Neubau-Pläne der STI vorerst auf Eis gelegt

Thun

Die STI will vorerst keinen Neubau am bisherigen Standort im Schwäbis erstellen. Das Unternehmen favorisiert nun eine Lösung mit verschiedenen Standorten für die verschiedenen Dienstleistungen.

Verkehrsbetriebe STI legen ihre Pläne auf Eis.

Verkehrsbetriebe STI legen ihre Pläne auf Eis.

«Auch in diesem Jahr haben wir wieder gemerkt: Der öffentliche Verkehr ist und bleibt unser wichtigstes Standbein. Er zieht aber auch Investitionen in die Zukunft mit sich», sagte gestern Hans Rudolf Zaugg, Verwaltungsratspräsident der Verkehrsbetriebe STI AG, während seiner Einleitung in die Generalversammlung. Zum 1. Januar 2018 konnte die STI ausserdem zwei grosse Ziele erreichen: die Umsetzung des Angebotskonzepts 2018–2021, welches ein ­optimiertes Abendangebot der Stadtlinien, den 30-Minuten-Takt der Linie 31 nach Heiligenschwendi und zusätzliche Kurse auf der Linie 1 von Thun nach Spiez in der Hauptverkehrszeit beinhaltet, und die neu er­arbeitete Strategie.

Aufgrund der neuen Strategie hat die STI per 1. Januar die angebotenen Geschäftsführungen abgegeben. Ausserdem wird der Tarifverbund Berner Oberland ab dem 1. Januar 2020 in den Tarifverbund Libero integriert werden.Nicht nur strategisch konnte die STI ein erfolgreiches Jahr verzeichnen, sondern auch finanziell. Der Verkehrsertrag stieg um ein Prozent von 19,08 Millionen Franken auf 19,31 Millionen Franken an. Etwas anders sieht es beim Nebenertrag aus, der ging nämlich um 205 000 Franken zurück. «Wir hatten im Vorjahr Versicherungsleistungen, die im Nebenertrag abgebucht wurden. Zudem läuft wegen des knappen Platzes am Standort Schwäbis das Drittkundengeschäft nicht so gut», sagt Markus Bähler, Finanzchef der STI. «Wir konnten deshalb gewisse Aufträge nicht annehmen, was wiederum zu diesem Minus im Nebenertrag geführt hat.»

Kein neuer Standort

Die Suche nach einem neuen Standort läuft bereits seit 2010. Nachdem die STI keinen geeigneten Ort für den neuen Standort hat finden können, sollte die Lösung ein Ausbau des bestehenden Standorts sein. «Kurz bevor wir im Herbst einen Architekturwettbewerb lancieren wollten, schaltete sich aber die Stadt Thun ein und schlug ein Konzept mit Wohnungsbau vor. Eine Lösung, die wir ihnen schon länger schmackhaft machen wollten», sagt Hans Rudolf Zaugg. Es seien wieder Gespräche aufgenommen worden, zu konkreten Ergebnissen sei es aber nicht gekommen.

Eine Option sieht die STI nun in der Aufteilung ihrer Dienstleistungen auf verschiedene Standorte. «Es wäre möglich, im Schwäbis in die Tiefe zu bauen, dies würde aber viele Kosten und Behinderungen im Betrieb verursachen», sagt Zaugg. «Tatsache ist aber, dass wir mehr Platz brauchen, um unsere Dienstleistungen effizient anbieten zu können.» Der Neubau auf dem firmeneigenen Areal wird nun temporär zurückgestellt.

Neuwahl

Auch eine Wahl stand auf dem gestrigen Programm der Generalversammlung der STI. Samuel Gauler, welcher 1999 in den Verwaltungsrat gewählt wurde, verlässt diesen zwei Jahre vor Ende seiner Amtszeit. Mit einem deutlichen Ja wählten die anwesenden Aktionärinnen und Aktionäre Peter Balmer von der Autoverkehr Grindelwald (AVG) AG, die ab dem 1. Januar 2019 als eigenständige Tochtergesellschaft der STI geführt werden wird (wir berichteten), in den Verwaltungsrat. Von der Wahl des momentanen Geschäftsführers und Inhabers der AVG verspricht sich die STI sehr viel. «Er ist sehr engagiert, und wir werden auf jeden Fall von seinem Wissen und seinem Know-how profitieren können», sagt Zaugg.

Alle weiteren Traktanden wie die Jahresrechnung 2017, die Übertragung des Gewinnes von 2 836 548 Franken auf die neue Rechnung und die Entlastung des Verwaltungsrates wurden ebenfalls einstimmig angenommen.

Berner Zeitung

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