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Pädu Anliker erhält posthum den Thunpreis verliehen

Der letzte Woche überraschend verstorbene Beat «Pädu» Anliker ist am Dienstagabend von der Stadt mit dem Thunpreis für seine besonderen Verdienste ausgezeichnet worden.

Die Thunpreis-Ehrung von Pädu Anliker war stimmungsvoll und voller Anekdoten. Video: Martin Bürki

Die Stadt Thun hat dem letzte Woche verstorbenen Beat «Pädu» Anliker posthum den Thunpreis für seine Verdienste verliehen. Die seit langem geplante Preisverleihung fand in Absprache mit Anlikers Angehörigen statt.

Anliker prägte mit seinem Kulturlokal «Café Bar Mokka» 30 Jahre lang das Thuner Kulturleben und noch viel mehr. In der ganzen Schweiz und weit darüber hinaus war das «Mokka» bekannt.

Die Bilder der Thunpreis-Verleihung:

«Wir verlieren mit Pädu Anliker einen aussergewöhnlichen Menschen, eine farbige und liebenswürdige Persönlichkeit.»
«Wir verlieren mit Pädu Anliker einen aussergewöhnlichen Menschen, eine farbige und liebenswürdige Persönlichkeit.»
Manuel Lopez
Thuns Stadtpräsident Raphael Lanz fand passende Worte zur Eröffnung der Preisverleihung.
Thuns Stadtpräsident Raphael Lanz fand passende Worte zur Eröffnung der Preisverleihung.
Manuel Lopez
Der Thunpreis mit Urkunde für «MC Anliker».
Der Thunpreis mit Urkunde für «MC Anliker».
Manuel Lopez
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Anliker machte aus seinem Klub ein eigenwilliges, liebenswertes Universum. Dort war er Zeremonienmeister, Kulturmanager, Musikkenner, Talentförderer, Jugendarbeiter, Koch, Gastgeber, Lichttechniker, Mischer, Hauswart und Dekorateur in Personalunion.

Für viele Thunerinnen und Thuner war das «Mokka» so etwas wie ein kultureller Heimathafen. Der «Möggu», wie die Thuner das Lokal liebevoll nennen, bot Grossstadtkultur in der Provinz.

Im beschaulichen Thun fiel der kettenbehangene Hüne mit seiner Löwenmähne, den geschminkten Augen und den ausgefallenen Kleidern auf. Nicht selten eckte er an, gerade bei den Behörden. Er war ein streitbarer Geist; aber einer, der seine Heimatstadt liebte und ihr stets die Treue hielt.

Licht, Superhelden und jede Menge Blumen: So präsentierte sich die Mokka-Clubbühne in den ersten Tagen nach dem Tod Pädu Anlikers.
Licht, Superhelden und jede Menge Blumen: So präsentierte sich die Mokka-Clubbühne in den ersten Tagen nach dem Tod Pädu Anlikers.
Gabriel Berger
Pädu Anliker eine Woche vor seinem Tod.
Pädu Anliker eine Woche vor seinem Tod.
Markus Hubacher
Noch im September 2016 gab Pädu Anliker dieser Zeitung ein Interview anlässlich des 30 Jahre-Jubiläums seiner Café Bar Mokka.
Noch im September 2016 gab Pädu Anliker dieser Zeitung ein Interview anlässlich des 30 Jahre-Jubiläums seiner Café Bar Mokka.
Markus Hubacher
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Mit der Zeit mag zwischen «Pädu» und den Behörden so etwas wie «Reibungswärme» entstanden sein. Auf jeden Fall entspannte sich das Verhältnis allmählich. Anliker hatte die Stadt Thun auf die Landkarte der wichtigen Konzertorte der Schweiz gehievt.

Engagement mit Herzblut

Vor einigen Monaten entschieden sich die Thuner Behörden, den 59-Jährigen für sein langjähriges mit viel Herzblut erbrachtes Engagement mit dem Thunpreis auszuzeichnen. Der Preis wird in unregelmässigen Abständen für ausserordentliche Leistungen zugunsten der Stadt verliehen.

Ein herzlicher Familienmensch im Fokus der Öffentlichkeit: Pädu Anliker mit seinem Sohn Michael vor dem Waisenhaus im Sommer 1988.
Ein herzlicher Familienmensch im Fokus der Öffentlichkeit: Pädu Anliker mit seinem Sohn Michael vor dem Waisenhaus im Sommer 1988.
Christian Helmle
1997 drohten die Behörden mit der Schliessung des schon damals weit über die Landesgrenzen hinaus bekannten Mokkas.
1997 drohten die Behörden mit der Schliessung des schon damals weit über die Landesgrenzen hinaus bekannten Mokkas.
Christian Helmle
Anliker packt an am illegalen Züri-West-Konzert in der alten Mühle 1987.
Anliker packt an am illegalen Züri-West-Konzert in der alten Mühle 1987.
Christian Helmle
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Vergangenen Dienstagabend erlag «Pädu» Anliker, wenige Tage vor der Preisverleihung, unerwartet einem Herzstillstand. Die Bestürzung über seinen Tod war gross, nicht nur in seiner Heimatstadt.

«Deine unglaubliche Präsenz ist nicht einfach verschwunden», sagte der Autor Pedro Lenz in seiner Laudatio am Dienstagabend im Thuner Rathaus. Einer wie Anliker bliebe für immer.

SDA/ngg

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