Mamma Mia! Der Thunpreis für die Seespiele

Thun

In einem klangvollen Festakt wurden im Rathaus die Thunerseespiele mit dem Thunpreis geehrt.

Stapi Raphael Lanz (l.), Elsbeth Jungi Stucki und Stephan Zuppinger.

Stapi Raphael Lanz (l.), Elsbeth Jungi Stucki und Stephan Zuppinger.

(Bild: Patric Spahni)

Wenn Evita Mamma Mia ruft, ein fiedelnder Milchmann beim Besuch der alten Dame auf der Titanic untergeht und Cats es manchmal heiss mögen, mag das kurios sein. Ganz verrückt wird es, wenn sich Miss Saigon, Sissi und Jesus Christ bei der Gründung einer Gotthelf-Käserei Misérables benehmen, während der Dällenbach Kari West Side Storys über Prinzessin Aida und Romeo und Julia erzählt und dazu noch gesteht, er sei noch nie in New York gewesen.

Ehrung für 16 Produktionen

Für 16 Musicalproduktionen von A wie «Aida» bis T wie «Titanic» ehrte der Thuner Gemeinderat am Freitagabend im Rathaus vor geladenem Publikum Elsbeth Jungi Stucki und Stephan Zuppinger stellvertretend für die Thunerseespiele mit dem Thunpreis.

Stadtpräsident Raphael Lanz leitete seine Laudatio ein mit: «Wir rollen heute den Teppich aus für zwei, die während vieler Jahre den roten Teppich für ihre Gäste ausgerollt haben!» Die Ehrung gelte einer Idee, die zum hochstehenden Kulturanlass geworden sei, konkretisierte Lanz: für Professionalität, Kreativität, Unterhaltung, leidenschaftliches Engagement und Flexibilität bei schwierigen Wetterbedingungen. Die Thunerseespiele seien als Kulturinstitution aus Thun nicht mehr wegzudenken.

Das Publikum geniesst alljährlich die schillernde Symbiose aus Drama, Operette, Revue und Variété, die in die Welt des Musicals entführt. Mit Eigenproduktionen und Musicals aus aller Welt haben die Seespiele bis heute rund eine Million Besucherinnen und Besucher an den Thunersee gelockt.

Idee aus den 1990ern

Die Thunerseespiele entwuchsen aus einer Idee des Unternehmers Andreas Stucki, des Theaterregisseurs Ueli Bichsel und des heutigen Gemeinderates Peter Siegenthaler in den 1990er-Jahren. Sie seien überzeugt gewesen, dass der Thunersee, die Berner Oberländer Bergwelt und das Ambiente in Thun ideale Voraussetzungen für die Faszination Musical böten. Stadtpräsident Lanz liess die Anfänge der Seespiele Revue passieren. Die Ideengeber hätten sich das Ziel gesetzt, am Thunersee jährlich Musicals mit einer persönlichen Note zu inszenieren.

Bis ins Jahr 2012 prägte der Mitbegründer und Verwaltungsratspräsident Andreas Stucki die Thunerseespiele massgeblich. Nach seinem Tod gelang es der Thunerseespiele AG unter Verwaltungsratspräsidentin Elsbeth Jungi Stucki und Geschäftsführer Stephan Zuppinger, das Unternehmen erfolgreich weiterzuführen.

Wie Schneider-Ammann

In einer berührenden Dankesrede kokettierte Elsbeth Jungi Stucki, sie stehe hier wie Schneider-Ammann, denn das Pult sei auch nicht ihr Lieblingsmöbel. «Der wunderbare Preis geht an die ganze Seespiele-Familie samt Sponsoren und Gönnern», betonte die strahlende Preisträgerin. Sie wünsche ihrem Nachfolger in 16 Jahren ebenfalls einen Thunpreis. Elsbeth Jungi Stucki übernimmt neu das Präsidium des Gold Member Club und folgt da Ursula Haller, die vom Amt zurückgetreten ist.

Ab 1. Januar 2019 wird die Thunerseespiele AG von Freddy Burger Management übernommen, das nächstes Jahr das Musical «Ich war noch niemals in New York» mit Hits von Udo Jürgens auf die Bühne bringen wird.

«Ein Mahnmal»

Stephan Zuppinger dankte Jungi Stucki für die Freiheit und das Vertrauen und dem gesamten Team für das Engagement, das oft nur mit Taschengeld abgegolten werde. «Die Skulptur soll ein Mahnmal für Freundlichkeit und Respekt sein», schloss er seine Danksagung.

Mit dem Thunpreis, der heuer zum 16. Mal vergeben wird, zeichnet die Stadt Thun Persönlichkeiten oder Organisationen aus, die sich in besonderem Mass für die Allgemeinheit engagieren. Der Thunpreis besteht in der feierlichen Übergabe einer Skulptur mit Anerkennungsurkunde.

Das Duo Papillon mit Christian Schraner (Viola) und Felicitas Hänni (Klavier) verlieh dem Festakt einen aussagekräftigen und musicalischen Rahmen mit Hits wie «The Winner Takes It All» und «Thank You for the Music» aus der diesjährigen Seespiele-Produktion «Mamma Mia».

Thuner Tagblatt

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