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Pfarrer Wittwer geht in Pension

Der Uetendorfer Pfarrer Erich Wittwer hat Menschen während 37 Jahren als Seelsorger begleitet. Am kommenden Sonntag feiert er seinen letzten Gottesdienst im Kirchgemeindehaus Allmend.

In den nächsten Wochen wird Pfarrer Erich Wittwer seinen Schreibtisch im Pfarramt Uetendorf Allmend-Brügg und Kandermatte nach fast vier Jahrzehnten räumen. Foto: Debora Stulz
In den nächsten Wochen wird Pfarrer Erich Wittwer seinen Schreibtisch im Pfarramt Uetendorf Allmend-Brügg und Kandermatte nach fast vier Jahrzehnten räumen. Foto: Debora Stulz

«Dein Wort ist meines Fusses Leuchte und ein Licht auf meinem Weg.» Diesen Vers aus dem Psalm 105 hat Pfarrer Erich Wittwer vor seinem Start in sein eigenes Pfarramt im Kirchgemeindehaus Uetendorf Allmend vom damaligen Münsterpfarrer Ulrich Müller erhalten.

Diese Worte haben ihn, so sagte er, in den vergangenen 37 Jahren seiner Amtszeit immer wieder ermuntert, wenn er in seiner Aufgabe als Pfarrer oder Seelsorger die Menschen in schwierigen Lebenssituationen begleitete. Bei zahlreichen Krankenbesuchen im Spital und in Privathaushalten hat Erich Wittwer während der Jahre seines Wirkens viele Frauen, Männer und Kinder angetroffen, deren Geist und ­Seele Trost und Zuspruch bedurften.

3703 Amtshandlungen

Diese Besuche, die Erich Wittwer stets gerne gemacht habe, waren jedoch nur ein kleiner Teil seines Wirkens. Für diese Zeitung hat er seine Agenden geöffnet und nachgezählt. Seit 1983 hat er unter anderem 487 Kinder getauft, 1125 Jugendliche kon­firmiert, 125 Paare getraut und 566 Menschen mit ihren Hinterbliebenen auf dem letzten Weg begleitet.

Zudem hat Wittwer in den drei Gemeinden, die zur Kirchgemeinde Thier­achern gehören – namentlich in Uetendorf, Thierachern und Uebeschi – insgesamt 1300 Gottesdienste geleitet: «Als Pfarrer war ich ein Allrounder, habe auf allen Gebieten des Pfarramtes gearbeitet und dabei grosse Befriedigung erlebt», so Erich Wittwer im Gespräch mit dieser Zeitung, für die er übrigens während rund zwanzig Jahren regelmässig das «Wort zum Sonntag» verfasste.

Stilles Wirken, starke Worte

In seinem Text, der am 24. Mai 2019 im «Thuner Tagblatt» erschienen ist, schrieb Erich Wittwer unter anderem: «Ich schliesse daraus, dass ich Gott nicht unbedingt in einem grossen Event finde. Er kann mir im Lächeln eines Kindes begegnen, in einem aufbauenden Wort.»

Diese Worte zeigen auf, wie die Bevölkerung ihn wahrgenommen hat. Wittwer war und ist nicht ein Mann der lauten Worte. Während all der Jahre hat er viele Angebote der Kirche im Stillen entstehen lassen und diese danach im Hintergrund als starke Stütze begleitet.

Engagement für Senioren

Zu diesen Angeboten gehört neben dem Kirchenbasar und den Seniorennachmittagen, die zur Freude Wittwers seit vielen Jahren vom Frauenverein Uetendorf organisiert werden, auch das Mittagessen für Senioren.

Der Pfarrer des Pfarramtes Uetendorf Allmend-Brügg und Kandermatte berichtet, wie dieses Angebot entstanden ist: «Während eines Anlasses hat sich die damals gemeinnützig aktive Bürgerin Hermine Bühlmann ausdrücklich darüber gewundert, weshalb das Angebot des Mittagessens in Thierachern bereits bestehe und im grösseren Uetendorf noch nicht.»

Daraufhin hat Wittwer das Projekt angestossen und in Lisbeth Stettler und ihrem Team Freiwillige für die Organisation gefunden. Mit viel persönlichem Engagement hat Erich Wittwer zudem während vieler Jahre die Seniorenreisen der Kirchgemeinde begleitet: «Mir war es immer wichtig, dass die älteren Menschen während dieser Ferienwoche körperlich und geistig aktiv sind», so Wittwer. Über diese Reisen wurde im Dorf immer viel Positives berichtet.

Höhepunkte zum Abschied

Am kommenden Sonntag feiert Erich Wittwer nun seinen Abschiedsgottesdienst im Kirch­gemeindehaus Uetendorf-Allmend. Möglicherweise wird er sich währen der Zeremonie an zwei der Höhepunkte erinnern, die er am Ende seiner Amtszeit erlebte. Dazu gehört die Reise nach Israel, die er im vergangenen Jahr für Kirchenmitglieder organisierte.

Ganz besondere Freude hat ihm seine letzte kirchliche Trauung von Kevin und Jolanda Eggen im vergangenen September bereitet. Den Bräutigam hatte Erich Wittwer nämlich bereits getauft und konfirmiert. Wie Jolanda Eggen gegenüber dieser Zeitung berichtete, ist die Trauung von Wittwer sehr persönlich gestaltet worden und bleibe deshalb eine ganz besondere Erinnerung.

Wandern, reisen, lesen

Kurz nach seinem Amtsantritt vor 37 Jahren lernte Erich Wittwer die Uetendorfer Lehrerin Christine König kennen. Seit 1987 sind die beiden ein Paar und mit ihren zwei Söhnen eine Familie. In diesen Jahren hat Christine Wittwer ihren Gatten bei vielen Anlässen begleitet und unterstützt.

Nach der Pensionierung wollen die beiden gemeinsam wandern, reisen und lesen. Dabei werden sie von einem Lieblingsgedicht Erich Wittwers begleitet, das er im bereits erwähnten «Wort zum Sonntag» zitierte: «Brich auf, gehe, vertraue, wage es jeden Tag neu, dich zu ver­ändern!»

Der Abschiedsgottesdienst von Pfarrer Erich Wittwer findet am 2. Februar um 9.30 Uhr im Kirchgemeindehaus Uetendorf-Allmend statt. Begleitet wird er von Vital Julian Frey auf der Orgel.

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