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Petitionäre fordern alternativen Standort

Ein Komitee hat innert kurzer Zeit über 700 Unterschriften gegen den geplanten Abfallsammelhof im Lerchenfeld gesammelt.

Gabriel Berger
Der Thuner Stadtschreiber Bruno Huwyler Müller (2.v.r.) nahm vor dem Rathaus die Petition gegen den geplanten Abfallsammelhof entgegen. Vom Petitionskomitee: (v.l.) Roland Götz, Elisabeth Krayenbühl, Daniela Weber und Hans Stalder.
Der Thuner Stadtschreiber Bruno Huwyler Müller (2.v.r.) nahm vor dem Rathaus die Petition gegen den geplanten Abfallsammelhof entgegen. Vom Petitionskomitee: (v.l.) Roland Götz, Elisabeth Krayenbühl, Daniela Weber und Hans Stalder.
Gabriel Berger

Dass der geplante Abfallsammelhof im Lerchenfeld auf wenig Gegenliebe im Quartier stösst, ist seit Längerem ein offenes Geheimnis. Bereits im März 2017 schrieb der Lerchenfeld-Leist in einer Medienmitteilung, dass das Projekt «dem Quartier nicht zugemutet werden darf». Damals war bekannt geworden, dass die Landbesitzerin Armasuisse die entsprechende Fläche zwischen der Allmendstrasse, der Autobahn A6 und dem Stadion des FC Lerchenfeld zur Verfügung stellen will. Der regionale Sammelhof inklusive neuer Recyclinghalle, der dereinst die bestehende städtische Anlage an der Militärstrasse ersetzen soll, ist ein gemeinsames Vorhaben der AG für Abfallverwertung (Avag) und der Stadt Thun.

«Echte Prüfung» verlangt

Anfang Oktober hat sich nun ein neues, elfköpfiges Komitee aus direkt betroffenen Anwohnern und dem Vorstand des Lerchenfeld-Leists zusammengeschlossen. Es lancierte eine Petition, welche vom Thuner Gemeinderat fordert, eine «echte Prüfung für einen Standort neben der bestehenden KVA Thun oder innerhalb des ESP Thun Nord vorzunehmen». Dies schreibt das Komitee in einer Medienmitteilung. Innerhalb von lediglich 15 Sammeltagen haben 727 Personen das Anliegen unterzeichnet.

Am Montagmorgen haben nun vier Petitionäre, darunter SVP-Stadträtin und Leist-Vorstandsmitglied Daniela Weber, die Bittschrift dem Thuner Stadtschreiber Bruno Huwyler Müller übergeben. Wie Anwohner Hans Stalder, dessen Haus direkt vor dem geplanten Sammelhofstandort steht, vor dem Rathaus erklärte, hätten «vor allem Personen aus dem Quartier unterschrieben – aber nicht nur».

Die Gegner der Anlage befürchten insbesondere, dass das Quartier und die Zufahrtsstrasse «mit durchschnittlich 960 Personen- und Lieferwagenfahrten und 39 Lastwagenfahrten pro Betriebstag zusätzlich belastet» würden, wie es in der Medienmitteilung heisst. «Diese Zahlen hat uns die Avag an einer Informationsveranstaltung präsentiert», sagte Daniela Weber. Kritisiert werden überdies die voraussichtlich «starken Lärmimmissionen» und die «schlechte Luftqualität». Das Komitee anerkenne zwar den Bedarf an Abfallsammelstellen, es erachtet den geplanten Standort jedoch «als nicht verantwortbar».

Antwort innert drei Monaten

Das Baugesuch für den Abfallsammelhof soll in diesen Tagen publiziert werden. Der Thuner Bauvorsteher Konrad Hädener (CVP) rechnet bereits mit Einsprachen von Anwohnern, wie er im August gegenüber dieser Zeitung sagte. Insofern ist es schwierig abzuschätzen, wann es mit dem Bau losgehen könnte. Als frühestmöglicher Termin wird die zweite Jahreshälfte 2019 genannt. Vorerst wird der Gemeinderat nun aber die Petition beantworten müssen. «Er hat dafür drei Monate Zeit», hielt Stadtschreiber Huwyler fest.

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