Zum Hauptinhalt springen

In 100 Jahren hat sich viel verändert

100-jährig ist sie, die Landi Därstetten, doch keineswegs altmodisch, verstaubt. Mit einem Dutzend Mitarbeitenden stellt sie heute ein stolzes Unternehmen dar.

Bis zum Umbau sah es bei der Landi in Därstetten noch so aus.
Bis zum Umbau sah es bei der Landi in Därstetten noch so aus.
PD

An der Gründungsversammlung vom 7. Juli 1918 wählten 37 Männer einen siebenköpfigen Vorstand, darunter den ersten Präsidenten, der kurz darauf verstarb und bereits drei Monate später an einer ausserordentlichen Hauptversammlung ersetzt werden musste. Bald schon fand sich ein Platz von 90 Quadratmetern für einen Lagerschuppen zum Baupreis von 3500 Franken auf dem Gelände der Station Därstetten.

Baustart war der 15. November, und bereits 1919 konnte der Betrieb aufgenommen werden. Am 2. Mai 1919 kam es zur ersten offiziellen Hauptversammlung der Landi Därstetten, die nun 35 Mitglieder zählte, welche als Eintrittsgeld 50 Franken bezahlten.

Weitere Finanzierungen basierten auf einem Darlehen von 10'000 Franken und einer Kaution des Geschäftsführers von 2000 Franken. Als Bürgen hatten sich die Vorstandsmitglieder erklärt. Weiter wurde bestimmt, dem Bauernverband beizutreten. Somit war der Grundstein für die Landi Därstetten gelegt.

Der Betrieb wurde bis in die Neuzeit amateurhaft geführt. Als Warenbezugstage für Mitglieder wurden Samstag und Montag bestimmt; da war der Schuppen von 9 bis 15 Uhr geöffnet. Bis ins Jahr 2005 gab es nie einen zu 100 Prozent beschäftigten Geschäftsführer. Der Jahresumsatz lag bei 10'000 Franken, und ein Bauer übte das Amt des Verwalters nebenbei aus.

Dem ersten Verwalter, der einen Lohn bezog, wurden 200 Franken im Jahr ausbezahlt. Alles andere war Freiwilligenarbeit. Das Geschäft wurde wie ein Verein geführt. Ein Preisvergleich sei erwähnt: Ein 65-Kilo-Sack Kokosmehl kostete damals fünf Franken, heute etwa das Zehnfache.

Ankauf Armeemagazin

1945 konnte ein Armeemagazin erworben werden, welches nach Absprache mit der BLS im Baurecht auf dem heutigen Platz erstellt und zwei Jahre danach bezogen werden konnte. In den Sechzigerjahren wurde das erste Milchhaus gebaut und an die Milchgenossenschaft vermietet, eine Tankstelle erstellt, der erste Stapler angeschafft und eine Brückenwaage gebaut.

Sicher waren die Zeiten in den Kriegsjahren und danach sehr bewegt, doch fehlen zum Teil Protokolle, und bis ins Jahr 1948 fanden (wie früher schon 1925 bis 1928) keine Versammlungen statt. Nicht wie im Unterland, wo die Landis von den Bauern Waren angenommen hatten, wurden in Därstetten Waren gehandelt.

Es war wie ein Reservoir: Es wurde eingekauft, und die Waren den Bauern zur Verfügung gestellt. Es hatte, solange der Vorrat ausreichte, mehr hat es nicht gegeben. Nach Bedarf wurde zum Beispiel Heu gekauft und dann den Bauern angeboten.

Aus dem Verband landwirtschaftlicher Genossenschaften VLG, heute Landi, entstanden fünf Unterverbände, in Bern Haus und Garten, in Basel vor allem Dünger, in der Zentralschweiz Futtermittel, in der Westschweiz Getreide und Stroh und in der Ostschweiz Lebensmittel. In Därstetten entschloss sich die Landi, 1989 in das Geschäftsfeld der Lebensmittel einzusteigen. Ein entsprechender Anbau wurde erstellt.

Die Landi ist heute zusammen mit andern Geschäften wie Mosterei Ramseier, Grossmetzgerei Suter, Volg oder Agrola mit der Fenaco (Fédération nationale coopération agriculture) verbunden, die sich zur Aufgabe stellt, Waren von Bauern zum Wiederverkauf zu vermitteln.

Eine neue Zeit beginnt

2004/05 kam eine Reihe von Problemen auf die Landi Därstetten zu. Eine neue Kühlanlage musste installiert werden, und in den Bereichen Arbeitsbedingungen sowie Lebensmittelkontrolle wurde ebenfalls vieles bemängelt. Da diese Probleme und die damit verbundene Arbeit die Kapazität der damaligen Geschäftsführung überstieg, wurde diese an die Landi Diemtigtal übergeben.

Bereits am 1. Oktober 2005 wurde dann Jürg Knutti als neuer Standortleiter eingesetzt, der die Geschicke der Landi Därstetten bis heute begleitet. Inzwischen ist er Leiter des Detailhandels der Landi Simmental-Saanenland, der auch die Geschäfte in Zweisimmen, Gstaad und Lenk angehören. Die Fusion wurde 2014 vollzogen.

Was der damaligen Landi im Jahr 2005 am meisten Kopfzerbrechen machte, war wohl die Kündigung des Vertrags des Lebensmittellieferanten Usego per Jahresmitte. Mit Volg (Verband Ostschweizerischer Landwirtschaftlicher Genossenschaften) konnte dann ein Fenaco-interner Lieferant gefunden werden. Dies wiederum hatte allerdings Neuinvestitionen zur Folge, so eine Kühlzelle, die Umräumung des Verkaufsladens wie auch ein neues Büro und eine neue Kassenlösung. Insgesamt kostete dies 100'000 Franken.

Dann der Zusammenschluss

Nach der Eröffnung der Landi Zweisimmen im Jahr 2016 wurde ein gemeinsamer Einkauf beschlossen, was zu einer Verbesserung der Produktpreise führte. Der Zusammenschluss der beiden Landi-Geschäfte ermöglichte Därstetten auch ein neues EDV-System. So zieht die Landi Därstetten in die moderne Zeit ein und ist mit ihren 100 Jahren auf dem Buckel keineswegs greis.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch