Nun dürfen alle länger draussen wirten

Thun

Ab sofort dürfen neue Aussensitzplätze – unter bestimmten Bedingungen – in der ganzen Innenstadt bis 0.30 Uhr bewirtschaftet werden. Die Lösung ist am runden Tisch zustande gekommen.

Nach dem jüngsten Entscheid am runden Tisch werden auch auf dem Mühleplatz neue zusätzliche Aussensitzplätze möglich. Allerdings dürften es – aus Platzgründen – letztlich nicht all zu viele sein.

Nach dem jüngsten Entscheid am runden Tisch werden auch auf dem Mühleplatz neue zusätzliche Aussensitzplätze möglich. Allerdings dürften es – aus Platzgründen – letztlich nicht all zu viele sein.

(Bild: Christoph Gerber)

Die nächsten Tage versprechen mehrheitlich warmes, sommerliches Wetter. Die steigenden Temperaturen dürften die Menschen in Scharen nach draussen locken. Passend dazu hat der Thuner Gemeinderat am Montag eine Medienmitteilung zur Bewilligungspraxis für Aussensitzplätze von Strassencafés und -restaurants veröffentlicht.

Ab sofort ist die Bewirtschaftung neuer Aussensitzplätze in der gesamten Innenstadt bis 0.30 Uhr möglich, also auch in der Oberen Hauptgasse sowie auf Rathaus- und Mühleplatz.

Bereits im Frühling 2018 hatte die Regierung grünes Licht für zusätzliche Sitzplätze auf öffentlichem Grund gegeben – damals allerdings explizit noch ohne die drei genannten Zonen. In der Folge machte sich insbesondere der Verein Pro Nachtleben Thun für eine Erweiterung des gültigen Perimeters stark.

Nur noch wenig Platz

Die neue Regelung gilt, «sofern es die baurechtlichen Bestimmungen und die Platzverhältnisse erlauben», so der Gemeinderat. Er erinnert damit daran, dass nach wie vor das Regierungsstatthalteramt als Baubewilligungsbehörde zuständig ist.

Allfällige Baugesuche für weitere Aussensitzplätze durchlaufen also das übliche Prozedere. Mit dem Hinweis auf die Platzverhältnisse nimmt die Thuner Regierung zudem vorweg, dass «de facto nur eine kleine Anzahl neuer Sitzplätze möglich sein wird, da insbesondere der Mühleplatz bereits nahezu voll belegt ist».

In der Oberen Hauptgasse und auf dem Rathausplatz sei eine Erweiterung überdies nur beschränkt möglich – dies wegen der Rettungsachse, die freigehalten werden muss. Die lockerere Bewilligungspraxis betrifft in diesem Bereich vor allem die Hochtrottoirs.

Vorerst ein Jahr auf Probe

Der jüngste Entscheid basiert auf Gesprächen am runden Tisch «Wohnen und Nachtleben in der Thuner Innenstadt», an dem sich nebst der Stadt und Pro Nachtleben auch der Thuner Innen­stadtleist (TIL), Restaurantbetreiber und Liegenschaftsbesitzer beteiligen. Die Leitung hat Gemeinderat Peter Siegenthaler (SP) inne.

Der Sicherheitsvorsteher hat die Stimmung an der letzten Sitzung gut in Erinnerung: «Dank der Zusicherung des Probebetriebs gelang es, einen Kompromiss zu finden.» Siegenthaler verweist damit auf den Umstand, dass der Dialog weitergeführt wird.

«Falls nicht vorher grössere Probleme auftreten, werden wir im Juni 2020 Bilanz ziehen, ob sich die neue Regelung bewährt hat oder ob Korrekturen notwendig sind.» Ein weiterer Grund für die Lockerung sei nicht zuletzt gewesen, dass die meisten Interventionen der Polizei wegen Nachtruhestörung gemäss Statistik erst nach 0.30 Uhr stattfinden würden. Wie viele potenzielle neue Aussensitzplätze in der Innenstadt nun insgesamt zur Verfügung stehen, konnte Siegenthaler am Montag nicht beziffern.

René E. Gygax, Präsident des Thuner Innenstadtleists, hält auf Anfrage fest, dass der TIL zunächst für eine Bewilligung bis 22 Uhr plädiert hatte. Aus zwei Gründen sei der TIL dann aber kompromissbereit gewesen: «Zum einen, weil es sich um einen Probebetrieb handelt. Zum anderen, weil wir aus Platzgründen so oder so mit nur wenigen Gesuchen rechnen.»

Gleich wie Siegenthaler weist auch Gygax darauf hin, dass sich der wirklich störende Nachtlärm jeweils erst nach 0.30 Uhr abspielt. «Als Gegenleistung für unser Entgegenkommen erwarten wir von der Stadt weiterhin Kontrollen und ein entschiedeneres Vorgehen gegen Nachtlärm», sagt der TIL-Präsident.

Thuner Tagblatt

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