Schadaugärtnerei: Neues Open Air steht in den Startlöchern

Thun

Ein neu gegründeter Verein will im Juni mit einem neuen Open Air in der Schadaugärtnerei durchstarten. Der eintägige Musikevent soll sowohl Familien als auch jüngere Festivalgänger ansprechen. Bis Ende Jahr ist klar, ob aus der Idee Realität wird.

Sie stehen hinter der Idee eines neuen Open Airs in der Thuner Schadaugärtnerei: Das OK des Open Airs Thun mit (v. l.) Aurore Jenni, Martin Jenni, Initiant Pierre-Jean Baudraz, Vera Joder, Albert Gomez und Stéphane Huguenin.

Sie stehen hinter der Idee eines neuen Open Airs in der Thuner Schadaugärtnerei: Das OK des Open Airs Thun mit (v. l.) Aurore Jenni, Martin Jenni, Initiant Pierre-Jean Baudraz, Vera Joder, Albert Gomez und Stéphane Huguenin.

(Bild: zvg/Thomas Baumann)

«Es geht darum, dass in Thun wieder etwas mehr läuft.» Pierre-Jean Baudraz spricht nicht um den heissen Brei herum, wenn er nach den Beweggründen für sein Projekt gefragt wird. Seit rund einem Jahr treibt den Musiker, Klavierlehrer und TCS-Kundenberater aus Thun die Idee eines eigenen Open Airs in Thun um.

In den letzten Monaten hat Baudraz eine Gruppe von weiteren Musikern und Musikliebhabern um sich geschart, wie er erzählt. Daraus entstanden ist der Verein Open Air Thun, der dem Projekt den nötigen Schub verleihen soll.

Der Verein besteht aktuell aus den sechs Vertretern des Organisationskomitees. Es sind Freunde und Familienmitglieder von Baudraz, die vorwiegend aus Thun stammen. «Es ist gut denkbar, dass wir den Verein später für Mitglieder öffnen», sagt der Keyboarder der Thuner Band Friskit.

Noch läuft die Suche nach Geld

Stattfinden soll das erste Open Air Thun am Samstag, 30. Juni 2018, in der Schadaugärtnerei. Ein Musikfestival in der Schadaugärtnerei – da war doch was? Im September 2016 ging dort der Anlass «Thun hat Talent» mit aufstrebenden Bands und Künstlern aus der Region über die Bühne. Im laufenden Jahr sagten die Stadt Thun und der Verein Thunfest als Organisatoren das Festival kurzfristig ab, weil das Sponsoringziel nicht erreicht worden war. Wie es weitergeht, blieb im Herbst ungeklärt.

«Wir stellen uns das wie ein etwas grösseres Quartierfest für die ganze Familie vor.»Open-Air-Initiant Pierre-Jean Baudraz

Pierre-Jean Baudraz will sein Open Air nicht als Konkurrenz für eine allfällige Neuauflage von «Thun hat Talent» verstanden wissen. «Die zwei Anlässe könnten gut nebeneinander existieren. Vielleicht ergäben sich sogar Synergien.» Zunächst geht es für Baudraz und sein Team nun aber darum, die eigenen Schäfchen ins Trockene zu bringen.

Für die Premiere hat der Verein ein Budget von rund 65'000 Franken aufgestellt; die Hälfte davon soll mit Einnahmen aus dem Ticketverkauf und dem Barbetrieb gedeckt werden. Für die andere Hälfte hofft der Verein auf Sponsoringgelder, einen Kulturbeitrag der Stadt sowie Einnahmen aus dem Crowdfunding, das kürzlich gestartet ist.

«Beim Crowdfunding haben wir uns 12'000 Franken als ambitioniertes Ziel gesteckt», verrät der 27-Jährige. Was den allfälligen Kulturbeitrag betrifft, hat die Stadt dem Verein eine Antwort bis Ende Jahr in Aussicht gestellt. «Die Signale, die wir von der Stadt bisher erhalten haben, sind sehr positiv», sagt Baudraz. Ende Jahr wollen er und seine Mitstreiter auch bekannt geben, ob es mit Ausgabe Nummer 1 des Open Airs Thun im nächsten Sommer definitiv klappt.

Fokus auf Reggae/World Music

Bei der Musik hat der Verein klare Vorstellungen: Ziel ist eine Mischung aus Reggae, Hip-Hop, Soul, Funk und World Music. Berücksichtigt werden sollen Bands aus der Region Bern und Thun sowie eine Thuner Schülerband. Kontakte zu möglichen Auftretenden bestehen bereits.

Hat das OK bei der Musikauswahl einfach seine eigenen Vorlieben eingebracht, oder wurden bewusst Stile ausgewählt, die nicht an jedem Festival zu hören sind? «Beides», meint Baudraz. «Wir mögen diese Musikstile. Und ausser am Open Air im Kiental gibt es in der Region nichts Vergleichbares.» Zwischen den Konzerten plant das OK ausserdem Auftritte von Kleinkünstlern wie zum Beispiel Theaterformationen oder Djembe-Gruppen. Weiter sind mehrere Streetfood-Stände mit Essen aus aller Welt vorgesehen.

«Die Signale, die wir von der Stadt bisher erhalten haben, sind sehr positiv.»Open-Air-Initiant Pierre-Jean Baudraz

Kommt das Open Air Thun zustande, würde sich das Festivalgelände über die ganze Schadaugärtnerei erstrecken, wobei wohl rund die Hälfte der Fläche für den Backstagebereich benötigt würde. Das Musikprogramm und das ganze Drum und Dran sollen sich am Nachmittag vor allem an Familien richten, abends dann eher an jüngere Besucherinnen und Besucher.

«Wir stellen uns das wie ein etwas grösseres Quartierfest für die ganze Familie vor», sagt Pierre-Jean Baudraz. Wenn die Premiere gut anlaufe, könne er sich gut vorstellen, das Open Air Thun jedes Jahr durchzuführen. «Wenn man etwas verändern will, muss man selbst diese Veränderung sein», sagt Baudraz.

Spendenaktion:Unter der Adresse wemakeit.com/projects/open-air-thun-2018 hat der Verein Open Air Thun ein Crowdfunding gestartet. Spendenbeiträge werden je nach Höhe unterschiedlich belohnt.

Thuner Tagblatt

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