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Johanneskirche ist angezählt

Am Montag entscheidet der Grosse Kirchenrat über die Zukunft der Johanneskirche in Thun. Der Kleine Kirchenrat hat das Thema auf die Traktandenliste gesetzt, obwohl sich die Kirchgemeinde für einen anderen Weg ausgesprochen hatte.

Die Thuner Johanneskirche steht vor einer ungewissen Zukunft.
Die Thuner Johanneskirche steht vor einer ungewissen Zukunft.
Patric Spahni

«Das Kirchenzentrum Johannes soll vom Verwaltungs- in das Finanzvermögen überführt werden», schreibt die reformierte Gesamtkirchgemeinde in einer am Montag versandten Medienmitteilung. Diese sogenannte Entwidmung sei der erste Schritt für eine Umnutzung der Liegenschaft.

Dabei geht es um die anstehende Versammlung des Grossen Kirchenrats vom kommenden Montag. Dort ist das brisante Thema unter Punkt 5 traktandiert. Neben der Entwidmung auf den 1. Januar 2017 beantragt der Kleine Kirchenrat, also die Exe­kutive der Gesamtkirchgemeinde, dass die Kirchgemeinde Thun-Strättligen die Kirche bis Ende 2017 nutzen kann, unter dem Vorbehalt, dass die Reparaturkosten 10 000 Franken nicht übersteigen.

Andernfalls soll der Kleine Kirchenrat ermächtigt werden, die Kirche sofort zu schliessen. Weiter beantragt die Exekutive vom Grossen Kirchenrat ein Mandat, das ihr erlaubt, Verhandlungen mit möglichen Interessenten zu führen.

Im Widerspruch

Das Vorgehen des Kleinen Kirchenrats steht dabei im Widerspruch zum Willen der Kirchgemeinde Thun-Strättligen: Diese hatte das Geschäft «Verzicht auf ein Kirchenzentrum» und damit den Vorschlag, sich von der Kirche Gwatt zu trennen, am 7. Juni dieses Jahres an den Kirchgemeinderat zurückgewiesen und dem Rat gleichzeitig den Auftrag erteilt, das Geschäft gemeinsam mit der Gesamtkirchgemeinde vorzubereiten und dabei alle relevanten Aspekte wie die Finanzen und die künftige Nutzung der Gotteshäuser miteinzubeziehen.

«Kein Kommentar»

Der Präsident des Kleinen Kirchenrats, Willy Bühler, wollte das Vorpreschen in dieser Angelegenheit am Montag nicht weiter erläutern. In ihrem Communiqué verweist die Kirchenexekutive aber auf die hohen Sanierungskosten von mindestens 5 Millionen Franken, welche beim Zentrum Johannes in nächster Zeit anfallen würden.

Gleichzeitig wird in den Unterlagen, welche die Kirchenparlamentarier erhalten, darauf hingewiesen, dass die Stadt im Moment den Zonenplan überarbeite und die Denkmalpflege das Inventar der zu schützenden Gebäude neu bestimme. Dies und die grundsätzlich schlechte Nutzung vieler kirchlicher Gebäude habe den Kleinen Kirchenrat dazu veranlasst, die genannten Anträge zu stellen.

Sitzung des Grossen Kirchenrats: Montag, 29. August, um 20 Uhr im Kirchgemeindehaus Frutigenstrasse. Die Veranstaltung ist öffentlich.

don

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