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Postkartenaussicht am Thunersee

Städtische Parks, naturnahe Uferlandschaften, schöne Wälder und zum Abschluss einen aussichtsreichen Rebberg: Diese reiche Vielfalt bietet die Wanderung von Thun nach Spiez.

Alpensicht am Thunersee: Beim Grunderinseli im Stadtquartier Dürrenast. Foto: Andreas Staeger
Alpensicht am Thunersee: Beim Grunderinseli im Stadtquartier Dürrenast. Foto: Andreas Staeger

Nur wenige Minuten sind es vom belebten Thuner Bahnhofplatz zum Schadaupark am Seeufer. Die Parkanlage wurde seinerzeit als Englischer Garten gestaltet. Auf Quartiersträsschen, teilweise auch der Hauptstrasse entlang geht es durch das Stadtquartier Dürrenast weiter. Erst von der Stadionanlage Lachen an verdient der Uferweg wieder seinen Namen, indem er tatsächlich dem Wasser entlang verläuft.

Schon bald wird die Landschaft sehr reizvoll: Das flache Ufergebiet erinnert an eine Lagune; der Weg führt über Brücken und Stege an kleinen Wasserbecken und Tümpeln vorüber. Über die offene Wasserfläche des Thunersees hinweg erblickt man den Niesen und die Berner Hochalpen.

Uferweg? Na ja…

Durch den Bonstettenpark gelangt man ins Naturschutzgebiet Gwattlischenmoos. Die Schilfgebiete und Flachmoore sind Reste von einst ausgedehnten Feuchtgebieten am Thunersee. Nach dem Kanderdelta endet die Idylle einstweilen. Zwar besteht im Kanton Bern immerhin seit 1982 ein Gesetz, wonach die Ufer der grossen Berner Seen sowie der Aare der Allgemeinheit zugänglich zu machen sind.

Doch verschiedenenorts hat man es immer noch nicht fertiggebracht, diese Bestimmung tatsächlich umzusetzen. Auch in Einigen führt die «Uferwanderung» deshalb nicht dem Wasser entlang, sondern auf Strassen durch das Dorf.

Ein historisches Kleinod

Umso mehr empfiehlt es sich, ein besonderes Juwel am Weg auszukosten. Das schmucke, dem Heiligen Michael geweihte Kirchlein ist gemäss Legende die Mutterkirche der sogenannten «zwölf Thunerseekirchen»; der Burgunderkönig Rudolf II. soll das Dutzend Gotteshäuser rund um den See als Filialen der Einiger Pilgerkirche gestiftet haben.

Sobald man die Hauptstrasse über- und die Bahnlinie unterquert hat, wandert man wieder auf angenehmem Trassee und durch naturnahe Landschaft. Sehr reizvoll ist das Teilstück durch den Eggliwald ins Spiezmoos, ebenso der nachfolgende Abschnitt über den Spiezberg mit Blick auf die Rebberge, das Schloss Spiez und den Thunersee.

Anreise: Mit Bahn oder Bus nach Thun. Rückreise: Ab Gwatt mit Bahn oder Bus. Route: Thun-Gwatt-Einigen-Spiezberg-Spiez Wanderzeit: 3 h 50 min Streckenlänge: 14,4 km Höhendifferenz: 230 m Aufstieg, 160m Abstieg Schwierigkeit: Sportlich Ideale Saison: Ganzjährig begehbar

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