Politikerinnen setzen sich für Glacevelos ein

Thun

Dass Glacevelos aus Pärken verbannt wurden, sorgt nun für einen Vorstoss im Stadtrat. Probleme haben die Betreiber nicht nur in Thun, sondern auch in Hilterfingen.

Politikerinnen um Alice Kropf (SP) setzen sich dafür ein, dass unter anderem im Schaudaupark (im Bild) wieder Glacevelos unterwegs sein dürfen.

Politikerinnen um Alice Kropf (SP) setzen sich dafür ein, dass unter anderem im Schaudaupark (im Bild) wieder Glacevelos unterwegs sein dürfen.

(Bild: Archivbild/zvg)

Sie gehören seit Jahren zum Stadtbild: die mobilen Eisverkäufer. Auch im Schadau- und im Bonstettenpark waren Lukas Külling und sein Team Glace Joe unterwegs. Doch im Juni erteilte ihnen die Stadt Thun keine Bewilligung mehr. Die Begründung: Mit dem Verbot für die Glacevelos sollen die Pächter im Schadau- und im Bonstettenpark vor Konkurrenz geschützt werden.

Nun wird die Angelegenheit zum Thema im Stadtrat: Am 22. August will Alice Kropf (SP) ein Postulat mit folgendem Text einreichen: «Der Gemeinderat wird gebeten zu prüfen, das geplante Verbot des Betriebs der Glacevelos in den öffentlichen Parks nicht umzusetzen.» Mitunterzeichnet haben den Vorstoss Vertreterinnen und Vertreter von Grünen, BDP und FDP.

Weitere könnten noch hinzukommen. Alice Kropf betont im Postulat, die Betreiber würden niederschwellige Arbeitsplätze schaffen und seien auf den Verkauf in den einträglichen Gebieten der Parks existenziell angewiesen. Der Gemeinderat solle die Grundsätze der Wirtschaftsfreiheit, Wettbewerbsneutralität und Gleichbehandlung achten.

Wie weiter in Hüneggkurve?

Nebst den Thuner Parks hat Lukas Külling auch in der Hüneggkurve in Hilterfingen ein Problem: «Am Mittwoch habe ich die Verfügung der Gemeinde erhalten, dass mir die Bewilligung zum Glaceverkauf entzogen wird», bestätigt Külling einen Bericht der «Jungfrau-Zeitung». Dort wird Hilterfingens Gemeindepräsident Gerhard Beindorff (FDP) wie folgt zitiert: «Wir wollen in der Hüneggkurve keine mobilen Verkäufer mehr. Beim Strandbad kann man sich verpflegen – das reicht.»

Külling sagt, er prüfe die Sache nun mit seinem Anwalt und werde innerhalb der Frist von 30 Tagen reagieren. Er stellt sich auf den Standpunkt, dass er nebst der nun gekündigten Bewilligung aus dem Jahr 2016 eine zweite Bewilligung aus dem Jahr 2013 habe, die sich jeweils automatisch verlängere, wenn er den damals vereinbarten Betrag einzahle. Külling ist überzeugt, dass sein Angebot sowohl dasjenige der Gastrobetriebe im Schadau- und im Bonstettenpark wie auch jenes in der Nähe der Hüneggkurve nicht konkurrenziert: «Es ist ein anderes Segment.»

Lukas Külling will sich sowohl in Hilterfingen wie in Thun weiter für sein Angebot einsetzen. «Ich erwarte, dass sich etwas bewegt», sagt er – und verweist auf den politischen Druck durch das Postulat und seine eigene Unterschriftensammlung: Innerhalb von vier Wochen seien 1200 Unterschriften von Leuten zusammengekommen, die ihn unterstützten. Die Sammlung läuft weiter. «Die Resonanz ist gross», sagt Külling. Und verweist auf Uetendorf, Steffisburg und Heimberg, wo die Glacevelos in Quartieren, auf Baustellen und bei Büros unterwegs seien und es überhaupt keine Probleme gebe.

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