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Kevin Johann und die Dampfmaschinen

Zum 25-Jahr-Jubiläum der zweiten Jungfernfahrt der Blümlisalp stellt ein junger Mann sein ungewöhnliches Hobby vor: das Dampfschifffahren.

Kevin Johann im Maschinenraum der Blümlisalp.
Kevin Johann im Maschinenraum der Blümlisalp.
Irina Eftimie

Kevin Johann wird im November 25 Jahre alt, und schon in frühem Kindesalter hatte er ein eher spezielles Hobby: Er interessierte sich für Dampfschiffe und alles, was sonst so mit Dampf betrieben werden kann. Mit dem Thunersee praktisch vor der Haustür war eine spezielle Beziehung zum Dampfschiff Blümlisalp schon bald unumgänglich.

Doch nicht nur der Dampf verbindet die beiden, sondern auch der Jahrgang. Die Blümlisalp feiert in diesem Jahr den 25. Jahrestag der zweiten Jungfernfahrt, und zum Jubiläum durfte Kevin Johann an einem ausführlichen Rundgang mit dem Maschinisten Andreas Bögli auf dem Thuner Dampfschiff teilnehmen.

Hauptsache, Dampf

Seit er fünf Jahre alt ist, sind Dampfschiffe kaum mehr aus dem Leben von Kevin Johann wegzudenken. Zu einem richtigen Dampferfan sei er aber vor allem durch seinen Bruder geworden. «Wir waren früher oft zusammen auf dem Vierwaldstättersee», sagt Johann.

Die beiden Brüder sind auch im Verein Dampfbahn Bern, wo sie ­beide als Lokomotivführer mit Dampflokomotiven durch die Schweiz fahren. Eine Vorliebe für Dampflokomotiven beziehungsweise für Dampfschiffe habe er aber nicht, denn die Ursprungstechnik sei dieselbe.

«Bei uns in den Dampflokomotiven ist halt alles kleiner, aber das Prinzip mit dem rotierenden Zylinder bleibt gleich.» Wegen des grossen Motors sei deshalb auch das Genfer Dampfschiff La ­Suisse, der mit 78 Metern Gesamtlänge grösste Raddampfer der Schweiz, besonders spannend und damit das Lieblingsschiff von Kevin Johann.

Die Faszination hält an

Als gebürtiger Thuner fühlt er sich aber auch auf der Blümlisalp sehr wohl. Auch hier zieht ihn der Motor sofort in seinen Bann. «Ich kann stundenlang in die Maschine runterschauen, obwohl es immer die gleiche ­Bewegung ist. Aber bei jeder Umdrehung bin ich wieder von Neuem davon fasziniert», sagt der junge Dampferfan. «Man betätigt nicht einfach einen Hebel, und dann fährt das Schiff. Es braucht viel Vorarbeit, und das fasziniert mich sehr.»

«Ich kann stun­denlang in die Maschine runterschauen, obwohl es immer die gleiche Bewegung ist.»

Kevin Johann

Dank ­seiner eher unregelmässigen Arbeitszeiten als Lokomotivführer für die SBB Cargo könne er oft auch vor oder nach der Arbeit noch kurz auf das Schiff, dadurch kenne er schon einige vom Fahrpersonal.

«Wenn man auf einem solchen Schiff arbeitet, muss man schon ein Flair dafür haben», sagt Maschinist Andreas Bögli. Der ehemalige LKW-Chauffeur arbeitet nun schon siebzehn Jahre auf dem Dampfer und kann sich nichts anderes mehr vorstellen. «Ich wollte damals einfach etwas anderes machen, als sich plötzlich die Möglichkeit bot, hier auf dem Schiff als Matrose anzufangen», sagt der Maschinist.

Das ganze Jahr auf dem Schiff

Im Moment wird die Blümlisalp noch in der Werft für die Sommermonate vorbereitet. «Im Winter sind wir hauptsächlich am Putzen, Polieren und Revidieren. Wir wollen ja, dass sie so lange wie möglich weiter in Betrieb sein kann», sagt Bögli. Im Sommer, wenn die Blümlisalp wieder über den Thunersee fährt, seien dann auch die Arbeitstage wieder um einiges länger.

«Manchmal sind wir zwölf Stunden auf dem Schiff. Vor jeder Fahrt muss nämlich die Dampfmaschine schon eine halbe Stunde warmgelaufen sein. Wenn die Maschine nicht warmgelaufen ist und wenn der heisse Dampf auf Eisen trifft, beschlägt es sich und es gibt Wasser, und Wasser können wir so nicht brauchen», sagt Andreas Bögli.

Auch Kevin Johann wird diesen Sommer wieder viele Stunden auf dem Dampfschiff verbringen. «Jede Fahrt mit einem Dampfschiff ist eine tolle Erfahrung. Egal, ob bei strahlendem Sonnenschein mit vielen Leuten oder wenn es stürmt, es ist einfach faszinierend.»

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