Neue Ausstiege geplant – für den Notfall

Thun

Entlang des Aarequais in der Bächimatte in Thun sollen zusätzliche Leitern für den Ein- und Ausstieg ins Wasser montiert werden. Der Stadtrat war sich am Donnerstag einig, dass sie vor allem für den Notfall gedacht sind.

<b>Der Aarequai unterhalb des Thunerhofs.</b> Der Stadtrat behandelte gestern die Frage, ob in diesem Bereich zusätzliche Zugänge für Badende geschaffen und die Mauer (linke Bildhälfte) begrünt werden soll.

Der Aarequai unterhalb des Thunerhofs. Der Stadtrat behandelte gestern die Frage, ob in diesem Bereich zusätzliche Zugänge für Badende geschaffen und die Mauer (linke Bildhälfte) begrünt werden soll.

(Bild: Michael Gurtner)

Thun positioniert sich gerne als Stadt am Wasser. Zu den Zielen der zu Ende gegangenen Legislatur gehörte beispielsweise, diesen Standortvorteil bewusst zu stärken.

An seiner Sitzung behandelte der Stadtrat am Donnerstag ein Postulat von Alice Kropf (SP) und weiteren Unterzeichnenden, die das erwähnte Ziel zum Anlass nahmen, «mehr benutzerfreundliche Zugänge für Badende» entlang des Aarequais zu prüfen.

Zudem zielte der Vorstoss darauf ab, die beliebte Flaniermeile «klimaangepasst zu gestalten», was insbesondere durch eine Begrünung der Mauer unterhalb des Thunerhofs geschehen solle.

Zu wenig Notausstiege?

In seiner schriftlichen Antwort hielt der Gemeinderat fest, dass er von einer «stärkeren tiefwurzelnden Begrünung» der Mauer absehe, da dies deren Stabilität schwächen würde. Erstunterzeichnerin Kropf bezeichnete diese Begründung als «nachvollziehbar». Sie warb stattdessen umso mehr für weitere Ein- und Ausstiegsstellen in der Bächimatte, bei der Ländte Hofstetten und bis hin zum Hotel Freienhof.

Der Gemeinderat bezeichnete das Baden in diesem Gebiet als «sehr riskant»; die Risiken bei den Schleusen würden unterschätzt. «Gerade deshalb braucht es zusätzliche Leitern für einen möglichen Ausstieg in einer Notlage», erklärte Kropf. Es sei ihr mit ihrem Postulat nicht darum gegangen, gefährliche Strömungen in der Aare zu verharmlosen.

Till Weber (Grüne) machte in seinem Votum einen Vergleich mit der Stadt Bern: «Dort hat es in der Aare fast überall gut sichtbare Ausstiegsstellen.» In Thun dagegen müssten Schwimmende die wenigen Leitern entlang des Ufers suchen, was gerade in einer Notsituation sehr gefährlich sein könne.

«Eine gute Mischung»

Verständnis für die Argumente des Gemeinderats hatte derweil Alois Studerus (CVP/EDU/EVP). «Es hat schon seinen Sinn, dass nicht überall Ein- und Ausstiege angeboten werden», fand er. Auch Philipp Deriaz (SVP) zeigte sich mit dem Status quo mehrheitlich zufrieden: «Einerseits wird das Baden in diesem Gebiet grundsätzlich zugelassen, andererseits wird es nicht speziell gefördert. Das ist aus unserer Sicht eine gute Mischung.»

Zentral sei, dass die Eigenverantwortung jedes Einzelnen im Fokus stehe. Hanspeter Aellig (FDP) sprach sich ebenfalls gegen eine allzu aktive Promotion des Badens im fraglichen Gebiet aus. «Wir gehen alle gerne ins Wasser, aber hier ist der Sicherheitsaspekt höher zu gewichten.»

Am Ende war sich das Parlament in den entscheidenden Punkten einig; das Postulat wurde einstimmig angenommen und gleichzeitig abgeschrieben. Gemeinderat Konrad Hädener (CVP) stellte in Aussicht, die Ufermauer um weitere Leitern für den Notausstieg zu ergänzen.

«Sie sollen zudem besser sichtbar sein als die bisherigen – und trotzdem ortsbildverträglich», so der Bauvorsteher. Ob die neuen Leitern bereits im Sommer 2019 montiert sein werden, wollte Hädener auf Anfrage dieser Zeitung nicht versprechen. Letztlich werde auch der Kanton ein Wörtchen mitzureden haben.

«Wir werden aber so bald als möglich zusammen mit der Seepolizei anschauen, an welchen Stellen die Leitern hinkommen könnten.»

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