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Neuer Finanzverwalter – gleiches Ergebnis

Hohe Ausgaben für den baulichen Unterhalt und Investitionen sorgen dafür, dass die Verschuldung der Stadt Thun zunimmt. Dennoch schliesst das Budget 2018 ausgeglichen ab. Die Einzelheiten stellte am Donnerstag der neue Finanzverwalter Stefan Christen vor.

Der neue Finanzverwalter Stefan Christen (l.) an der Medienkonferenz zum Budget 2018 der Stadt im Rathaus. Neben ihm sind Stadtpräsident Raphael Lanz und die Medienverantwortliche Simone Tanner zu sehen.
Der neue Finanzverwalter Stefan Christen (l.) an der Medienkonferenz zum Budget 2018 der Stadt im Rathaus. Neben ihm sind Stadtpräsident Raphael Lanz und die Medienverantwortliche Simone Tanner zu sehen.
Patric Spahni

Medienkonferenzen der Stadt Thun zum Budget ähnelten sich in den letzten Jahren inhaltlich stark. Das war am Donnerstag nicht anders. Zumindest personell wehte an der gestrigen Präsentation jedoch ein frischer Wind: Neben Stadtpräsident und Finanzvorsteher Raphael Lanz (SVP) nahm im Rathaus der neue Finanzverwalter Stefan Christen Platz. Am 1. August hatte der Spiezer die Nachfolge von Daniel Wegmüller angetreten (wir berichteten).

«Gerade in den ersten Wochen hat Stefan Christen den Blick von ‹aussen› eingebracht. Eine teils neue Sichtweise kann nicht schaden», würdigte Lanz den Einstieg des 53-Jährigen.

Höhere Steuererträgedank guter Konjunktur?

In Sachen Finanzhaushalt hat sich wie gesagt nicht allzu viel geändert: Zum wiederholten Mal rechnet die Stadt auch im Budget fürs Jahr 2018 mit einem ausgeglichenen Ergebnis – dies bei der gleich bleibenden Steueranlage von 1,72 Einheiten. Ausgaben von 306,4 Millionen Franken stehen Einnahmen in der gleichen Höhe gegenüber. «Die laufenden Ausgaben haben wir im Griff», sagte Lanz.

Dass der Umsatz im nächsten Jahr rund 15 Millionen unter dem Wert für 2017 liegt, hänge unter anderem mit der Ausgliederung des Asylwesens an den Verein Asyl Berner Oberland zusammen. «Die Änderung verläuft für die Stadt kostenneutral», erläuterte der Finanzvorsteher. Durch die Ausgliederung beträgt der Personalaufwand 2,1 Millionen weniger als noch im Budget 2017. Auch der Sach- und Betriebsaufwand verringert sich gegenüber dem geplanten Wert für das laufende Jahr um 1,2 Millionen Franken.

Die Hälfte des Geldesfliesst an den Kanton

Bei den Steuern wiederum geht die Stadt für 2018 von Mehreinnahmen in der Höhe von rund 2,1 Millionen Franken aus. Insgesamt sind Steuererträge von 119,8 Millionen Franken budgetiert. «Der moderate Anstieg ist auf die gute Konjunktur zurückzuführen», sagte der Stadtpräsident. Nach wie vor nicht einfach zu kalkulieren seien die Erträge bei den juristischen Personen.

Einmal mehr stark ins Gewicht fallen die Zahlungen an die kantonalen Lastenausgleichssysteme wie zum Beispiel Sozialhilfe oder Lehrerlöhne. Sie belaufen sich um rund eine Million höher als 2017 auf 60,9 Millionen Franken. Dies entspricht rund 51 Prozent der gesamten Steuereinnahmen der Stadt. «Auf diese Zahlungen haben wir wenig bis gar keinen Einfluss», so Lanz.

Grosse Brocken stehen anbei den Investitionen

Bereits im laufenden Jahr hat die Stadt viel Geld in den baulichen Unterhalt gesteckt – und viel investiert. Dieser Trend wird sich fortsetzen: Für 2018 sind Netto­investitionen von 31,2 Millionen, davon 7,8 Millionen gebühren- und 23,4 Millionen steuerfinanziert, vorgesehen. Stichworte sind der Neubau des Krematoriums, die Einführung des Parkleitsystems oder der Neubau des Rechenzentrums Informatik. Auch beim baulichen Unterhalt öffnet die Stadt das grosse Portemonnaie: Allein 2018 sind für diesen Posten 25,5 Millionen Franken budgetiert, die etwa für die Sanierung des «Strämu» oder des Schlosses Schadau eingesetzt werden sollen.

«Bis 2022 planen wir für den baulichen Unterhalt mit Ausgaben von durchschnittlich 22,3 Millionen Franken pro Jahr», sagte der neue Finanzverwalter Stefan Christen. Ein bestimmter Anteil dieser Ausgaben soll jeweils durch Entnahmen aus der entsprechenden Spezialfinanzierung aufgefangen werden. «Dafür, solche Spitzen zu brechen, sind die Spezialfinanzierungen ja auch vorgesehen», gab Christen zu bedenken. Stadtpräsident Lanz räumte aber ein, dass dieses Kässeli am Ende der aktuellen Investitionsoffensive in fünf Jahren «ziemlich leer» sein werde.

Direkte Folge der regen Bautätigkeit ist ein Anstieg des Schuldenbergs. Werden die Projekte wie geplant umgesetzt, nimmt die Verschuldung um 109,5 auf über 200 Millionen Franken zu – dies, nachdem die Stadt die Schulden seit dem Jahr 2006 mehr als halbieren konnte. «Die Entwicklung ist kein Grund zum Jubeln, ist jedoch beim jetzigen Zinsumfeld für die Stadt tragbar», sagte Lanz. Langfristig sei das Ziel weiterhin, einerseits die aufgestauten und nötigen Investitionen zu tätigen, andererseits aber auch den Finanzhaushalt im Gleichgewicht zu halten – sprich: ausgeglichene Rechnungen zu präsentieren.

«Die Entwicklung ist kein Grund zum Jubeln, ist jedoch beim jetzigen Zinsumfeld für die Stadt tragbar.»

Stadtpräsident Raphael Lanz (SVP) zum Anstieg der Schulden

Der Stadtrat wird in seiner nächsten Sitzung am 16. November über das Budget 2018 und den Finanzplan 2018–2021 befinden.

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