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Kunstmaler und Bestatter

In unserer Serie «Angetroffen» stellen wir heute Steve Zaugg vor. Schon früh hat ihn das Metier des Bestatters fasziniert.

Steve Zaugg (36) ist Bestatter. Stolz zeigt er die Vertiefungsarbeit, die er für seinen Lehrabschluss als Maschinenmech verfasst hat. Sie drehte sich schon um den Beruf des Bestatters – eine Tätigkeit, für die es in der Schweiz keine Lehre gibt, aber die den jungen Mann schon früh fasziniert hat. Und für die er sich damals mächtig ins Zeug legte: Die Arbeit ist ein gebundenes Buch, von der ersten bis zur letzten Seite sauber gestaltet und professionell gelayoutet – und bietet tiefe Einblicke in ein Metier, gegenüber welchem viele Menschen Berührungsängste haben.

So gradlinig, wie es auf den ersten Blick scheint, verlief Steve Zauggs Weg zum Bestatter indes nicht. Nach dem Lehrabschluss jobbte er, um sich finanziell über Wasser zu halten. Er nutzte den Freiraum, den ihm temporäre Engagements liessen, um seiner zweiten grossen Leidenschaft zu frönen: der Kunstmalerei. Bald machte er sich mit seinen surrealistischen Bildern inder Szene einen Namen. Doch Zaugg befürchtete, sich zu verrennen. «Irgendwann richtete ich mein Schaffen mehr nach anderen und weniger nach mir», sagt er rückblickend – und fügt an, dass es wohl so habe sein müssen, dass es just da endlich mit der Anstellung bei einem Bestattungsinstitut klappte.

Die gesammelten Erfahrungen gepaart mit Kreativität, Leidenschaft und dem Mut, neue Wege zu gehen, führten dazu, dass Steve Zaugg schon nach kurzer Zeit sein eigenes Bestattungsinstitut in Heimberg eröffnete. Neue Wege, weil er Anfang 2018 zunächst die Überführungen für andere Bestattungsdienste anbot und ab April 2018 seinen Überführungsdienst zu einem voll geschäftsfähigen Bestattungsdienst ausbaute. Mittlerweile blickt Steve Zaugg, der von seiner Frau im Büro und einem Freund aus Zeiten seiner ersten Bestatterstelle unterstützt wird, zuversichtlich in die Zukunft.

Doch er weiss: Will er sich und seinen Betrieb weiter etablieren, braucht es neben einem feinen Gespür für Menschen auch einen offenen Geist. Offensichtlich sind bei Steve Zaugg die Gedanken wieder freier als auch schon. «So wie es aussieht, stelle ich nächstes Jahr wieder ein paar neue Bilder aus», sagt er vor dem Abschied mit einem Augenzwinkern, das die Vorfreude darauf erahnen lässt.

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