Neue Thunfest-Preise ernten Kritik

Thun

Eine neue Preistaktik soll das Thunfest finanziell retten. Doch während der Hauptversammlung des Vereins hagelte es dafür viel Kritik.

«Trotz perfekten Wetters und strikter Ausgabendisziplin resultierte aus dem letztjährigen Thunfest ‹nur› ein Gewinn von rund 5000 Franken», sagte Vereinspräsidentin Susanna Ernst.

«Trotz perfekten Wetters und strikter Ausgabendisziplin resultierte aus dem letztjährigen Thunfest ‹nur› ein Gewinn von rund 5000 Franken», sagte Vereinspräsidentin Susanna Ernst.

(Bild: Simon Boschi)

In knapp drei Monaten ist es wieder so weit: Das Thunfest verwandelt auch in diesem Jahr wieder die gesamte Thuner Altstadt in ein riesiges Partygelände. In diesem Jahr werden aber einige Änderungen eingeführt. An der Hauptversammlung vom Freitag präsentierte der Vorstand des Vereins Thunfest im Frachtraum konkrete Preise und Pläne, musste dabei aber auch viel Kritik ein­stecken.

Mehr Unterhaltung

«Trotz perfekten Wetters und strikter Ausgabendisziplin resultierte aus dem letztjährigen Thunfest ‹nur› ein Gewinn von rund 5000 Franken», sagte Vereinspräsidentin Susanna Ernst. Um Ähnlichem vorzubeugen, soll der Eintritt zum erweiterten Festgelände künftig 8 Franken kosten. Dieser Betrag berechtigt zum Zutritt am Freitag, 9. und am Samstag, 10. August jeweils von Ladenschluss bis 2 Uhr. Für Kinder bis 12 Jahre soll der Eintritt hingegen gratis bleiben.

Inbegriffen wird darin auch der Besuch der Waisenhausbühne sein, für die bisher ein Konzertbändel nötig war. Nicht im Perimeter enthalten wäre einzig die Obere Hauptgasse, die als Ausgleichszone dienen soll. Ziel ist, mit diesen Veränderungen die Wirtschaftlichkeit, die Nachhaltigkeit sowie auch die Sicherheit am Thunfest zu erhöhen.

Obwohl die rund 30 anwesenden Vereinsmitglieder das neu ausgearbeitete Konzept nicht grundsätzlich ablehnten, wurden die Preise zum Thema. «Eine vierköpfige Familie mit zwei Kindern über 12 Jahren zahlt niemals 32 Franken, nur um eine Wurst zu essen! Das Thunfest braucht Familien, und mit diesen Preisen schneidet ihr euch ins eigene Fleisch», sagte ein Vereinsmitglied. Als Lösung wurde deshalb unter anderem ein Family-Pass mit einem angepassten Preis vorgeschlagen.

«Wir nehmen diese Vorschläge gerne entgegen und werden sie prüfen», sagte Programmchef Daniel Schmid.

Bessere Bands

Während der kostenpflichtige Perimeter erweitert wird und zudem mehr Unterhaltung bieten soll, ist auch eine Attraktivierung der Konzertzone auf dem Rathausplatz geplant. Besucherinnen und Besucher bezahlen zwar im Vorverkauf 48 Franken für einen Tag beziehungsweise 80 Franken für zwei Tage, dafür werden alle Besitzer eines solchen Bändels auch Zulass zum Areal erhalten.

Ausserdem sollen auch die gebuchten Bands den höheren Preis rechtfertigen. «Wir dürfen erst in ungefähr zwei Wochen bekannt geben, wer am Thunfest auftreten wird. Was ich schon sagen kann, ist, dass es auf jeden Fall aktuelle Acts sind, die man vom Radio kennt», verrät Susanna Ernst. Ausserdem werde darauf geachtet, dass pro Abend nur eine Stilrichtung zu hören sei.

Letzte Chance

Bisher hätten laut Vereinspräsidentin Susanna Ernst rund 75'000 Personen kostenlos von den Sicherheitsvorkehrungen und der Infrastruktur des Thunfests profitieren können, das soll sich mit diesen Schritten ändern.

Für 2019 budgetiert der Verein einen Ertragsüberschuss von 80'000 Franken. «Dieser Betrag ist aber mit Vorsicht zu geniessen, weil die geplanten Neuerungen viele Unbekannte beinhalten», sagt Susanna Ernst. «Unmittelbar nach dem Fest werden wir uns mit der Stadt Thun zusammensetzen und das weitere Vorgehen besprechen.»

Könne das Thunfest nur in der bisherigen Form weitergeführt werden, stehe für das OK bereits jetzt fest, dass es 2020 kein Thunfest mehr geben werde. «Oder», meinte Susanna Ernst, «es muss ein neues OK gefunden werden, das übernimmt.»

Thuner Tagblatt

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