Learning by Doing: Gymnasiasten üben sich als Unternehmer

Interlaken

Generalversammlungen der Jungunternehmer: Neue Firmen werden gegründet.

Die Junguntenehmerinnen der Startup-Firma «CapriKorn» vom Gymnasium Interlaken (v.l.): Sara von Allmen, Selina Glatthard, Carola Michel, Sonja Jurt und Jana Lehmann. Foto: Peter Wenger

Die Junguntenehmerinnen der Startup-Firma «CapriKorn» vom Gymnasium Interlaken (v.l.): Sara von Allmen, Selina Glatthard, Carola Michel, Sonja Jurt und Jana Lehmann. Foto: Peter Wenger

«Eine Unternehmung führen heisst, Entscheidungen zu treffen. Dies ist eines der Ziele, die im Projekt Seilschaften umgesetzt werden. Eine Führungsschulung, mit der bei jungen Menschen Kommunikation und soziale Kompetenz gefördert werden», umschreibt Martin Grunder, Lehrer für Wissenschaft und Recht am Gymnasium Interlaken, die Ziele der Eins-zu-eins-Aufgabe.

Organisator ist der Verein «Seilschaft – Learning by Doing». Für die Schüler geht es dabei um das Lernen durch Aufgaben im realen wirtschaftlichen Umfeld mit messbaren Erfolgen. Unterstützt und begleitet werden die Projekte durch das Gymnasium Interlaken und regionale Unternehmen.

Es wird abgerechnet

Am Dienstag galt es für drei initiative Miniunternehmen ernst. Die Generalversammlungen – wie auch bei Grosskonzernen üblich – fanden im Grand Hotel Victoria-Jungfrau & Spa statt. Im Scheinwerferlicht standen die CEOs der jungen Gesellschaften, unterstützt von den Herren und Damen Verwaltungsräten.

Gespannt warteten die Partizipanten und Aktionäre auf die Ergebnisse. Erfolg und Rückschläge lernten die drei Unternehmen bei ihrer Aufgabe hautnah kennen. Und was für sie alle sicher neu war: der enorme Zeitdruck, unter dem die Leitung während eines Geschäftsjahrs steht. Nun, sie haben es geschafft.

Die Cheese Curds Company stellte als Start-up-Unternehmen delikate Käsehäppchen her und vermarktete sie direkt bei den Konsumenten. «Wir haben die Idee der leckeren Käsespezialität aus den USA übernommen und mit einem regionalen Touch versehen. Die Molki Meiringen half bei der Produktion mit. Wir haben versucht, mit einer klaren Verkaufsstrategie das regionale Produkt zu vermarkten», erläuterte CEO Jahn Bleuer das Jahresergebnis mit bescheidenem Verlust. Ein wenig mehr Zeit, wer weiss…

Eine leuchtende Idee – schmucke Beleuchtungskörper aus Baumstämmen zu produzieren – hatte für die Firma Kibako so ihre Tücken. Und doch, zu guter Letzt konnte Patrick Mendes als CEO der Manufaktur eine Rechnung mit schwarzen Zahlen präsentieren – mit einer Rendite für die Aktionäre von 2,6 Prozent. «Besser als jeder Zins bei einer Bank», schmunzelte Patrick Mendes.

Experienc+e, so der vielversprechende Titel der Stellenvermittlungsdienstleister. Ihr Ziel: Schülern dank einer Website zu einem passenden Job zu verhelfen. Mit Unterstützung der Firma Schlaefli & Maurer entstand ein attraktiver Internetauftritt. Und was einmalig ist: Die Firma wird weiter online bleiben. Ein Zeichen, dass Ideen – konsequent umgesetzt – am Markt eine reelle Chance haben.

Zwei neue Firmen

Kaum sind junge Unternehmen von der Bildfläche verschwunden, stossen neue mit spannenden Projekten auf den Markt. Zwei neue Firmen haben sich vielversprechend vorgestellt: Neovents hat sich zum Ziel gesetzt, unter dem Motto «Von der Jugend, für die Jugend» Events zu organisieren, die den Bedürfnissen junger Menschen ab 16 Jahren entsprechen. Am Stephanstag, 26. Dezember, soll die erste Party steigen.

CapriKorn – hat nichts mit der Mittelmeerinsel zu tun, nein: Die Start-up-Firma bringt drei Powerriegel auf den Markt: «Eiger dr Gsund, Mönch für Zwüschedüre und Jungfrau, die Süessi.» Die Müsterli, die zum Zeichnen von Partizipationsscheinen anregen sollten, schmecken sehr vielversprechend.

Berner Oberländer

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