«Keine Disco, sondern eine Chilbi»

Thun

Die Feldmusik Strättligen lädt am Wochenende bereits zum 75. Mal zur traditionellen Chilbi ein, jedoch mit einer wichtigen Neuerung: Erstmals beginnt die Schorenchilbi mit einem Fyrabe-Bier schon am Freitag – heute ab 16 Uhr.

<b>Dorfen an der Chilbi:</b> Wie das Bild aus früheren Zeiten zeigt, trifft sich an der Schoren­chilbi Gross und Klein, um sich auszutauschen, Neuigkeiten zu erfahren und sich mit Speis und Trank zu verwöhnen.<p class='credit'>(Bild: PD)</p>

Dorfen an der Chilbi: Wie das Bild aus früheren Zeiten zeigt, trifft sich an der Schoren­chilbi Gross und Klein, um sich auszutauschen, Neuigkeiten zu erfahren und sich mit Speis und Trank zu verwöhnen.

(Bild: PD)

«Wir haben über all die Jahre ­immer wieder versucht, die ­Schorenchilbi behutsam zu modernisieren», sagt Thomas Bieri, Präsidiumsmitglied der Feld­musik Strättligen.

Bereits zum 75. Mal wird die traditionelle Chilbi am Wochenende statt­finden, dieses Mal wieder mit einer Neuerung: Zum ersten Mal beginnt die Chilbi nicht wie gewohnt am Samstag, sondern bereits am Freitag mit einem Fyr­abe-Bier – und zwar heute ab 16 Uhr.

«Mit dem Fyrabe-Bier wollen wir Büezern aus der Umgebung die Gelegenheit bieten, ihr Feierabendbier bei uns zu trinken und dabei den Anlass kennen zu lernen. Der Freitag soll auf Samstag und Sonntag gluschtig machen», erklärt Bieri.

Vor dem Zweiten Weltkrieg

Trotz Nachforschungen der Feldmusik Strättligen ist das genaue Datum der ersten Schorenchilbi nicht bekannt. «Man kann aber davon ausgehen, dass die Chilbi wahrscheinlich bereits vor dem Zweiten Weltkrieg stattgefunden hat und während des Kriegs nicht durchgeführt wurde, weil die Männer an der Grenze waren», sagt Thomas Bieri. Die Chilbi war schon immer ein gesellschaftlicher Anlass, der Spass machen sollte und bei dem die Musik im Vordergrund steht.

«Man kann davon ausgehen, dass die Chilbi vor dem Zweiten Weltkrieg stattgefunden hat, nicht aber während des Krieges.»Thomas Bieri

«Damals hat man sich vor allem bei solchen Tanzanlässen getroffen. Die Chilbi fand am Sonntagnachmittag statt, weil man freihatte und sich während des Tanzens näherkommen konnte», sagt Bieri. «Mein Vater hat Jahrgang 1933, und er hat mir auch schon erzählt, wie er Mädchen mit dem Velo nach Hause gefahren hat. Früher lief es halt etwas anders als heute.»

Die Schorenchilbi ist aber nicht nur ein Anlass, bei dem man Freunde und Bekannte trifft, ­sondern in erster Linie auch eine Einnahmequelle, mit der ein grosser Teil der finanziellen Bedürfnisse des Vereins gedeckt werden können.

Ein breiteres Publikum

Bis 2012 fand die Chilbi bei der Schoreneiche unter freiem Himmel statt und brauchte aus diesem Grund immer ein Verschiebedatum. «Am Sonntagmorgen schauten wir jeweils in den Himmel und entschieden, ob die Chilbi stattfinden wird», er­innert sich Thomas Bieri. Vor fünf Jahren zog die Schoren­chilbi in das Probelokal der Feldmusik Strättligen.

«Wir brauchten einen Ort, der fix ist und wo wir auch Räume und gedeckte Plätze anbieten können.» Durch den Umzug wurde der Anlass mit der Schüürparty ausserdem auf den Samstag erweitert, um ein breiteres Publikum anzulocken.

«Ein Highlight von morgen Samstag wird der Auftritt von der Full Steam Jazzband sein, und wir werden am Sonntag mit unserem Konzert den krönenden Abschluss bilden», freut sich Thomas Bieri. «Auch die Tanzmusik darf an der Schorenchilbi natürlich nicht fehlen. Wir wollen keine Disco, sondern einfach eine Chilbi sein.»

Programm: Fyrabe-Bier, heute von 16 Uhr bis 22 Uhr; morgen von 18 bis 2 Uhr: Schüürparty; am Sonntag: 10 bis 18 Uhr (im Probelokal an der Schorenstrasse 42); Eintritt frei. www.fmst.ch

Thuner Tagblatt

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