Thun

Mozärtliche Klänge zum neuen Jahr

ThunIn die Zauberwelt der Oper lud der Verein Neujahrskonzerte im KKThun. Vor ausverkauftem Schadausaal begrüsste das Stadtorchester Thun mit zwei brillierenden Solistinnen und einem Solisten das frisch geschlüpfte 2018.

Leidenschaftliche Darbietung von (v.l.) Robin Adams (Bariton), Héloïse Mas (Mezzosopran) und Marysol Schalit (Sopran) sowie Laurent Gendre als Dirigent des Stadtorchesters.

Leidenschaftliche Darbietung von (v.l.) Robin Adams (Bariton), Héloïse Mas (Mezzosopran) und Marysol Schalit (Sopran) sowie Laurent Gendre als Dirigent des Stadtorchesters. Bild: Markus Hubacher

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«Man nehme zwölf Monate, putze sie ganz sauber von Bitterkeit, Geiz, Pedanterie und Angst und zerlege jeden Monat in 30 oder 31 Teile, sodass der Vorrat genau für ein Jahr reicht.» Das lebenskluge Neujahrsrezept von Katharina Elisabeth Goethe verriete, woher der Sohn und Meister Johann Wolfgang seine Begabung bezogen habe, verwies Schauspieler Uwe Schönbeck auf das Gedicht. Wie alte Gewohnheiten und neue Vorsätze zum Jahreswechsel immer wieder ein Kämpfchen austragen, diente Schönbeck in seiner Moderation mannigfaltig als roter Faden.

In einer Oper passiere, was nur in einer Oper passieren könne. Es werde geliebt, gelitten, gestritten, getäuscht, gemordet. Mit dem mozärtlichen Duett aus der Oper «La clemenza di Tito», gesungen von Marysol Shalit (So­pran) und Héloïse Mas (Mezzosopran), deren Stimmen eine begnadete Symbiose eingingen, nahm die Zauberwelt der Oper ihren Anfang.

Die anschliessende Arie «Parto, ma tu, ben mio» aus selbiger Oper intonierte Héloïse Mas erstrangig mit ergreifender Bühnenpräsenz. Ein zu Herzen gehender Dialog zwischen Stimme und virtuoser Klarinette trug das Publikum fort in die Magie der Wiener Klassik.

Berührende Momente

Mit bezauberndem Glockenspiel wünschte sich Robin Adams’ (Bariton) Papageno aus «Die Zauberflöte» voller Charme «ein Mädchen oder Weibchen» und schenkte zusammen mit Marysol Shalit «Bei Männern, welche Liebe fühlen» berührende Momente. Die Sopranistin beeindruckte mit der Arie der Pamina «Ach, ich fühl’s» besonders durch ihre hohen, leisen Töne, die sie trotz ihrer Erkältung meisterhaft zu setzen wusste.

Bravorufe aus dem Publikum

Mit dem Abschiedsterzett «Weht leise, ihr Winde» («Soave il vento») aus der Oper «Cosi fan tutte» endete der mozartsche Teil der Operngala. Die Ouvertüre des «Barbiers von Sevilla» leitete vortrefflich zum Konzertteil über, der Gioachino Rossini gehörte und vom Publikum mit Bravorufen bedacht wurde. Bei der allseits bekannten Arie des Figaro wurde nicht nur den 750 Zuhörenden warm, sondern auch dem Bariton Robin Adams, der sich seines Schals entledigen musste.

Beim rasanten Finale des Stücks lieferten sich Orchester und Solist einen sportlichen Wettlauf. Es sei ein Glück, dass Rossini erst nach der Komposition des «Barbiers» beschlossen habe, nicht mehr zu arbeiten, sondern nur noch zu schlafen, zu essen und zu trinken, kommentierte Uwe Schönbeck lakonisch.

Besonderes Opernerlebnis

Ein Opernerlebnis der besonderen Art bescherte Héloïse Mas mit dem Vortrag von Rosinas Cavatina. Darstellerisch kokett und stimmlich unter die Haut gehend bis hin zu den hohen Tönen, die teils durch Mark und Bein gingen, löste die Arie begeisterten Beifall aus.

Marysol Shalit und Robin Adams schenkten in ihrem Duett mit ausgelassener Spielfreude ein herziges Hin und Her zwischen den Geschlechtern. Das Terzett aus Rossinis Farsa comica «La scala di seta» und die Arie der Giulia wurde nur noch übertroffen von der Zugabe – der Champagnerarie aus der «Fledermaus», die das Publikum beschwingt ins neue Jahr entliess.

1350 Besucher insgesamt

Insgesamt rund 1350 Menschen an beiden Konzerten um 15 und 19 Uhr besuchten die zweistündige Gala, die mit Werken aus Film und Musical vom Jugendorchester Arabesque im nächsten Jahr wieder ihr Publikum finden wird. (Thuner Tagblatt)

Erstellt: 02.01.2018, 15:55 Uhr

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