Kunst gehört zu seinem Leben

Thun

In der a & k Galerie wird ab dem 11. Juli eine neue Ausstellung unter dem Motto «Bunt gemischt!» stattfinden. Wir nahmen die Gelegenheit wahr und fühlten Galerist Markus Hodler auf den Zahn.

Markus Hodler mit einem Bild von Oskar Rütsche, das ab Donnerstag in der Galerie an der Frutigenstrasse zu sehen ist.

Markus Hodler mit einem Bild von Oskar Rütsche, das ab Donnerstag in der Galerie an der Frutigenstrasse zu sehen ist.

(Bild: Irina Eftimie)

«Mein Interesse an Kunst ist sehr gross», sagt Markus Hodler. Schon in der Kindheit wurde er regelmässig von seinem Vater mit an grössere und kleinere Kunstausstellungen genommen – besonders wenn es um Ferdinand Hodler ging, den Markus Hodlers Vater sehr bewunderte.

Abgesehen vom gemeinsamen Heimatort Gurzelen bestehe aber keine Verbindung zum Künstler, sagt Markus Hodler. Heute hat sich Markus Hodler in der Kunstszene als Galerist etabliert und stellt selber Kunst aus der Schweiz und halb Europa aus.

Vom Donnerstag, 11. Juli, an wird wieder eine Ausstellung in der a & k Galerie an der Frutigenstrasse unter dem Titel «Bunt gemischt!» stattfinden – darunter wird sich auch ein Kunstwerk von Ferdinand Hodler befinden.

Grafik statt Fussball

Als 1973 Werner Hodler, Markus Hodlers Vater, in Thun ein grafisches Atelier mit den Schwerpunkten Einrahmung, Buchbinderei und Kalligrafie gründete, war für Markus Hodler eigentlich schon klar, dass auch er später mal auf diesem Gebiet arbeiten würde. «Schon in der Schulzeit habe ich im Geschäft meines Vaters gearbeitet.

Während die anderen Jungen aus meiner Klasse Fussball spielten, hatte ich am Mittwoch- und Freitagnachmittag das Vergnügen, meinem Vater zu helfen. Wenn ich ein Velo oder so wollte, musste ich mir das immer verdienen», sagt er.

Der Traum vom Künstler

Eigentlich wollte Markus Hodler aber Künstler werden. 1991, als er offiziell eine Stelle im Geschäft seines Vaters annahm, versuchte er seine Zeit zwischen der Arbeit als Buchbinder und seiner Arbeit als Künstler aufzuteilen.

«Ich sagte mir, wenn ich schon nicht mehr malen kann, dann möchte ich doch wenigstens Kunst vermitteln.»Markus Hodler, Thuner Galerist

«Ich habe aber bald gemerkt, dass das so nicht funktioniert», sagt Hodler. Bei der Übernahme des Ateliers im Jahr 1998 habe er deshalb beschlossen, auch eine Kunstgalerie zu integrieren. «Ich sagte mir, wenn ich schon nicht mehr malen kann, dann möchte ich doch wenigstens Kunst vermitteln.»

Gefragte Nischenarbeit

Obwohl die Buchbinderei nicht seine erste Wahl in der Berufsbildung war, ist Markus Hodler immer noch begeistert von der Arbeit. «Die Bibliophilen, die es vor 30 Jahren noch gegeben hat, sind immer mehr am Aussterben. Heute ist die Buchbinderei aber ein solches Nischenprodukt, dass wir eine gute Menge an Aufträgen haben und auch wieder schöne Arbeiten mit Leder machen können», sagt Hodler.

Beim Einrahmen könne vor allem Konservierungsarbeit geleistet werden, indem die Kunst durch die richtig gewählten Materialien geschützt werden kann. «Früher hat man viel noch mit herkömmlichen Materialien wie säurehaltigem Karton gearbeitet, was die Kunst beschädigen kann. Da versuchen wir eine weitere Beschädigung möglichst zu verhindern oder den Alterungsprozess aufzuhalten», erklärt er.

Kunst soll für alle da sein

Auch in seinem Privatleben spielt die Kunst noch eine grosse Rolle, nur auf eine etwas andere Art. «In meiner Freizeit lebe ich für die Musik», sagt der Galerist. «Ich spiele sehr gerne berndeutsche gecoverte Lieder von älteren Herren wie Bruce Springsteen oder Bob Dylan, und dazu spiele ich Gitarre. Jetzt habe ich aber auch angefangen, selbst zu schreiben», sagt Markus Hodler.

Eine seiner Lieblingsbeschäftigungen bleibt aber die Arbeit in der Galerie. «Anfangs habe ich mit lokalen Künstlern zusammengearbeitet, heute werde ich aber aus halb Europa für einen Ausstellplatz angefragt», sagt Hodler.

«Dadurch, dass die Galerie in der Werkstatt ist, soll die Hemmschwelle für die Gäste gesenkt werden. Die Kunst ist nämlich für alle da.»

Thuner Tagblatt

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