Thun

Mediterrane Nächte verliefen ohne Probleme

ThunZum zweiten Mal durften Beizer in der Thuner Innenstadt von Juni bis August ihre Gäste länger draussen bewirten. Die Bilanz fällt positiv aus. Soll die Regelung nun zum Definitivum werden?

Gemütliche nächtliche Stunden auf dem Thuner Mühleplatz: In warmen Nächten sind die Aussenplätze der Beizen jeweils komplett besetzt.

Gemütliche nächtliche Stunden auf dem Thuner Mühleplatz: In warmen Nächten sind die Aussenplätze der Beizen jeweils komplett besetzt. Bild: Christoph Gerber/Fokusthun.ch

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«Riviera»: So wird der Thuner Mühleplatz mitunter spasseshalber genannt. Passend dazu gab es in diesem Sommer zum zweiten Mal die sogenannten mediterranen Nächte: Wie beim letztjährigen Pilotprojekt durften die mitmachenden Beizer auf den Aussenplätzen eine Stunde länger bewirten – und zwar vom 23. Juni bis 5. August jeweils in den Nächten von Freitag auf Samstag und von Samstag auf Sonntag bis 1.30 statt 0.30 Uhr.

Diese Regelung hatten die Stadt, der Innenstadt-Leist und der Verein Pro Nachtleben gemeinsam an einem runden Tisch ausgeheckt. Mit von der Partie waren insgesamt 22 Betriebe – 4 mehr als noch vor einem Jahr. Nach dem positiven Fazit im Sommer 2016 stellt sich nun die Frage: Wie fällt die Bilanz im zweiten Jahr mit mediterranen Nächten aus?

«Sehr unspektakulär, sehr erfreulich»

Der zuständige Thuner Gemeinderat, Sicherheitsvorsteher Peter Siegenthaler (SP), sagt: «Wir erhielten weder positive noch negative Rückmeldungen – das Ganze ist sehr unspektakulär über die Bühne gegangen, was ich sehr erfreulich finde.» Demnächst werde mit dem Leist und dem Verein Pro Nachtleben definitiv Bilanz gezogen.

«Ich habe viele positive Rückmeldungen von Gästen, aber auch von Be­trieben erhalten.»Alice Kropf, Verein Pro Nachtleben Thun

Ebenfalls eine gute Bilanz zieht Alice Kropf vom Verein Pro Nachtleben Thun, der sich nach eigenen Angaben für ein attraktives Nachtleben und ein vielfältiges Kulturangebot einsetzt: «Ich habe viele positive Rückmeldungen von Gästen, aber auch von ­Betrieben erhalten.» Wie viele Leute zwischen 0.30 und 1.30 Uhr noch in den Innenstadtbeizen verweilen würden, sei einerseits sehr wetterabhängig.

Andererseits hätten viele gar nichts von den mediterranen Nächten gewusst. «Da sehe ich Optimierungsbedarf von unserer Seite her», resümiert Kropf. Sie kann sich vorstellen, dass der Verein für Flyer besorgt sein wird, die auf den Tischen aufgelegt werden können. Alice Kropf geht davon aus, dass die mediterranen Nächte 2018 im selben Rahmen weitergeführt werden.

«Aus unserer Sicht kann das Modell 2016/2017 unverändert auch für nächstes Jahr übernommen werden.»René E.?Gygax, Präsident Innenstadt-Leist

«Zu den mediterranen Nächten 2017 sind beim Vorstand des Thuner Innenstadt-Leists weder Reklamationen noch Meldungen über negative Vorkommnisse eingegangen», sagt derweil Leistpräsident René E. Gygax. «Aus unserer Sicht kann das Modell 2016/2017 unverändert auch für nächstes Jahr übernommen werden.» Entscheiden werde aber der runde Tisch.

Definitivum oder weiterhin jährliche Beurteilung?

Ist es nach zwei Jahren Pilot­betrieb mit positiver Bilanz denkbar, dass die mediterranen Nächte zum Definitivum werden? ­Alice Kropf äussert sich dazu zurückhaltend. Wenn es rechtlich möglich sei, «würden wir ein Definitivum begrüssen», sagt sie. René E. Gygax ist anderer Meinung: «Ich finde eine jährliche Beurteilung richtig.» Die Gesellschaft, ihre Bedürfnisse, aber auch ihre Auswüchse könnten sich rasch ändern – zudem sei eine Dauerbewilligung auf der Basis runder Tisch wahrscheinlich rechtlich gar nicht möglich.

«Ich rate eher  von einem ­Definitivum ab.»Peter Siegenthaler, Gemeinderat (SP)

Nötig wäre ein Baubewilligungsverfahren, bestätigt Gemeinderat Peter Siegenthaler. Und zwar entweder für jeden Betrieb einzeln oder für bestimmte Perimeter. «Aber das wollten wir explizit nicht, weil der Aufwand sehr gross ist.» Die Lösung von Jahr zu Jahr werde auch vom Regierungsstatthalter gestützt. «Ich rate deshalb eher von einem Definitivum ab», resümiert Siegen­thaler. (Thuner Tagblatt)

Erstellt: 10.08.2017, 14:44 Uhr

Festival Am Schluss

Während der Zeit der mediterranen Nächte fand auf dem Mühleplatz das Mokka-Festival Am Schluss mit Konzerten an zwölf Abenden statt. Anders als bei den mediterranen Nächten habe der Leist «mehrere Reklama­tionen zur Dauer der Konzertreihe, zur Lautstärke und zu mehrmaligen deutlichen Zeitüberschreitungen erhalten und dies zum Teil auch selber fest­gestellt», sagt René E. Gygax, Präsident des Innenstadt-Leists. Er möchte dies nun am runden Tisch und mit den Verantwort­lichen der Cafe Bar Mokka besprechen.

Auch Alice Kropf vom Verein Pro Nachtleben spricht das Mühleplatz-Festival an: Sie wolle in Absprache mit den Mokka-Verantwortlichen am runden Tisch eingeben, ob an Freitagen und Samstagen, wenn die Konzerte bis 23 Uhr dauern dürften, nicht bereits um 20 Uhr begonnen werden könnte. «Es wäre sehr schön, wenn man an diesen Abenden zwei Bands auftreten lassen und so regionalen Gruppen eine Auftrittsmöglichkeit bieten könnte», sagt Kropf. Zudem wäre es für die Veranstalter einfacher zu kommunizieren, wenn sämtliche Am-Schluss-Konzerte um 20 Uhr beginnen würden.

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