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Immer weniger Insekten: Künstler werden zu Mahnern

Mit der aktuellen Ausstellung greift das Kunsthaus Steffisburg den dramatischen Rückgang flugaktiver Insektenarten auf.

Sie waren an der Vernissage der neuen Ausstellung im Kunsthaus Steffisburg (v.l.): Vereinspräsident Urs Dolder, Kurator Christoph Rihs sowie die Kunstschaffenden Daniela de Maddalena, Pavel Schmidt, Jürg Benninger, Susanne Muller, Monsignore Dies, Jakob Jenzer und Pat Noser.
Sie waren an der Vernissage der neuen Ausstellung im Kunsthaus Steffisburg (v.l.): Vereinspräsident Urs Dolder, Kurator Christoph Rihs sowie die Kunstschaffenden Daniela de Maddalena, Pavel Schmidt, Jürg Benninger, Susanne Muller, Monsignore Dies, Jakob Jenzer und Pat Noser.
Verena Holzer

Die dritte Ausstellung zum Thema «Bestiarium Helveticum» im Kunsthaus Steffisburg befasst sich mit dem dramatischen Rückgang flugaktiver Insekten. Fünfzehn Künstlerinnen und Künstler haben sich bereiterklärt, etwas zu diesem Thema beizutragen und es den Besuchern aus eigner Sicht zu präsentieren.

So zeigt die Ausstellung neben Filmen, Fotos, Bilder, Kinderzeichnungen auch Spielzeuge, Schmuck und vieles mehr.

«Grund zur Besorgnis»

Lange Zeit wurde angenommen, dass die Artenvielfalt der Insekten ein Zeichen von Widerstandsfähigkeit und Überlebenswillen ist. Die Krefelder Entomologische Gesellschaft hat im Rahmen einer umfassenden Studie jedoch festgestellt, dass in den letzten 30 Jahren drei Viertel der Insekten verschwunden sind.

«Die Entwicklung stellt viel Grund zur Besorgnis dar.»

Christoph Rihs Kurator Kunsthaus Steffisburg

Diese Entdeckung hat Kunsthauskurator Christoph Rihs bewogen, eine Ausstellung zu diesem Thema aufzubauen. «Insekten kennen wir alle, und jedermann kann dazu etwas sagen, aber die Entwicklung stellt viel Grund zur Besorgnis dar», erklärte er den rund fünfzig Vernissagegästen am Wochenende. Dieser Verlust kündige fatale Auswirkungen auf unsere Nahrungsketten und das Ökosystem an, ergänzte er.

Kleine Auswahl aus 500'000

Im Kunsthaus ist natürlich nur ein ganz kleiner Anteil von den rund 500'000 Insektenarten vertreten. Zudem haben sich die Kunstschaffenden auf ihre eigene Art und Weise mit dem Thema auseinandergesetzt. Neben Postkarten hängen an der Wand witzige Wollwanzen. Statt der Billette hängen im Ständer konservierte Insekten, und im Kasten daneben brummt lautstark eine grosse Fliege.

Neben «Kunsthonigbienen» und überdimensionalen Ameisen in Gouache auf Papier wecken die Zikadenlarve oder die Sammlung an Schmetterlingen Interesse. Mit Filmen, aber auch vielseitiger Literatur haben die Gäste die Möglichkeit, sich zu informieren und viel Spannendes zu erfahren.

Wichtig für Ernährung

«Wir hoffen, mit der Ausstellung das Interesse an Insekten wecken zu können. Sie sind verantwortlich für die Bestäubung und dadurch für unsere Ernährung», fasste Urs Dolder, Präsident des Vereins Kunsthaus Steffisburg, zusammen.

Er lud zum Vortrag von Heinz Müller-Schärer, Professor für Ökologie und Evolution an der Universität Freiburg, zum Thema Insekten am Donnerstag, 28. Februar, 19.30 Uhr, in der Gemeindebibliothek ein. Sein Referat trägt den Titel «Biologische Invasion, Ursachen und ihre Bekämpfung.»

Die Ausstellung dauert bis zum 24. März und ist samstags (23. Februar, 2., 9., 16. und 23. März) sowie sonntags (24. Februar, 3., 10., 17. und 24. März) jeweils 14–16 Uhr geöffnet.

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