Senioren für Junioren gesucht

Während die Chefs von Thuner Maschinen­bauern für eine bessere Ausbildung des Nachwuchses kämpfen, sucht ein sechsköpfiges Team «Technikfüchse», die Junge überhaupt für diese Berufe begeistern.

<b>Kinder und Jugendliche</b> sollen von erfahrenen oder pensionierten Arbeitenden im Maschinenbau für technische Berufe begeistert werden.

Kinder und Jugendliche sollen von erfahrenen oder pensionierten Arbeitenden im Maschinenbau für technische Berufe begeistert werden.

(Bild: Imago)

Marco Zysset@zyssetli

Stift heisst das Projekt, das der Präsident der Genossenschaft Vaporama, Cuno Vuillemin, zusammen mit fünf Kollegen auf die Beine gestellt hat. Das Ziel: «Schüler Thuns interessieren für Technik».

Vuillemin erklärt: «Es gibt Firmen im Bereich Maschinenbau in der Region Thun, die können jedes Jahr ein Viertel oder mehr ihrer Lehrstellen nicht besetzen.» Gleichzeitig hätten er und seine Mitstreiter festgestellt, dass Kinder und Jugendliche in ihrem alltäglichen Umfeld heute gar nicht mehr die Möglichkeit hätten, Technik zu entdecken. «Als mein Sohn ­etwas an seinem Roller schrauben wollte, musste er konsterniert aufgeben», berichtet Vuillemin.

«Alles war sauber verschalt und verpackt, sodass er gar nicht an die mechanischen Teile herankommen konnte.» Handkehrum erleben der Vaporama-Präsident und seine Kollegen beispielsweise bei der Dampfbahn im Schadaupark immer wieder, welche Faszination Maschinen und Technik auf Kinder ausüben. «Deshalb sind wir aktiv geworden.»

Zuerst Personal finden...

So ist die Idee entstanden, zusammen mit Unternehmern einen Weg zu suchen, Kindern und Jugendlichen technische Berufe ganz praktisch näherzu­bringen. «Wer könnte das besser als Menschen, die einen grossen Teil ihres Lebens schon in solchen Berufen arbeiten – oder es bis zu ihrer Pension taten?», fragt Vuillemin – und deutet damit an, wer den Jungen von heute die Technik von gestern, heute und morgen schmackhaft machen soll: «Wir suchen Technikfüchse, die bereit sind, in ihrer Freizeit Kindern und Jugendlichen ab 10 Jahren zu zeigen, was die Branche insbesondere im Bereich Maschinen- und Metallbau alles zu bieten hat –und natürlich praktisch mit ihnen arbeiten.»

Um diese «Technik- und Metallfüchse», wie Cuno Vuillemin sie nennt, zu finden, organisieren er und das Stift-Team am 24.November, 19.15 Uhr, einen Infoanlass in der Cafeteria der Schleuniger AG an der Bierigutstrasse 9 in Thun.

«Unser Ziel ist, an diesem Abend genügend Leute zu finden, welche mithelfen, das Projekt endgültig flügge zu machen.» Am liebsten hätte er 20 bis 25 verbindliche Zusagen, «aber wenn es weniger sind, können wir auch loslegen.»

... dann ein Lokal und Gerät

Loslegen heisst im Fall von Stift die Suche nach einem geeigneten Lokal intensivieren, in dem die Technikcracks und ihre jungen Fans arbeiten können. «Ich kann mir vorstellen, dass wir in einer vergleichsweise kleinen Werkstatt starten können – aber die ­Vision wäre schon eine grössere Halle, in der mehrere Maschinen stehen und in der die Eltern auch zusehen könnten, was die Youngsters fertigen», sagt Cuno Vuillemin. Denn ein Aspekt ist für ihn zentral: «Die Teilnehmer sollen etwas Konkretes produzieren – und nicht einfach für den Kübel.»

Wenn die «Begleiter» für die Stift-Teilnehmer gefunden sind, wollen Vuillemin und sein Team dann auch auf die verschiedenen Branchenverbände zugehen, um die Finanzierung sowie die Maschinen, mit denen gearbeitet werden soll, zu sichern. «Was in einer Firma abgeschoben wird, ist für uns womöglich noch lange hinreichend», sagt er.

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