Thun

Lücke im Radio-Netz geschlossen

Thun Seit kurzem können auch in der Region Thun kleine Radiosender des Digris-Netzwerks auf DAB+ empfangen werden. Dank einer Antenne auf der Kehrichtverbrennungsanlage (KVA).

Von dieser Antenne wird  das DAB+-Signal der  Digris AG ­abgestrahlt.

Von dieser Antenne wird das DAB+-Signal der Digris AG ­abgestrahlt. Bild: PD

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In luftiger Höhe, hoch über der neuen Kreuzung, die Allmendstrasse, General-Wille-Strasse und Alpenbrücke verbindet, wurde sie an der KVA montiert: die neue Antenne der Digris AG, welche die Region seit einigen Wochen in einem Testbetrieb über DAB+ mit den Radiosendern ihrer Kunden versorgt.

Damit schliesst das Unternehmen nach eigenen Angaben eine Lücke in seinem Netz: Von Bern bis ins Oberland ist nun der digitale Empfang der Radiosender, welche die Firma verbreitet, lückenlos. Weitere Antennen sind in Bern, auf dem Harder sowie in Brienz montiert.

Thuner Inselschliesst Lücke

Im Gegensatz zu ihrer Mitbewerberin Swissmediacast, welche vom Bund für die flächendeckende Verbreitung der SRG-Programme sowie der kommerziellen Privatradios konzessioniert ist, erlaubt das Bundesamt für Kommunikation (Bakom) der Digris die Verbreitung von Sendern in so genannten Inseln in der Agglomeration.

Ein kleiner Teil der Sender, die über solche Inseln verbreitet werden, gehören zur Unikom, der Union nicht kommerzorientierten Radios. Das bekannteste dieser Radios im Kanton Bern ist Radio Rabe. Aber auch Radios, die bis dato nur übers Internet empfangbar waren, lassen ihre Programme von der Digris AG verbreiten.

Mit ihrer «innovativen und kostengünstigen Technologie» konnte die Digris AG das Radioangebot in der Schweiz gemäss eigenen Angaben verdoppeln. Die Verbreitungstechnologie, welche die Digris AG vorantreibt, habe sich zudem «innerhalb von drei Jahren international etablieren» können.

Eines der von der KVA-Antenne abgestrahlten Radios ist Radio Tell – nach eigenen Angaben das einzige Schweizer Radio, das ausschliesslich Schweizer Volksmusik spielt. Betreiben wird das Radio von der Firma DMD2 des Thuners Alexander Dal Farra im Auftrag des Trägervereins Heimatklang der Schweiz.

Angewiesen auf Bundesgelder

«Dass wir die Empfangslücke in der Region Thun schliessen konnten, ist für uns enorm wichtig», sagt Dal Farra. Der Ausbau in Thun sei nur dank eines Technologieförderungsbeitrags des Bakom möglich. «Nach Ablauf dieses Förderprogramms müssen wir unseren Betrieb selber finanzieren können – was nur möglich ist, wenn der Verein die Einnahmen aus den Mitgliederbeiträgen substanziell erhöhen kann», sagt Dal Farra.

Mit der nun geschlossenen Lücke im Verbreitungsgebiet des Senders, der neben dem Internet noch in anderen Sendeinseln der Digris AG präsent ist, soll die Zahl der Hörer wachsen – und damit die Zahl der zahlenden Vereinsmitglieder.

Dass die Region Thun für den Sender wichtig ist, zeigt ein Blick auf die Smartphone-App von Radio Tell. Dort können sich Hörer registrieren und ihren Standort sichtbar machen. Die meisten Herzäpfel – das ist das Logo des Senders – werden in der Ostschweiz, der Innerschweiz und der Region Thun-Berner Oberland angezeigt. (Thuner Tagblatt)

Erstellt: 12.01.2018, 08:56 Uhr

DAB+

Digitalradio, auch bekannt als DAB+, wird über die Luft verbreitet. Die digitale Radiotechnologie löst mittelfristig den analogen UKW-Empfang ab und ermöglicht neben der eigentlichen Verbreitung von Radiosendern auch die Übertragung von Text, Bild, Links und weiteren Funktionen. «Die Kombination des DAB-Empfangs mit Internet als Rückkanal erlaubt den Radios die Erzeugung aller Funktionen und Geschäftsmodelle, die heute im Internet möglich sind», schreibt die Digris AG auf ihrer Internetseite. pd/maz

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