Malen ist noch heute sein Leben

Thun

Knud Jacobsen feiert heute seinen 90. Geburtstag. Malen ist noch immer sein Leben. Auch heute arbeitet der Künstler regelmässig noch etliche Stunden in seinem Atelier an der Hofstettenstrasse.

Heute feiert er seinen 90. Geburtstag: Knud Jacobsen zeigt in seinem Atelier an der Hofstettenstrasse ein Bild, welches ihm wichtig ist. Gemalt hat er diese Erinnerung an seine Kindheit, als er als Vierjähriger in Montreal weilte, 1972 in Thun.

Heute feiert er seinen 90. Geburtstag: Knud Jacobsen zeigt in seinem Atelier an der Hofstettenstrasse ein Bild, welches ihm wichtig ist. Gemalt hat er diese Erinnerung an seine Kindheit, als er als Vierjähriger in Montreal weilte, 1972 in Thun.

(Bild: Kerem Maurer)

Grafiken, Aquarelle, Gemäl­de, Zeichnungen, Lithografien, Holz­schnitte und Collagen auf der einen Seite, Kunst im öffent­lichen Raum wie etwa die Wandmalerei im Bärensaal oder das Relief an der Aussenwand der ­Alterssiedlung Sonnmatt auf der anderen Seite: Das künstlerische Wirken von Knud Jacobsen ist sozusagen ein Teil der Thuner Geschichte.

Heute feiert der Künstler, den die Stadt im Jahr 2012 mit dem Grossen Kulturpreis geehrt hat und der 1928 in Algier geboren wurde, seinen 90. Geburtstag.

Ein Besuch in seinem Atelier an der Hofstettenstrasse in Thun zeigt, dass seine Alterswerke auffallend farbenfroh sind. Er, am Weltgeschehen stets neugierig interessiert, meint dazu: «Je trister die Welt, desto farbiger will ich sie wiedergeben.»

«Nach kurzer abstrakter ­Periode vermisste ich plötzlich das Zeichnen und habe das Malen wieder gesucht.»Knud Jacobsen

Seine Züge im umfangreichen Bildwerk sind unverkennbar spürbar, durch alle Stilveränderungen, die er im Laufe seines Lebens durchgemacht hat. All seine Werke, die man überall in Thun antrifft, tragen deutlich seine Handschrift.

Sonne und Schatten

In letzter Zeit wurden seine ­Bilder nochmals moderner. Der Maler bleibt nicht stehen. Knud Jacobsen geht unabhängig von seinem Alter mit dem Zeitgeist. Auf die Frage, ob ihn das Abstrakte nie gelockt habe, antwortet er klar: «Nach kurzer abstrakter ­Periode vermisste ich plötzlich das Zeichnen und habe das Malen wieder gesucht.»

Abstraktion, verbunden mit Malerei, ist für den Künstler eine wertvolle Kombination, die er bestens beherrscht. Nicht das ­Sujet sei wichtig; wesentlicher seien die Farben, bekennt Knud Jacobsen und begründet: «Sonne und Schatten inspirieren mich, dieses Verhältnis farbig darzustellen.»

«Je trister die Welt, desto farbiger will ich sie wiedergeben.»Knud Jacobsen

Knud Jacobsen ist ein Augenmensch. Was der 90-Jährige sieht, setzt er zeichnerisch um. Auch Unwesentliches, zum Beispiel eine Katze, die sich auf dem Nebenstuhl einrollt, hält er flink in einigen Strichen auf seinem Tischset fest. Überall, wo sich ihm ein Motiv anbietet, zückt er Stift und Papier.

Etliche Nachmittage im Atelier

Gegenüber früheren Jahren braucht Knud Jacobsen für alles mehr Zeit. Der Alltag ist mühsam geworden. Doch seine Kathy, die seit 45 Jahren an seiner Seite steht, erleichtert ihm den Gang in sein Atelier, in welchem er etliche Nachmittage verbringt.

Dort vergeht die Zeit, dort kann er die Kräfte bündeln und malend seine Alterbeschwerden völlig vergessen. Immer wieder entstehen auf diese Weise die unglaublichsten Kreationen, in einer kraftvollen Stärke, die den Werken Knud Jacobsens aus der Blüte seiner Jahre keineswegs nachsteht.

Berner Zeitung

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