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Plädoyer für Mobilmachung

Armeechef Philippe Rebord sprach am Gewerbeabend der Thuner KMU zu künftigen Leistungen der Armee, Rekruten und Cyberattacken. Dabei war auch die Mobilmachung ein Thema.

«Für die Sicherheit gibt es keinen Ersatzdienst», sagte Armeechef Philippe Rebord auf dem Expo-Areal in Thun.
«Für die Sicherheit gibt es keinen Ersatzdienst», sagte Armeechef Philippe Rebord auf dem Expo-Areal in Thun.
Stefan Kammermann

Philippe Rebord, Chef der Schweizer Armee, hatte am Montagabend gewissermassen ein Heimspiel. «Thun hat den grössten Waffenplatz der Schweiz, und dies wird auch in Zukunft so bleiben», sagte er am traditionellen Gewerbeabend der Thuner KMU im Expo-Restaurant an der Oberländischen Herbstausstellung (OHA). In seinem Referat beleuchtete der oberste Militär das Thema Armeereform 2018.

«Jede Armee stützt sich auf Bedrohungen», hielt Philippe Rebord fest. Für die Zukunft ortete er gleich mehrere, wie etwa Terrorismus, Machtpolitik, Naturkatastrophen, aber auch Cyberattacken. Dabei erwarte die Politik, dass innerhalb von drei Tagen 8000 voll ausgerüstete Armeeangehörige im Einsatz stehen und innerhalb von zehn Tagen 35'000.

«Letzteres kann keine Armee der Welt, nebenbei gesagt auch wir nicht», betonte der Armeechef. Um dieses Ziel zu erreichen, müssten Leute ausgebildet, Material dezentral gelagert und die Mobilmachung wieder in Kraft gesetzt werden. Denn: Jungen Offizieren sei dies heute kein Begriff mehr. Deshalb werde die Mobilmachung ab nächstem Jahr geübt.

Differenzierte Tauglichkeit

Zudem gelte es, genügend Armeeangehörige zu rekrutieren. «Wir sind knapp», sagt er. Und weiter: «Für die Sicherheit gibt es keinen Ersatzdienst.» Eine Möglichkeit, das Rekrutierungsproblem zu stoppen, sei die Einführung einer differenzierten Diensttauglichkeit. «Zudem werden wir in Zukunft den RS-Start umgestalten, um die Zahl der Abgänge in den ersten Wochen zu reduzieren», erläuterte Rebord.

Weil immer mehr Dienstpflichtige Zivildienst leisten, seien auch dort Anpassungen nötig. Um Korrekturen zu ergreifen, brauche es aber eine Gesetzes­revision.

Als Drehscheibe der Armee bezeichnete Philippe Rebord die Luftwaffe. Ohne Verlängerung der Nutzungsdauer der F/A-18-Flotte durch das Parlament gebe es ab 2025 keine Luftwaffe mehr.

«Zudem benötigen wir eine Boden-Luft-Verteidigung als Gesamtpaket», hielt der Armeechef fest und fügte an: «Künftig werden wir nicht um einen Flugzeugtyp abstimmen, sondern um die Existenz der Flugwaffe.»

Ein weiterer Schwerpunkt sei in Zukunft das Thema Cyber. Server und Rechnercenter von Armee und Bund müssten vor Angriffen und Attacken geschützt werden. «Wir haben zwar eine Kompanie mit Fachleuten aus dem Milizdienst, aber noch keine entsprechende RS», sagte er.

Der Armeechef machte vor den regionalen Unternehmern und Firmeninhabern auch gleich Werbung für die militärische Kaderausbildung. Diese Ausbildung sei «wirklich stark» und für Unternehmen eine Investition in junge Führungskräfte, die sich später lohnen werde.

Rebord zeigte sich überzeugt, dass auf die heutige, junge Generation Verlass sei und sie die Herausforderungen erfüllen könne. «Dazu braucht es die Unterstützung der KMU und Gewerbetreibenden», so der Armeechef.

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