IT-Rechenzentrum wird konkreter

Die Stadt will an der Industriestrasse ein neues Rechenzentrum erstellen. Damit soll die Datensicherheit erhöht und die Infrastruktur verbessert werden. Als Sieger eines Architekturwett­bewerbs ging ein Bieler Büro hervor.

So soll das neue Rechenzentrum aussehen: Das Projekt «binär» des Bieler Architekturbüros :mlzd gewann den Architekturwettbewerb.

So soll das neue Rechenzentrum aussehen: Das Projekt «binär» des Bieler Architekturbüros :mlzd gewann den Architekturwettbewerb. Bild: zvg

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«Das heutige Rechenzentrum der Stadt Thun im Thunerhof und die Infrastruktur der Informatikdienste stossen an ihre Grenzen», betonte Gemeinderat Konrad Hädener (CVP) am Donnerstag vor den Medien. Zudem sei absehbar, dass der Platzbedarf noch steigen werde.

Zum Beispiel durch den Ausbau des Informatikunterrichts an den Schulen. Schon heute hängen am Rechenzentrum 1600 Arbeitsplätze an rund fünfzig verschiedenen Standorten. So werden von Thun aus auch die Gemeindeverwaltungen von Oberhofen und Seftigen im IT-Bereich betreut.

«Dieses Geschäft lässt sich weiter ausbauen, das Interesse bei anderen Gemeinden ist durchaus vorhanden», erläuterte Urs Eggenschwiler, Chef der Informatikdienste.

Nicht nur punkto Platz stösst das heutige Rechenzentrum an seine Grenzen. Die Einrichtungen im Thunerhof, der einst als Hotel erstellt worden war, würden auch punkto Sicherheit und Datenschutz nicht mehr den ­heutigen Anforderungen entsprechen. «Es braucht ein pro­fessionelles Zentrum», sagte Eggenschwiler.

Der Gemeinderat hatte sich bereits 2015 dazu entschieden, die Informatikdienste auch künftig eigenständig zu betreiben und nicht an externe ­Firmen auszulagern.

«Dies entspricht auch unserer Strategie, Thun als Zentrum zu stärken und die regionale Zusammenarbeit zu fördern», ergänzte Hädener.

Wettbewerb mit fünf Teams durchgeführt

Damit die Kapazität der Informationstechnik erweitert und die Datensicherheit erhöht werden kann, will die Stadt an der In­dustriestrasse 2 ein zusätzliches Verwaltungsgebäude mit einem neuen Rechenzentrum erstellen.

Hier an der Industriestrasse kommt das neue IT-Rechenzentrum zu stehen: Zwischen dem Sitz der Energie Thun AG (links) und dem bestehenden Verwaltungsgebäude der Stadt Thun (rechts). Bild: Patric Spahni

Im Juni 2016 hatte der Stadtrat einen Kredit von 380'000 Franken für die Durchführung eines Projektwettbewerbs gesprochen. Am Donnerstag nun stellte die Jury das Siegerprojekt vor: Aus den fünf eingeladenen Architekturbüros schwang das Team rund um die:mlzd Planer GmbH aus Biel mit seinem Projekt «binär» obenaus.

Die Stadt Thun hatte sich für einen Projektwettbewerb mit einer Vorauswahl entschieden. Aus den eingegangenen 23 Bewerbungen wurden fünf inter­disziplinär zusammengesetzte Generalplanerteams auserkoren.

Die Teams setzen sich zusammen aus Vertretern der Disziplinen Architektur, Bauingenieurwesen, Rechenzentrumsplanung, Haustechnik und Elektroingenieurwesen, Bauleitung und ­Kostenplanung. In der siebenköpfigen Jury waren nebst Gemeinderat Konrad Hädener verwaltungsinterne und externe Fachleute vertreten.

Angrenzend an bestehendes Verwaltungsgebäude

«Das Projekt ‹binär› hat die Jury in funktionaler, architektonischer sowie städtebaulicher Hinsicht überzeugt», begründete Jurymitglied und Architekt Stefan Graf. Die räumliche Anordnung sei klug und der Umgang mit dem Bestand sorgfältig gewählt.

Der Erweiterungsbau, der auf einer 1300 Quadratmeter grossen Parzelle erstellt wird, schliesst westseitig an das bestehende Ver­waltungsgebäude an. Im Erd­geschoss befinden sich halb ­öffentliche Nutzungen wie Schulungsräume und Sitzungszimmer, die auch an Externe ver­mietet werden können.

Die Büroräume der Informatikdienste im 1. und 2. Obergeschoss sind gegen Süden orientiert. Die technische Infrastruktur des Rechenzen­trums ist rückwärtig angeordnet.

Im 14 Meter hohen Gebäude sind 35 Arbeitsplätze vorge­sehen. Im Moment arbeiten 22 Personen bei den Informatikdiensten. Urs Eggenschwiler geht davon aus, dass allein durch den Ausbau des Informatikunterrichts an den Schulen 4 bis 5 Stellen hinzukommen.

«Zudem wollen wir auch Reserven schaffen für andere Verwaltungsbereiche», ergänzte Thomas Zumthurm, Leiter Amt für Stadtliegenschaften. Der Auszug des Rechenzentrums aus dem Thunerhof ermögliche es zudem, andere städtische Bereiche dort anzusiedeln und die interne Organisation zu optimieren.

Ziel des Gemeinderats ist es laut Hädener, die gesamte Verwaltung dereinst auf die drei Standorte Industriestrasse, Thunerhof und Rathaus zu konzentrieren.

Stadtrat befindet im Herbst über Projektierungskredit

Bevor gebaut werden kann, sind aber noch einige Hürden zu überspringen. Voraussichtlich im kommenden Oktober soll der Stadtrat über einen Projektierungskredit befinden können.

Bis dahin werden die Kosten für das Siegerprojekt vertieft berechnet. Die Investitionskosten für den Neubau liegen bis jetzt innerhalb einer Bandbreite von 5,5 bis 9,1 Millionen Franken. Damit muss der spätere Ausführungskredit nach Vorliegen des ge­nehmigten Bauprojektes und des Kostenvoranschlags den Thuner Stimmberechtigten unterbreitet werden.

«Wir gehen davon aus, dass wir frühestens 2020 mit dem Bau be­ginnen können.»Konrad Hädener

Laut Hädener wird das Geschäft 2018 vors Volk kommen. «Wir gehen davon aus, dass wir frühestens 2020 mit dem Bau beginnen können», sagte Hädener. Eine Betriebsaufnahme sei dann ab 2021 möglich.

Die Wettbewerbsbeiträgewerden vom 23. Juni bis zum 7. Juli im Entrée des Rathauses Thun aus­gestellt. Öffnungszeiten: montags bis donnerstags 8 bis 11.45 Uhr, 14 bis 17 Uhr; freitags 8 bis 11.45 Uhr, 14 bis 16 Uhr. Mittwoch, 28. Juni, 18.30 Uhr: Führung durch die Ausstellung im Rahmen des Architekturforums Thun. Mit Thomas Zumthurm, Leiter Amt für Stadtliegenschaften, und Florian Kühne, Beauftragter für Städtebau. Anwesend ist auch ein Vertreter des Siegerteams. (Thuner Tagblatt)

Erstellt: 23.06.2017, 07:38 Uhr

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