Konzerte auf Rathausplatz nur noch «in kleinerem Rahmen»

Thun

Das neue Preisregime auf dem Rathausplatz wurde nicht gut aufgenommen. Der Verein Thunfest stellt daher die Weichen neu.

Die Bühne auf dem Waisenhausplatz am diesjährigen Thunfest. Künftig dürfte es auf dem Rathausplatz ähnlich aussehen.

Die Bühne auf dem Waisenhausplatz am diesjährigen Thunfest. Künftig dürfte es auf dem Rathausplatz ähnlich aussehen.

(Bild: zvg)

Aus dem Thunfest 2019 resultiert ein Defizit von mehreren 10'000 Franken. Dies hat der Verein Thunfest am Mittwoch mitgeteilt. Als Hauptgrund nennt Vereinspräsidentin Susanna Ernst die ausbleibenden Besucherinnen und Besucher der Konzerte auf dem Rathausplatz.

«Trotz eines erstklassigen musikalischen Programms ist es uns nicht gelungen, den Leuten mitzuteilen, dass die neuen Preise für die Konzerte auf dem Rathausplatz mit weniger als 50 Franken pro Tag absolut marktüblich sind», sagt Ernst – und fügt selbstkritisch an: «Der Schritt vom alten Regime, mit dem der Zutritt zu den Konzerten auf dem Rathausplatz für etwas mehr als die Hälfte des Betrags möglich war, zum neuen, marktgerechten Pricing war wohl zu gross.»

Ähnlich wie bisher auf dem Waisenhausplatz

Deshalb hat der Vereinsvorstand in den letzten Wochen die Weichen für die Ausgabe 2020 gestellt. «Wir haben genau analysiert, was 2019 funktioniert hat und was nicht», sagt Ernst. Darauf basierend hat der Vorstand entschieden, nächstes Jahr auf dem Rathausplatz nur noch Konzerte in kleinerem Rahmen anzubieten – ähnlich wie in den letzten Jahren auf dem Waisenhausplatz. Dafür verzichtet der Verein auf spezielle Preise für die Konzerte auf dem Rathausplatz.

«Ferner haben erste Gespräche mit den Wirten am Rathausplatz stattgefunden, in denen es darum ging, gemeinsam ein Musik- und Gastro-Erlebnis zu kreieren, das das Konzertpublikum dazu animiert, länger auf dem Platz zu verweilen», heisst es weiter.

Zudem befinde sich der Verein mit der Stadt und anderen Partnern im Gespräch hinsichtlich einer Überbrückungsfinanzierung zur Deckung des Lochs, das das Thunfest 2019 in die Vereinskasse gerissen hat. Die Stadt hat den Verein schon bisher einerseits mit Material, aber auch mit Arbeitsstunden vor allem vom Tiefbauamt unterstützt.

Was sagt Thuns Stadtpräsident Raphael Lanz (SVP) zum redimensionierten Thunfest? «Immer grösser, immer besser – das ist möglicherweise nicht mehr das, was heute gefragt ist», stellt Lanz fest. Zu denken sei auch an die zahlreichen Konkurrenz-Angebote wie das Seaside- oder das Gurtenfestival. «Das Bedürfnis nach einem gemütlichen Stadtfest ist aber vorhanden. Es müssen ja nicht gleich Top-Acts auftreten», so Lanz.

In diesem Sinne begrüsse der Gemeinderat die neue Strategie des Vereins Thunfest. Hilft die Stadt, das Loch von mehreren 10'000 Franken in der Thunfest-Kasse zu stopfen? «Die Stadt unterstützt das Thunfest jährlich mit einem namhaften Betrag von 100'000 Franken mittels Dienstleistungen. Wenn diese nicht ausgeschöpft werden, in bar. Würde eine weitergehende Unterstützung notwendig, müssten wir uns näher mit dem Konzept und den Strukturen befassen und einen Entscheid fällen.»

Am letzten Thunfest mussten in den Abendstunden des 9. und 10. August 2019 erstmals sämtliche Besucher einen Festbändel für 8 Franken kaufen. Die Tatsache, dass rund 20'000 Bändel verkauft wurden, zeige, dass die Leute grundsätzlich bereit seien, einen kleinen Beitrag zu leisten, der helfe, das Weiterbestehen des Fests zu sichern, sagt Susanna Ernst.

Gleichzeitig stellt sie mit Blick auf das Thunfest 2020 Verbesserungen in der Kommunikation mit den betroffenen Anwohnern und Liegenschaftsbesitzern in der Innenstadt in Aussicht. Das nächste Thunfest findet vom 7. bis 9. August 2020 statt.

sgt/pd

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