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Mit Strom in Richtung Zukunft

Mit Strom statt Kohle verkehrte die Bahn zwischen Scherzligen und Thun. Es war die erste elektrisch betriebene Strecke der SBB.

Der Bahnhof Scherzligen um 1915. Foto: PD aus «Mein liebes Thun» von Markus Krebser
Der Bahnhof Scherzligen um 1915. Foto: PD aus «Mein liebes Thun» von Markus Krebser
Foto: PD aus «Mein liebes Thun» von Markus Krebser

Kurz und knackig wurde am 28. November 1918 im «Tagblatt der Stadt Thun» verkündet: «Der elektrische Betrieb der Strecke Scherzligen–Thun wird am 2. Dezember 1918 mit Beginn des neuen Fahrplanes aufgenommen.» Dabei war dies alles andere als eine Randnotiz, war es doch die erste Strecke der SBB, die definitiv elektrisch betrieben wurde.

Was vor 100 Jahren sonst noch für Schlagzeilen sorgte:

1.11.1918 Der Samariterverein Thun hat seine weiblichen Mitglieder zur Mithilfe bei der Krankenpflege im neu eingerichteten Notspital (im Aarefeldschulhaus) und in der Heimpflege aufgerufen.

2.11.1918 Dem Historischen Museum Thun wurde die private Waffen- und Munitionssammlung von Oberst Ed. Rubin in Depot gegeben.

5.11.1918 Der Gemeinderat teilt mit, dass die neue Gemeindeordnung vom Regierungsrat genehmigt wurde, jedoch unter Streichung von Art. 21 (betrifft die Einführung des fakultativen Referendums gegen die Stadtratsbeschlüsse).

5.11.1918 Im alten Waisenhaus wird eine Badegelegenheit für die unbemittelte Bevölkerung eingerichtet.

7.11.1918 Die in Thun ansässigen und vorübergehend hier wohnenden Tessiner haben sich zusammengefunden und eine Sektion des Pro Ticino gegründet.

8.11.1918 Der Regierungsrat hat zum Sekretär der kantonalen Finanzdirektion Notar Hermann Graber aus Thun, bisher Angestellter der Finanzdirektion, gewählt.

9.11.1918 Die Arbeiter der Eidg. Etablissemente und der grösseren Fabriken sind heute in den Ausstand getreten. Etwa 700 Mann mit roter Fahne veranstalten einen Demonstrationszug.

15.11.1918 Die Ausbreitung der Grippe unter der Bevölkerung von Thun hat die Errichtung eines weiteren Notspitals notwendig gemacht. Es werden Frauen und Töchter zur Pflege kranker Soldaten gesucht.

16.11.1918 Das Gebirgs-Infanterie-Regiment 17 und mehrere Landsturmkompanien unter dem Kommando von Oberst Grimm sorgten für Ordnung während des Generalstreiks in Thun.

16.11.1918 Der Regierungsrat hat den Gemeinderat ermächtigt, leer stehende Wohnungen oder zu Wohnungszwecken geeignete Räume, auch gegen den Willen der Eigentümer, in Anspruch zu nehmen, um obdachlose Familien unterzubringen.

18.11.1918 Major Eugen Zeerleder, Beamter der Eidg. Pferderegieanstalt in Thun und während 20 Jahren dort tätig, ist im Alter von 82 Jahren gestorben.

18.11.1918 Für die an Grippe erkrankten Soldaten der Armee wurden Militär-Krankendepots notwendig gemacht. Ein Teil der Kaserne sowie die Pension Itten wurden für die Krankenpflege eingerichtet.

19.11.1918 Im Militär-Grippespital (Mannschaftskaserne) befinden sich zurzeit 700 Patienten. Durch die Überfüllung der Spitäler in Bern wurden etwa 400 Kranke von dort nach Thun transportiert.

20.11.1918 Die Spende der Bevölkerung von Thun an die braven Soldaten beläuft sich auf ca. 15000 Franken.

21.11.1918 Zu Übungslehrer und -lehrerinnen für das Lehrerinnenseminar Thun hat der Regierungsrat die Lehrer Otto Salvisberg und Adolf Thönen sowie die Lehrerinnen Ida Teuscher und Julie Baumgartner, alle von Thun, gewählt.

21.11.1918 Das kantonale Lehrerinnenseminar, das 80 Jahre lang in Hindelbank residierte, hat heute in Thun seine Tore geöffnet und ist somit die erste staatliche Anstalt im Oberland.

23.11.1918 Die Truppen, die den Ordnungsdienst auf dem Platze Thun versehen haben, sind heute entlassen worden. Sie erhielten eine Dankesurkunde der Firma Hoffmann & Söhne.

26.11.1918 Das Polizei-Inspektorat teilt mit, dass die Abhaltung des öffentlichen Gottesdienstes mit Unterlassung des Gesanges und unter Beobachtung gestreuter Sitzordnung wieder gestattet ist.

27.11.1918 An der Lauenen versuchte letzte Nacht eine Frau, sich das Leben zu nehmen. Sie begoss das Bett und dessen Umgebung mit Petroleum. Der Brand wurde von der Feuerwehr rechtzeitig gelöscht, die Frau als Brandstifterin festgenommen.

28.11.1918 Der Handwerker- und Gewerbeverband Thun feiert sein 40-Jahr-Jubiläum.

28.11.1918 Anna Wehrli-Hofer, die Frau des Spitalverwalters von Thun, ist an einer Grippe-Lungenentzündung im Alter von 35 Jahren gestorben.

30.11.1918 Die eidgenössischen Fabriken bauen ihren Betrieb ab. Die Arbeitszeit ist von 54 Stunden pro Woche auf 36 Stunden reduziert worden. Es wird nur noch an den ersten vier Wochentagen gearbeitet.

Quelle: Stadtarchiv Thun

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