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Japanische Tabus

Die Thuner Gymnasiastin Meret Schmid absolviert ein Austauschjahr in Tokio. Einmal im Monat schreibt sie über ihre Erlebnisse.

Beim Versuch, im japanischen Alltag keine Personalpronomen zu benutzen, merkt man schnell, dass das nicht wirklich funktioniert. Ich habe gleich am Anfang meines Aufenthaltes in Tokio gelernt, dass es extrem unhöflich ist, «Sie» oder «du» zu sagen. Man lässt das Pronomen einfach weg. Es ergibt sich aber meist aus dem Zusammenhang, ob ich von mir selbst, dir oder den Leuten dort drüben spreche.

Falls nicht, benutzt man den Namen der Person und hängt eine passende Betitelung an. Ich habe dann meist von Meret-san gesprochen und mich so selber geehrt. Das ist aber auch ein Tabu. Sprachlich macht man sich selber nur wichtig, wenn man gesellschaftlich über dem Gesprächspartner steht. Da dies bei mir aber nie der Fall ist, bleibt es wohl bei Meret.

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