Unterlangenegg

Neue Halle wird zur Herausforderung

UnterlangeneggSeit zwei Generationen werden auf Maurers Hof Hühner gemästet, die dritte Generation steht in den Startlöchern. Jetzt möchte Gerhard Maurer die Mast vergrössern. Doch dafür ist eine Umzonung nötig.

Die Erfahrung zeigt, dass sich der Planungs- und Bewilligungsprozess für derartige Bauprojekte in die Länge ziehen kann.

Die Erfahrung zeigt, dass sich der Planungs- und Bewilligungsprozess für derartige Bauprojekte in die Länge ziehen kann. Bild: Sabine Rock

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Bis zu 8000 Hühner kann Gerhard Maurer in seinen zwei Pouletmasthallen in Unterlangenegg mästen. Gebaut hat die Anlage sein Vater. Ursprünglich waren 5000 Tiere pro Halle zugelassen, aber wegen neuer Tierschutzgesetze sind heute nur noch 4000 Tiere pro Halle zugelassen.

Nun möchte Maurer, der den Betrieb in zweiter Generation führt und dereinst gerne an seinen Sohn Patrick übergeben möchte, die Anlage erweitern. Die Rede ist von einer dritten Halle oder dem Ausbau einer der bestehenden Masthallen, sodass künftig bis zu 12 000 Tiere gleichzeitig aufgezogen werden könnten. Das Investitionsvolumen liegt gemäss Gerhard Maurer im hohen sechsstelligen Bereich, ein Vorvertrag mit einem interessierten Grossabnehmer besteht.

Wir wollen der Bevölkerung aufzeigen, welche Möglichkeiten sich mit einer solchen Zone bietenRudolf Reusser, Gemeindepräsident Unterlangenegg

Nur: Um seine Mast in der bestehenden Landwirtschaftszone vergrössern zu können, hat Maurer in der sogenannten Trockensubstanzberechnung zu wenig eigenes Landwirtschaftsland im Verhältnis zur geplanten Anzahl Masthühner.

Damit er seinen Betrieb über eine innere Aufstockung hinaus erweitern kann, muss ein Teil seines Landes in eine sogenannte Intensivlandwirtschaftszone umgezont werden. Pro Gemeinde darf jedoch nur eine solche Zone ausgeschieden werden, so hat es das Bundesgericht in einem Urteil bestimmt.

Gemeinde will Puls fühlen

Deshalb hat der Gemeinderat von Unterlangenegg jetzt ein «Gemach!» verordnet. «Was, wenn ein anderer Landwirt ähnliche Pläne hat?», habe sich der Rat gefragt, berichtet Gemeindepräsident Rudolf Reusser. Weil der Gemeinde nur eine Intensivlandwirtschaftszone zustehe, sei es umso wichtiger, dass diese am richtigen Ort eingezont werde.

«Wir wollen nicht, dass wir ohne Anhörung der Bevölkerung nur für einen Landwirt ein Stück Land umzonen und so anderen die Möglichkeit verbauen, sich in diesem Ausmass weiterzuentwickeln», sagt Reusser weiter. So fiel der Entscheid, am 24. August für die ganze Bevölkerung einen Infoanlass zum Thema durchzuführen.

Zum einen wolle der Rat eben herausfinden, ob es in absehbarer Zeit ähnliche Pläne bei anderen Betrieben gebe. «Aber wir wollen der Bevölkerung auch aufzeigen, welche Möglichkeiten sich mit einer solchen Zone bieten», sagt Reusser, «und welche Auflagen eine derartige Produktionsanlage erfüllen muss.»

Allenfalls müsse dann auch darüber gesprochen werden, einen anderen Standort für die Intensivlandwirtschaftszone zu suchen, so Reusser.

(Noch) kein Zeitdruck

Auch wenn derzeit weder Gerhard Maurer noch die Gemeinde Zeitdruck haben: Die Erfahrung zeigt, dass sich der Planungs- und Bewilligungsprozess für derartige Projekte in die Länge ziehen kann.

In Uetendorf mussten die Initianten eines Neubaus für eine Pouletmasthalle zwischen 2012 und 2015 zweimal bis vor Verwaltungsgericht ziehen, bis sie im letzten Frühjahr mit dem Bau starten konnten (wir haben berichtet).


Der Infoanlass findet statt am Mittwoch, 24. August, um 20 Uhr im Singsaal der Schulanlage Aebnit.
(Berner Zeitung)

Erstellt: 23.08.2016, 09:10 Uhr

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