Thun

Runder Tisch zu Thema Aussensitzplätze

ThunWas die Bewilligungspraxis für Aussensitzplätze von Thuner Beizen betrifft, ist die Stadt restriktiv – zu restriktiv, finden diverse Parlamentsmitglieder, die eine Überprüfung der gültigen Regelung fordern.

Das vor einigen Jahren vom Thuner Gemeinderat erlassene Verbot von neuen Aussensitzplätzen, stösst auf Kritik. (Archivbild Thuner Mühlplatz)

Das vor einigen Jahren vom Thuner Gemeinderat erlassene Verbot von neuen Aussensitzplätzen, stösst auf Kritik. (Archivbild Thuner Mühlplatz) Bild: Keystone

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Spielt das Wetter einigermassen mit, sind die Aussensitzplätze der Beizen in der Thuner Innenstadt heiss begehrt – und ein­geschränkt: Der Gemeinderat ­beschloss vor einigen Jahren, grundsätzlich keine neuen Aussensitzplätze mehr zu bewilligen. Für die Stadtratsmitglieder Alice Kropf und Franz Schori (SP), Roman Gugger (Grüne), Alain Kleiner und Lukas Lanzrein (SVP), Nicole Krenger (GLP), Susanna Ernst (BDP) und weitere Mitunterzeichnende «erscheint eine gründliche Überprüfung der nunmehr sechs Jahre anhaltenden Regelung und mögliche Anpassung an aktuelle Bedürfnisse gerechtfertigt».

Dies schreiben sie in ihrem Postulat «betreffend Aufhebung der restriktiven Bewilligungspraxis für Aussensitzplätze in Gastwirtschaftsbetrieben in der Innenstadt». Sie wünschen sich eine Lockerung. Insbesondere für den Abend- und Nachtbetrieb sollen neue Terrassenplätze bewilligt werden können. Im Hinblick auf die Eröffnung des Schlossberg-Parkings im Jahr 2018 und die gleichzeitige Aufhebung von Parkplätzen in der Innenstadt biete sich eine Chance zur Belebung der Altstadt.

«Sagen nicht a priori Nein»

In diesem Zusammenhang und im Rahmen der laufenden Revision der Ortsplanung werde bereits geprüft, wo und wie viel Nachtleben in der Stadt stattfinden soll, schreibt der Gemeinderat in der Postulatsantwort. «Sobald die Ergebnisse dieser Ortsplanungsrevision vorliegen, kann das bestehende Nachtruhekonzept überprüft und angepasst werden.» Die Regierung äussert gewisse Befürchtungen, dass das «fragil gezimmerte Konstrukt» – gemeint ist das Gleichgewicht von Wohnen, Gewerbe und Nachtleben in der Innenstadt – aus dem Gleichgewicht geraten könnte, mit der Zunahme von Lärmklagen als Folge.

Trotzdem erklärte Peter Siegenthaler (SP), Vorsteher der Direktion Sicherheit und Soziales, gestern im Stadtrat: «Wir haben in der Sachkommission signalisiert, dass wie beim Thema mediterrane Nächte wieder ein runder Tisch eingeführt werden kann.» Und zwar mit Beteiligung von Innenstadtleist, Verein Pro Nachtleben und Stadt. «Wenn sich die massgeblichen Interessenvertreter auf eine Lösung einigen können, sagen wir sicher nicht a priori Nein», schloss Peter Siegenthaler.

Einige Wirte würden gerne

Der Gemeinderat beantragte die Annahme des Postulats – sehr zur Freude der Erstunterzeichnenden Alice Kropf: «Es ist erfreulich, dass der Gemeinderat erkennt, dass mit der Aufhebung der Parkplätze in der Innenstadt die Gassen und Plätze eine neue Bedeutung erhalten.» Es gebe keinen zwingenden Grund, den Abschluss der Ortsplanungsrevision abzuwarten. Kropf erwähnte, sie wisse von einigen Wirten, die gerne mehr oder überhaupt erst Aussensitzplätze bewirten würden.

Und: «Am runden Tisch haben wir bei den mediterranen Nächten eine gute Lösung gefunden. Ich bin zuversichtlich, dass das auch bei diesem Postulat möglich ist.» Alain Kleiner (SVP/FDP-Fraktion) ergänzte: «Wir wollen eine Stadt, die lebt.» Es brauche hier keine Ortsplanungsrevision, sondern die Bereitschaft, mit allen Akteuren an einen Tisch zu sitzen. Das Postulat wurde schliesslich einstimmig angenommen.

René E. Gygax und Theres Jeremias – Präsident und Vizepräsidentin des Innenstadtleists – waren an der Stadtratssitzung ebenfalls zugegen. «Wir sind offen, im Rahmen des runden Tischs über das Anliegen zu diskutieren», sagte Gygax gegenüber dieser Zeitung. (mik)

Erstellt: 12.05.2017, 07:41 Uhr

Reglement wird gelockert

Der Stadtrat befürwortete am Donnerstag einstimmig ein Postulat, das eine Lockerung des Abfallreglements gefordert hatte. Vertreter von SVP und FDP verlangten eine Überprüfung der Regelung für den Gebrauch von Mehrweggeschirr bei öffentlichen Veranstaltungen. «Für kleinere Anlässe sind die heutigen Regelungen teilweise nicht zumutbar», fand Serge Lanz (FDP). Es müssten deshalb einfachere Lösungen gefunden werden.
Die Forderungen stiessen nicht nur beim Gemeinderat, sondern auch im Stadtrat auf offene Ohren. Die Regeln müssten mit Fingerspitzengefühl und mit gesundem Menschenverstand umgesetzt werden, lautete der Tenor. Gemeinderat Konrad Hädener (CVP) bekräftigte, dass die Stadt grundsätzlich am Mehrweggeschirr an Grossanlässen festhalten werde. Denn die Reduktion des Abfalls sei ein Kernanliegen des Tiefbauamtes. Dieses habe nun aber den Auftrag erhalten, Anpassungen zu prüfen. rdh

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