Intensives Facelifting für Gwattstrasse

Thun

Die Thuner Gwattstrasse wird im September in drei Bauetappen erneuert und dafür teilweise komplett gesperrt. Der Zugang zu Wohnquartieren ist dem Auto zeitweise nicht möglich.

Die Gwattstrasse in Thun, vom Holiday-Kreisel aus stadtauswärts fotografiert. Sie wird ab dem 7. September saniert.

Die Gwattstrasse in Thun, vom Holiday-Kreisel aus stadtauswärts fotografiert. Sie wird ab dem 7. September saniert.

(Bild: Manuel Berger)

Vom 7. bis zum 15. September plant der Kanton eine Belagserneuerung der Gwattstrasse in Thun. Was unspektakulär klingt, entpuppt sich bei näherer Betrachtung als Herkulesaufgabe für die Behörden einerseits und als einschneidende Einschränkung für die Bewohner im Gwatt andererseits. Das Tiefbauamt des Kantons Bern lud deshalb die betroffenen Anwohner am Dienstagabend im Hotel Seepark zu einer Informationsveranstaltung, in der sie detailliert über das Projekt informierte und der Bevölkerung Rede und Antwort stand.

Die Gwattstrasse sei eine «Rüttelpiste», sagte Andreas Müller, Strasseninspektor Oberland-Nord, zu Beginn. Die Fahrbahn weise beträchtliche Schäden auf, Leitungssanierungen hätten zu einem Flickwerk geführt, und der Strassenunterbau sei ungünstig. Eine Gesamterneuerung in zehn bis fünfzehn Jahren sei unumgänglich, stehe aber auch in Abhängigkeit mit der Ortsplanungsrevision. Bis es so weit ist, soll auf der 2,7 Kilometer langen Strecke vom Holiday-Kreisel bis zur Tamoil-Tankstelle im Seewinkel ein neuer, lärmarmer Deckbelag eingebaut werden. «Das Ziel ist, aktuelle Schäden zu beheben und neue zu vermeiden», sagte Müller.

Strasse an zwei Wochen­enden komplett gesperrt

Um die Bauzeit möglichst kurz zu halten, plant das Tiefbauamt, den Belag in drei Etappen zu erneuern. Für Etappe eins und drei werden an zwei aufeinanderfolgenden Wochenenden mit verlängerten Arbeitszeiten bestimmte Bauabschnitte für den Verkehr komplett gesperrt. Für die Anwohnerschaft jener Stichstrassen, die nur über die Gwattstrasse zugänglich sind, bedeutet dies, dass die Zu- und Wegfahrt mit dem Auto nicht möglich sein wird. Die Details zum Bauablauf und der Verkehrsführung erläuterte Hanspeter Ogi von der bauleitenden Schönholzer AG.

Die erste Etappe dauert voraussichtlich vom 7. September, 7 Uhr, bis 9. September, 5.30 Uhr. Der betroffene Bauabschnitt vom Holiday-Kreisel bis zur Zufahrt Lachenhalle ist komplett gesperrt. Der Durchgangsverkehr wird über die Strättligen- und die Buchholzstrasse umgeleitet. Die STI-Busse der Linie 1 umfahren die Baustelle über den Lachenweg und die Parkplätze. Diese Umfahrung können auch Velofahrende benutzen. Die Busse L5 werden über die Talackerstrasse, die Busse L55 über Frutigen-, Talacker- und Freiestrasse umgeleitet. Diverse Bushaltestelle der beiden letztgenannten Linien werden nicht bedient.

In der zweiten Etappe, angesetzt vom 9.September, 7 Uhr, bis zum 13. September, 18 Uhr, wird der Abschnitt zwischen Strättligenstrasse und Tamoil-Tankstelle wechselseitig saniert. «Da es sich in diesem Bereich um die einzige Ausfallstrasse Richtung Spiez handelt, mussten wir uns für eine einspurige Verkehrsführung um die Baustelle entscheiden», sagte Ogi. Es muss mit Verkehrsbehinderungen gerechnet werden.

Die aufwendigste dritte Etappe folgt vom 13. September, 18 Uhr, bis zum 16. September, 6 Uhr. An einem Wochenende wird das ganze verbleibende Teilstück zwischen Zufahrt Lachenhalle bis Strättligenstrasse erneuert und dafür komplett gesperrt. «Auch unser Unternehmen kommt bei dieser Aufgabe an seine Kapazitätsgrenze», erklärte Ogi. Für die 17000 Quadratmeter würden 10 bis 15 Lastwagen ständig neues Belagsmaterial liefern. Der Durchgangsverkehr wird wiederum via Strättligen-, Buchholz-, Hohmad- und Frutigenstrasse umgeleitet. Die Busse der Linie 1 werden ab dem Holiday-Kreisel über Schul-, Schoren- und Strättligenstrasse umgeleitet. Velo Fahrende können die Baustelle via Eisenbahnstrasse umfahren.

Parkkarten fürbetroffene Anwohner

Die Gehwege an der Gwattstrasse sind für Fussgänger während der gesamten Bauzeit begehbar. Das Queren der Baustellenbereiche zu Fuss ist grundsätzlich nicht möglich. Für die Anwohner insbesondere der seeseitigen Quartiere steht pro Haushalt eine Parkkarte zur Verfügung, die zur unentgeltlichen Benutzung eines öffentlichen Parkplatzes berechtigt. Bei schlechtem Wetter werden die Bauetappen verschoben. Über die Durchführung informiert der Kanton online auf www.bve.be.ch/gwattstrasse, auf Plakaten am Strassenrand und über das Parkleitsystem.

Die anwesenden Anwohner nahmen die Informationen gelassen auf. Einige stellten Fragen zur Zugänglichkeit ihrer Liegenschaft. Ulrich Käser von der Bäckerei Brötie wollte hingegen wissen, wie er die Mahlzeiten zum Altersheim Seewinkel liefern könne. Müller sagte, dass man sich selbst organisieren müsse, und appellierte auch an die nachbarschaftliche Hilfe.

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt