Neues Altersheim mit 104 Plätzen geplant

Thun

Die Hoffmann Neopac AG und die Stiftung Wohnen im Alter (WIA) starten einen gemeinsamen Architekturwettbewerb. Geplant ist, auf einer Landreserve von Hoffmann ein Alterspflegeheim sowie Miet- und Eigentumswohnungen zu realisieren.

Hier ist das neue Altersheim vorgesehen.

Hier ist das neue Altersheim vorgesehen.

(Bild: Grafik sgb)

Die Hoffmann Neopac AG hat hinter dem Produktionsgebäude an der Eisenbahnstrasse in Thun ungenutzte Landreserve von rund 35'700 Quadratmetern. «Da für die Produktion von Dosen aus Metall bereits genügend Fläche vorhanden ist, beabsichtigt die Firma, das verbleibende Areal einer neuen Nutzung zuzuführen», heisst es in einer Pressemitteilung der Bauunternehmung Frutiger AG.

Zusammen mit Frutiger und dem Planungsamt der Stadt Thun führt Hoffmann Neopac in den nächsten Monaten einen Architekturwettbewerb durch. Erste Resultate werden für April 2016 in Aussicht gestellt. Ebenfalls ins Projekt involviert ist die in Thun ansässige Stiftung Wohnen im Alter (WIA).

Der Architekturwettbewerb soll aufzeigen, «in welcher Weise ein Alterspflegeheim mit 104 Pflegeplätzen und etwa 50 Alterswohnungen mit Dienstleistungen auf dem Areal angesiedelt werden können», steht in der Mitteilung von Frutiger weiter.

Hoffmann Neopac: Kein Eigenbedarf vorhanden

Auf Anfrage betont Stefan Pulfer, CFO (Chief Financial Officer) der Hoffmann Neopac AG, nochmals, dass kein Eigenbedarf für die Landreserve vorhanden ist. Die Firma habe die gesamte Parzelle schon in den 60er-Jahren gekauft; es bestünden keine konkreten Pläne für die ungenutzte Fläche.

«Eine allfällige Expansion unserer Firma könnte in den vorhandenen Räumen stattfinden», sagt Pulfer. Den Schulterschluss mit der WIA begrüsst der CFO. Er bezeichnet die Stiftung als «den passenden Partner für die beginnende Projektentwicklung».

Nebst dem Alterspflegeheim mit einer öffentlich zugänglichen Cafeteria und Alterswohnungen mit Dienstleistungen sind auf der aktuell freien Fläche auch Miet- und Eigentumswohnungen vorgesehen.

«Zur Bereicherung des Wohnquartiers» kann sich Pulfer zudem einen Quartierladen und eine Kita vorstellen. Insgesamt soll ein «qualitativ hochwertiges, soziodemografisch durchmischtes Wohnquartier» entstehen.

WIA und Stadt: Intensive Suche seit gut einem Jahr

Laut Stephan Friedli, dem Vorsitzenden der Geschäftsleitung der WIA, hat die Stiftung – gemeinsam mit dem Planungsamt der Stadt – seit gut einem Jahr intensiv nach einem Standort in Thun für ein neues Alterspflegeheim gesucht.

Als Frutiger und Hoffmann mit ihrem Projekt an die Stadt gelangten, schaffte Letztere den Kontakt zur WIA. Friedli ist überzeugt, dass die vorhandene Landreserve «ideale Voraussetzungen» für die Realisierung eines neuen Heims aufweise. «An diesem Standort könnten wir Plätze anbieten, welche die Bedürfnisse unserer Bewohner sehr gut abdecken.

Zudem könnte das Projekt bereits vor Abschluss der laufenden Ortsplanungsrevision umgesetzt werden», sagt Friedli. Zu guter Letzt sei das Projekt für die WIA, die sich finanziell an die Vorgaben des Kantons halten müsse, auch finanzierbar. Für das Alterspflegeheim selbst rechnet Friedli mit einem Platzbedarf von rund 10'000 Quadratmetern.

Im Rahmen der sogenannten Strategie 2015+ stehen bei der WIA in den kommenden Jahren diverse Änderungen bevor (siehe Infobox). Hintergrund ist unter anderem der Mangel an Pflegeplätzen in Thun. Die kantonale Gesundheits- und Fürsorgedirektion (GEF) spricht laut Friedli von 200 fehlenden Plätzen.

Mit dem Projekt bei Hoffmann Neopac biete sich nun die Möglichkeit, zumindest einen Teil dieses Mangels zu beheben. Die WIA hat bei der GEF zusätzliche Pflegeheimlistenplätze beantragt; der Entscheid der GEF steht noch aus.

WIA wird Landstück kaufen – Preis ist noch offen

Das Landstück fürs Alterspflegeheim wird die Stiftung WIA kaufen; die restliche Fläche wird laut Stefan Pulfer von Hoffmann Neopac voraussichtlich zum einen als Stockwerkeigentum verkauft, zum anderen ist die Art der Veräusserung noch offen. Über die Höhe des Kauf- respektive Verkaufspreises geben derzeit weder Friedli noch Pulfer Auskunft.

Bis April 2016 sollen Resultate des Architekturwettbewerbs vorliegen. Ist das passende Projekt gefunden, wird als Nächstes eine Überbauungsordnung erlassen. Anlässlich einer Mitwirkung wird sich dann auch die Bevölkerung zum Projekt äussern dürfen. «Im frühsten Fall würde der Spatenstich für das Alterspflegeheim wohl 2018 erfolgen», hält Stefan Pulfer fest.

Thuner Tagblatt

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt

Loading Form...