Interessierte können Ideen für Areal der früheren Uhrenfirma einbringen

Thun

Die geplante Umnutzung des früheren Areals der Uhrenfirma Comadur erfordert eine Zonenplanänderung. Ab Mittwoch können sich Interessierte anlässlich der öffentlichen Mitwirkung einbringen.

Das frühere Fabrikgebäude der Firma Comadur.

Das frühere Fabrikgebäude der Firma Comadur.

(Bild: Michael Gurtner)

«Comadur wechselt Standort in Thun»: Ein Artikel mit diesem Titel erschien Ende Juni 2017 in dieser Zeitung. Der Uhrenzulieferer, der zur Swatch-Gruppe gehört, war in den Wochen zuvor vom alten Fabrikgebäude an der Bernstrasse 11 nahe dem Berntor an die C. F. L.-Lohnerstrasse 24 im Gwatt gezogen. Nach dem Umzug von Comadur kaufte die Pensionskasse des Schweizerischen Anwaltsverbands (PKSAV) die Liegenschaft an der Bernstrasse. Seither wird das Gebäude zwischengenutzt.

«Gleichzeitig führte die PKSAV zusammen mit einem Projektentwickler sowie dem Planungsamt der Stadt Thun ein Verfahren durch, welches das Potenzial dieser zentral gelegenen Flächen auslotete», schreibt die Stadt in einer am Dienstag versandten Mitteilung. Die Ergebnisse des Verfahrens sehen eine Umnutzung vor, wozu eine Zonenplanänderung erforderlich ist. Ab Mittwoch bis zum 14. Juni ist dazu nun die Meinung der Öffentlichkeit gefragt (Auflage an der Industriestrasse 2 während der ordentlichen Bürozeiten).

«Nachhaltig entwickeln»

Zur Umnutzung des Areals liegt laut der Stadt noch kein konkretes Projekt vor. «Vielmehr wurden im Verfahren Spielregeln definiert, zum Beispiel die maximale Gebäudehöhe, mögliche Nutzflächen, die Erschliessung, die Gestaltung der Aussenräume und die Qualität der Bauten», heisst es weiter. All dies soll neu in einer Zone mit Planungspflicht (ZPP) festgehalten werden.

Heute liegt die Parzelle in der Zone Wohnen/Arbeiten W/A3+. Ziel der Umnutzung ist es, «das Areal nachhaltig nach innen zu entwickeln, die Nutzungen zu durchmischen, eine vielfältiges Wohnungsangebot zu schaffen und ein innenstadtnahes Gebiet mit urbanem Charakter zu stärken».

Bau ist denkmalgeschützt

Weil der denkmalgeschützte Bau der Comadur ein Ort von «besonderer, identitätsstiftender Bedeutung» ist, soll er erhalten bleiben. Der Hauptbau könne saniert werden; ein Abbruch des seitlichen Anbaus sei dann denkbar, «wenn dadurch die Qualität des gesamten Areals gesteigert wird», schreibt die Stadt.

Auf der dem Schwäbisquartier zugewandten Seite sind Neubauten mit maximal fünf, zur Bernstrasse hin mit maximal sechs Geschossen denkbar. Dienstleistungs- und Gewerbenutzungen sind entlang der Bernstrasse angedacht, in den rückwärtigen Bereichen dominiert das Wohnen.

Nach der Mitwirkung wird die Stadt die Unterlagen dem kantonalen Amt für Gemeinden und Raumordnung zur Prüfung unterbreiten. Die Genehmigung der Zonenplanänderung liegt dann in der Kompetenz des Stadtrats.

pd/gbs

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