Seegarten-Projekt verzögert sich

Hünibach

In rund zehn Monaten hätten die Arbeiten zur Erneuerung des Alters- und Pflegeheims Seegarten in Hünibach beginnen sollen. Nun zieht der Stiftungsrat die Notbremse: Zur Finanzierung fehlen rund 2,5 Millionen Franken.

So soll das Alters- und Pflegeheim Seegarten dereinst aussehen. Die Neubauten respektive die Anbauten sind an den Flachdächern zu erkennen.

So soll das Alters- und Pflegeheim Seegarten dereinst aussehen. Die Neubauten respektive die Anbauten sind an den Flachdächern zu erkennen.

(Bild: zvg)

Erst vor gut einem Monat nahm das Projekt «Optima+» der Stiftung für Betagte Hilterfingen eine wichtige Hürde: Das Regierungsstatthalteramt Thun erteilte die Baubewilligung für den Um- und Ausbau des Alters- und Pflegeheims Seegarten Hünibach. Nun stellt das Projekt an einer anderen Hürde an. Wie die Stiftung am Donnerstag mitteilte, ist das Projekt vorerst sistiert. Der Grund: Der Stiftung fehlen rund 2,5 Millionen Franken zur Finanzierung des Projektes.

Mehrkosten durch Auflagen

Ziemlich genau zum Zeitpunkt, als die Baubewilligung eintraf, erhielt der Stiftungsrat auch den definitiven Kostenvoranschlag. Dieser lag mit 17,8 Millionen Franken deutlich über den budgetierten 15,5 Millionen Franken. Dies unter anderem, weil die Stiftung für die Massnahmen zur Einhaltung der Hochwasserschutzvorschriften tiefer in die Tasche greifen muss als angenommen.

Das Alters- und Pflegeheim Seegarten steht in einer besonders gefährdeten Zone und muss daher besonders hohe Anforderungen erfüllen. «Die Massnahmen zur Einhaltung der aktuellsten Vorschriften waren bei der ursprünglichen Kostenschätzung noch nicht einkalkuliert», sagt Geschäftsführer Andreas Schoder.

Auch die Einhaltung der Brandschutzvorschriften kostet die Stiftung mehr als zunächst angenommen. «Die aktuellen Brandschutzvorschriften traten Anfang 2015 in Kraft, also erst nach Lancierung des Projekts», sagt Schoder. Daher sei es kaum möglich gewesen, deren Folgen in die ursprüngliche Schätzung einzubeziehen.

Worauf lässt sich verzichten?

Zwar hat der Stiftungsrat nach Erhalt des definitiven Kostenvoranschlags nach eigenen Angaben eine «rigorose Verzichtsplanung» durchgeführt, allerdings habe sich gezeigt, dass weitere Einsparungen die Wohn- und Arbeitsqualität beeinträchtigen würden. «Dabei ist genau das Gegenteil Ziel des Bauprojekts», sagt Andreas Schoder.

Zudem habe die Trägerschaft intensive Gespräche geführt, um die fehlenden Mittel zu beschaffen. «Dabei haben wir positive Signale erhalten», sagt der Geschäftsführer. Allerdings sei es innerhalb nützlicher Frist nicht möglich, die Finanzierungslücke zu schliessen. So wäre das Geld bei Banken zwar durchaus zu ­beschaffen, allerdings sei das Eigenkapital der Stiftung momentan zu klein. «Dieses zu erhöhen, würde Änderungen in der Stiftungsstruktur bedingen, was wiederum einige Zeit in Anspruch nähme», so Schoder. «Es wäre fahrlässig, mit dem Um- und Neubau zu beginnen, bevor die Finanzierung geklärt ist», resümiert er.

«Kein Weltuntergang»

Der Projektunterbruch sei indes kein Weltuntergang, betont der Geschäftsführer. «Er verschafft uns eine Denkpause, in der wir prüfen müssen, mit welchen Massnahmen wir das Bauprojekt – oder Teile davon – später realisieren können.» Dass baulich in den nächsten Jahren etwas gehen muss, ist für die Heimleitung unabdingbar. «Der Zahn der Zeit nagt am Gebäude», sagt Schoder. Viele Teile der Infrastruktur hätten die Lebensdauer eigentlich bereits überschritten. Beispielsweise müsste die Tiefkühlanlage in absehbarer Zeit erneuert werden. «Im Rahmen des Grossprojekts wäre das natürlich effizienter und günstiger, als wenn wir das separat machen müssen.»

Trotz des unerfreulichen Entscheids zeigt sich Andreas Schoder zuversichtlich: «Das Heim ist sehr beliebt. Auch deshalb sind wir grundsätzlich gut aufgestellt und davon überzeugt, eine Lösung zu finden.»

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