Neues Heim auf der Hoffmatte verzögert sich

Thun

Die Stiftung Wohnen im Alter will ihr Pflegeheim Martinzentrum umbauen. Doch vorher muss für dessen Bewohner ein neues Heim stehen.

Auf der Hoffmatte, der Wiese links vom markanten Gebäude der Hoffmann Neopac AG (Bildmitte unten), sind ein Pflegeheim und Wohnungen geplant.

Auf der Hoffmatte, der Wiese links vom markanten Gebäude der Hoffmann Neopac AG (Bildmitte unten), sind ein Pflegeheim und Wohnungen geplant.

(Bild: PD)

Das hat die Stiftung Wohnen im Alter (WIA) für die nahe Zukunft vor: Ab nächstem Jahr wollte sie auf der Hoffmatte im Gwatt ein neues Pflegeheim mit gut 100 Pflegeplätzen und Seniorenwohnungen bauen (wir berichteten). Das ist Voraussetzung, damit WIA ihr Martinzentrum total ­sanieren und umbauen und ihre Bewohner umplatzieren kann.

Die Umbaugründe: «Die Haustechnik hat ihre Lebensdauer nach fast vierzig Jahren erreicht», schildert Stephan Friedli, Vorsitzender der Geschäftsleitung WIA. Sie werde störanfällig. Immer wieder zu reparieren, sei teuer und bald nicht mehr möglich. Auch eine energetische Sanierung wäre vorgesehen.

Die Abhängigkeiten

Heute verfügt das Martinzentrum über 96 Pflegebetten. Nach einem Umbau – die Baubewilligung liegt vor – wären es, vom Kanton bewilligt, über 100. Gleichzeitig könnten die Betriebsabläufe vereinfacht und optimiert werden.

Für die Umsetzung muss aber das auf der Hoffmatte geplante neue Pflegeheim gebaut sein. Denn dorthin müssen die Bewohner des Martinzentrums während des Umbau umziehen. Auf der Hoffmatte, so das Ziel der Bauherrschaft (WIA), soll ab 2020 gebaut werden. Das bedingt vorgängig eine Umzonung des Landes von der Arbeitszone in eine Zone mit ­Planungspflicht (ZPP) mit Überbauungsordnung. Ein solches Verfahren dauert insgesamt gut zwei Jahre.

Baubeginn nicht 2019

Im Rahmen der öffentlichen Mitwirkung zur ZPP Hoffmatte gab es diverse Eingaben (wir berichteten). Das Projekt wurde «vor ­allem in technischen Bereichen, wie Verkehr und Lärm, überarbeitet», erläuterte Christoph Kupper vom städtischen Planungsamt auf Anfrage.

Weitere inhaltliche Aussagen machte er mit Verweis auf das laufende Verfahren keine. Auch nicht, ob und inwieweit die kritisierten Gebäudehöhen angepasst werden sollen. In der Kritik stand vor allem ein 13-geschossiges Hochhaus. Die Umzonung ist mit dem Kanton vorbesprochen. Sie soll nun möglichst noch diesen Sommer in die öffentliche Planauflage ­gehen.

«Ein Baubeginn 2019 ist unrealistisch, wir rechnen mit 2020», erklärt Jürg Grossenbacher, Projektleiter der Frutiger AG. Diese entwickelt und realisiert die Überbauung zusammen mit der Hoffmann Neopac AG. Wann was gebaut und bezugsbereit wird, sei abhängig vom Genehmigungsverlauf mit ZPP und Baubewilligungsverfahren.

Entschieden sei hingegen, dass die Hoffmatte-Überbauung in Etappen realisiert werden soll. Die erste Etappe umfasst neben dem Pflegeheim und den Seniorenwohnungen einen ersten ­Anteil der total 180 Miet- und Eigentumswohnungen. Dafür gibt es bereits zahlreiche Interessenten.

Drei Heime aufheben

Bekannt ist, dass WIA nach dem Bezug respektive dem Rückbezug von Hoffmatte und Martinzentrum das Übergangsheim Lädelizentrum in Heimberg und das Heim im Thuner Hohmadpark aufheben will. Laut Stephan Friedli soll «mittelfristig» auch das ebenfalls in die Jahre gekommene Pflegewohnheim Sonnmatt im Gwatt aufgehoben werden.

«Wir hoffen auf ein zügiges Verfahren, denn wir stehen unter Zeitdruck.»Stephan Friedli, Vorsitzender der Geschäftsleitung WIA, zum Projekt an der Weststrasse

Das Ziel von WIA sind drei 100-plätzige Heime. Kaum bekannt ist, dass WIA unabhängig vom Hoffmatte-Projekt an der Weststrasse Süd ein drittes Pflegeheim bauen möchte. Weil die Realisierung auf der Hoffmatte zeitlich vom Umzonungsverfahren abhängig ist, hofft WIA, dass auf der Zone für öffentliche Nutzung an der Weststrasse Süd ein Projekt zeitnah möglich ist. Landeigentümerin ist die Burgergemeinde Thun. Sie hat WIA erlaubt, die Planung für eine Alterseinrichtung vorzunehmen. «Wir hoffen auf ein zügiges Verfahren, denn wir stehen unter Zeitdruck», sagt Friedli.

Einen Zeitplan zu nennen, sei heute nicht möglich. «Das Gerücht, dass wir die Bewohner des Martinzentrums vorübergehend ins Parkhotel Gunten umsiedeln, damit wir das Zentrum umgehend umbauen können, ist falsch», sagt er. Das sei keine ­Option.

Thuner Tagblatt

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