Zum Hauptinhalt springen

Mehr Farbe für den Strämu?

Im nächsten Winter ist es so weit: Der Thuner Strämu geht in die erste von drei Sanierungsphasen. Neue historische Erkenntnisse könnten aber zu einer Anpassung des Projekts führen.

War früher farbig. Auf dieser alten Postkarte mit Sicht auf das Strandbad ist der ursprüngliche Anstrich des Haupttraktes zu erahnen.
War früher farbig. Auf dieser alten Postkarte mit Sicht auf das Strandbad ist der ursprüngliche Anstrich des Haupttraktes zu erahnen.
zvg
Heute in Weiss. Wann neu gestrichen wurde, ist nicht bekannt.
Heute in Weiss. Wann neu gestrichen wurde, ist nicht bekannt.
Patric Spahni
1 / 2

Seit 2015 steht fest, dass der Thuner Strämu bis 2020 umfassend saniert werden soll. Im kommenden Winter wird deshalb die erste Phase gestartet. Doch noch bevor es so weit ist, haben die Planer bereits eine unerwartete, historisch bedeutsame Entdeckung gemacht.

Eine bunte Überraschung

Nach Untersuchungen der alten Bausubstanz, sogenannten Stratigrafien, stellte der Restaurator Roger Tinguely nämlich fest, dass sich unter der blau-weissen Fassade des Haupttraktes – zur grossen Überraschung der Verantwortlichen – andere Farben versteckten.

«Bei der Denkmalpflege ging man bisher davon aus, dass das Gebäude schon immer weiss war», sagt der zuständige Thuner Gemeinderat Konrad Hädener (CVP). So präsentierte sich die Fassade ursprünglich in einem hellen Ockergelb, die Metall- und Holzteile waren dunkelrot, die Zwischengänge lindgrün.

«Gebäude der Moderne der 1930er-Jahre waren eben oft durchaus farbig», sagt Stefan Moser, Bauberater bei der Denkmalpflege des Kantons Bern. «Es besteht nun die einmalige Chance, im Rahmen der Gesamtsanierung die ansprechende ursprüngliche Farbgebung wieder herzustellen.» Wann der Strämu umgestrichen wurde, sei aber unklar.

Die ursprüngliche Farbzusammenstellung erstaunt eigentlich nicht, denn der Strandbadarchitekt Jacques Wipf hat auch ein Badehaus in der Nähe entworfen , das durch seine rote Farbe auffällt.

Die Denkmalpflege und die planenden Architekten empfehlen der Stadt Thun nun, zur ­ursprünglichen Farbgebung zurückzukehren. Die Stadt unterstützt die Empfehlung grundsätzlich, da sie laut Konrad Hä­dener, Vorsteher der Direktion Bau und Liegenschaften, ein Ausdruck von Sonne, Luft und Licht sei und zur Formensprache des «Neuen Bauens» gehöre.

Testanstrich mit Erklärung

Die Stadt plant aus diesem Grund im laufenden Monat, Musterflächen in den eigentlichen Farben zu streichen, um die Wirkung besser beurteilen zu können. Für die Besucher werde zur Erklärung des neuen Anstriches auf der Nordseite des Traktes eine Informationstafel installiert. Über die geplante Gesamtsanierung werde eine weitere Tafel am Haupteingang Auskunft geben. «Beim Bonstettenpark haben wir mit solchen Tafeln sehr gute ­Erfahrungen gemacht», sagt Hädener.

Die kantonale Denkmalpflege stuft das 1933 eröffnete Haupt­gebäude des Thuner Strandbads, das vom Architektenduo Jacques Wipf und Edgar Schweizer entworfen wurde, als «eines der schönsten und wertvollsten Gebäude im Kanton Bern» ein. Deshalb werden bereits die laufenden Vorarbeiten eng von der Denkmalpflege begleitet.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch