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«Mamma Mia!»-Macher erhoffen sich neuen Rekord

Ein Welthit, eine Komödie, in Dialekt und letztmals unter der alten Ägide: «Mamma Mia!» ist ­gefragt. So sehr, dass die Thunerseespiele die Tribüne vergrössern.

Mutter und Tochter in der griechischen Idylle: Donna (Monica Quinter, 2003 als Evita Peron in Thun) und ihre Tochter Sophie (Judith von Orelli) verkörpern in der Musicalkomödie «Mamma Mia!» die Hauptrollen.
Mutter und Tochter in der griechischen Idylle: Donna (Monica Quinter, 2003 als Evita Peron in Thun) und ihre Tochter Sophie (Judith von Orelli) verkörpern in der Musicalkomödie «Mamma Mia!» die Hauptrollen.
zvg

Wer kennt sie nicht, die Ohr­würmer «Mamma Mia», «Waterloo» und natürlich auch «Money, Money, Money» oder «Thank you for the Music» der schwedischen Band Abba. Jedenfalls vermögen die meist vergoldeten rund hundert Melodien des Kultquartetts aus den 1970er-Jahren noch ­heute zu begeistern und locken im Sommer Tausende auf die Musical-Seebühne nach Thun.

«Die Rückmeldungen zur Stückwahl sind durchwegs erfreulich, und der Vorverkauf für die 28 Vorstellungen von ‹Mamma Mia!› läuft bereits jetzt besser als in den Vorjahren», ergänzt die Kommunikationsverantwortliche Silvia Burkhard die Mitteilung der Thunerseespiele auf Anfrage. «Deshalb erweitern wir die Tribüne von 2400 auf rund 2800 Plätze – sie wird also ähnlich gross wie im Folgejahr unseres Rekordmusicals ‹Titanic› im Jahr 2012 mit fast 83'000 Eintritten bei damals noch 31 Vorführungen.»

Konkrete Zahlen nennen die Seespiele allerdings noch keine. «Sie sind seit dem Start des Vorverkaufs im November konstant höher als in den Vorjahren», sagt Geschäftsführer Stephan Zuppinger. «Wir mussten uns aber jetzt entscheiden, da die Tribünengrösse, das Bühnenbild und das Ticketing aufeinander abgestimmt werden.»

Mit Rekord übergeben?

Wenn also alles dem Prinzip Hoffnung folgt, kann das aktuelle Team der Thunerseespiele seine letzte Saison unter Produzentin Elsbeth Jungi Stucki als Verwaltungsratspräsidentin und unter Stephan Zuppinger als Geschäftsführer mit einem Achtungserfolg punkto Publikumszahlen abschliessen. «Wir wären natürlich stolz», hofft Zuppinger, «wenn wir dem neuen Besitzer Freddy Burger Management, kurz FBM, die Thunerseespiele gar mit einem Auslastungsrekord übergeben könnten.»

«Im Hinblick auf die Zukunft», sagt Silvia Burkhard (vgl. Kasten), «begleiten uns die Verantwortlichen und vor allem Michel Weber von FBM bereits dieses Jahr.» Was jedoch 2019 in Thun gespielt wird, verraten die Musicalmacher erst eine Woche vor der Premiere vom 11. Juli. «Noch sind wir inmitten der Vertragsverhandlungen mit dem Verlag.»

Alte Geschichte, neu inszeniert

Dagegen ist bereits klar, welche Geschichte «Mamma Mia!», gespielt im Kino und auf Theaterbühnen weltweit, auch als Musical in Thun erzählen wird. Die ­alleinerziehende Auswanderin Donna (Monica Quinter) und ihre Tochter Sophie (Judith von Orelli) leben auf einer griechischen Insel. Sophie will ihre grosse Liebe Sky (Angelo Canonico) heiraten, allerdings nicht ohne ihren Vater. Aber: Den muss sie erst finden.

«Wir dürfen weder die Story noch die Songs oder die Inhalte der gesungenen und gesprochenen Texte verändern», sagt Stephan Zuppinger. «Trotzdem ist unsere Inszenierung der Komödie neu, da wir sie erstmals in der Schweiz open air und zudem in Schweizerdeutsch umsetzen.» Das Team kreiere ein eigenes Regiekonzept mit einem neuen Bühnenbild und dazu passenden Kostümen.

Dominik Flaschka führt Regie und übersetzt die Dialoge, Roman Riklin die Liedtexte – und für die Choreografie zeichnet ­Jonathan Huor verantwortlich. «Unser langjähriger Chorleiter und Berndeutsch-Experte Ben Vatter unterstützt zudem das Übersetzungsteam», sagt Stephan Zuppinger. Bereits sei die erste Lesung erfolgt.

«Nun werden die Texte verfeinert, ins Englische zurückübersetzt und an den Verleih retourniert.» Dieser kontrolliere die Texte auf den ­Inhalt und gebe sie danach hoffentlich frei. «Davon gehen wir aber aus», sagt der Geschäftsführer und schmunzelt. Das Bühnen- und das Kostümbild seien hingegen bereits freigegeben, und daher habe die Kostümbildnerin Kathrin Baumberger in ihrem Atelier in Zürich ihre Arbeit bereits begonnen.

15 Minuten früher starten

«Mamma Mia!» ist die insgesamt 16. Produktion der Seespiele und nach «Dällebach Kari» und «Gotthelf» das dritte Dialektmusical. Üblicherweise dauern die Vorstellungen auf der Seebühne zwei Stunden. «‹Wir dürfen das Stück aber nicht kürzen, weshalb es 15 Minuten länger dauern und entsprechend eine Viertelstunde früher starten wird», kündigt Silvia Burkhard an.

Neu sei auch, dass es in der 1. Kategorie gedeckte Plätze gebe. Stephan Zuppinger, dessen berufliche Zukunft nach der Derniere vom 25. August noch offen ist, erwartet gespannt die Reaktionen auf Bühnenbild und Kostüme. Diese werden Ende Monat präsentiert.

Doch den Geschäftsführer plagt die Wehmut, gesteht er schliesslich noch. «Wir können uns alle auf diese schwungvolle Komödie in der griechischen Idylle am Thunersee freuen – hoffentlich wird mir diese Heiterkeit wenigstens den Abschied ein wenig erleichtern.»

Infos zum Stück und zum Vorverkauf: www.thunerseespiele.ch.

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