten des Baus der Parkhäuser im Schlossberg und beim Bahnhof.

Angst vor Marktnachteil

Die Geschäftsleute und Dienstleister der Thuner Innenstadt befürchten, dass mit dem Entscheid des Regierungsstatthalters ein massiver Wettbewerbsnachteil entsteht. Der IGT-Vorstand prüft aus diesem Grund weiterführende rechtliche Schritte. Er werde ausserdem das Gespräch zu anderen Organisationen suchen, um gegen diesen «nicht nachvollziehbaren» Entscheid zu kämpfen.

pd

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