Junge und Alte unter einem Dach

Oberdiessbach

Nach zwei Jahren Bauzeit werden diese Woche die neuen Alterswohnungen des Altersheims Oberdiessbach eröffnet. Neben Seniorinnen und Senioren wird bald auch die Kindertagesstätte Kinderpunkt in das Gebäude umziehen.

Antje Reisch und Werner Stucki in einer der neuen Alterswohnungen.

Antje Reisch und Werner Stucki in einer der neuen Alterswohnungen.

(Bild: Irina Eftimie)

«Das Konzept von altersgerechtem Wohnen mit einer Kinder­tagesstätte im gleichen Gebäude hat auf jeden Fall Zukunft», sagt Werner Stucki, Leiter des Altersheims Oberdiessbach. Vor zwei Jahren wurde er nämlich von der Leiterin der Kindertagesstätte Kinderpunkt in Oberdiessbach angefragt, ob im neuen Anbau des Altersheims auch Platz für eine Kindertagesstätte zur Ver­fügung gestellt werden könnte.

«Die Anfrage kam sehr kurzfristig, aber die Idee hat mir gut ge­fallen», sagt Stucki. Nun ist es endlich so weit: Am Freitag weiht das Altersheim Oberdiessbach die neuen Alterswohnungen mit einem Fest ein, und am Samstag ist auch die Öffentlichkeit im Rahmen eines Tages der offenen Tür dazu eingeladen, sich den Anbau anzusehen. Die Kindertagesstätte wird am 10. November mit einem kinderfreundlichen Fest vorgestellt werden.

Gemeinsame Aktivierung

Die Zusammenarbeit zwischen dem Altersheim und der Kindertagesstätte sei eine logische Konsequenz der bisherigen Entwicklung. «Wir organisieren schon seit einigen Jahren Veranstaltungen mit dem Kastanienpark, und die Resultate waren immer sehr gut», sagt Antje Reisch, Leiterin der Kita Kinderpunkt. «Die Kinder in der Kita und die Seniorinnen und Senioren haben ähnliche Interessen bei der Aktivierung. Zusammen backen, basteln oder singen freut deshalb alle, die dabei mitmachen wollen.»

Nun sollen die Seniorinnen und Senioren, die sich in die zwanzig neuen Wohnungen im Anbau einge­mietet haben, während verschiedenen Veranstaltungen die Möglichkeit haben, beim Programm der Kindertagesstätte mitzu­machen. «Wir könnten uns auch vorstellen, den Bewohnerinnen und Bewohnern zum Geburtstag etwas zu backen oder vorzu­singen. Genaue Pläne haben wir aber noch nicht», sagt Reisch.

Im Alltag werden die Kinder und Seniorinnen und Senioren ausserdem gemeinsame Flächen nutzen. «Vor der Kita können die Kinder in einem Sandkasten spielen oder selbst Spielgeräte herstellen», erklärt Antje Reisch. «Die Seniorinnen und Senioren können dann auf Bänken sitzen, mithelfen oder zusehen.» Mit der Eröffnung des Anbaus wird auch der stillgelegte Rundweg hinter dem Heim wieder geöffnet.

«Der Weg wurde in den letzten zwei Jahren sehr vermisst», sagt Werner Stucki. «Es wird viele Sitzmöglichkeiten geben, und die Kita-Kinder mit ihren Leiterinnen können so an einem sicheren Ort spazieren gehen und müssen sich nicht auf die Tempo-50-Strasse vor dem Altersheim be­geben.»

Grosser Ansturm

«Wir mussten für die Wohnungen sogar eine Warteliste er­öffnen», sagt Werner Stucki. Bereits nach kurzer Zeit waren nämlich alle Wohnungen des ­7-Millionen-Projekts vermietet. «Wir mussten nicht einmal ein Inserat schalten. Uns wurde eigentlich geraten, grössere Wohnungen zu planen, der grosse Ansturm hat uns aber in unserer Entscheidung bestätigt.»

Die vierzehn 1½-Zimmer-Wohnungen und sechs 2½-Zimmer-Wohnungen wurden rollstuhlgängig, mit Aufstehhilfen und mit abgeschirmten Balkonen gebaut. Ausserdem können alle Wohnungen vom Altersheim aus erreicht werden.

«So sind wir viel flexibler, und die interne Spitex kann sofort zu Hilfe kommen», erklärt Werner Stucki. «Zudem gewöhnen sich die Mieterinnen und Mieter bereits an das Personal, die Umgebung und die Abläufe, wodurch auch die Umstellung bei einem Umzug in die stationäre Abteilung nicht mehr so gross wäre.»

Thuner Tagblatt

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