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Showdown an der Urne

Gegen die mit grosser Mehrheit beschlossene Sanierung des Lehrschwimmbeckens im Schulhaus Riedern II in Uetendorf wurde das Referendum ergriffen. Am 25. November kommts zum Showdown an der Urne.

Das Lehrschwimmbecken im Schulhaus Riedern wird im Winterhalbjahr wöchentlich von 220 Kindern genutzt. Im Bild Trainerin Giannina Maibach und die jüngsten Mitglieder des SC Uetendorf. Foto: PD
Das Lehrschwimmbecken im Schulhaus Riedern wird im Winterhalbjahr wöchentlich von 220 Kindern genutzt. Im Bild Trainerin Giannina Maibach und die jüngsten Mitglieder des SC Uetendorf. Foto: PD

Das Lehrschwimmbecken sanieren oder zurückbauen? Seit der Gemeindeversammlung vom 27. November 2017 haben sich in Uetendorf die Wogen rund um diese Frage nicht mehr geglättet. Obwohl die Stimmberechtigten damals mit 221 Ja- gegen 43 Nein-Stimmen dem Kredit von 2,5 Millionen Franken für die Sanierung zugestimmt hatten, kommt dieses Geschäft am 25. November nochmals zur Abstimmung, dieses Mal an der Urne.

Bereits an dieser Versammlung hatte der ehemalige Gemeinderat Erwin Rohrbach (SP) eine Beschwerde gegen diesen Beschluss angekündigt. Diese ist erfolgt, wurde jedoch wieder zurückgezogen. Stattdessen wurde gegen den Gemeindeversammlungsbeschluss das Referendum ergriffen, das später mit 247 gültigen Stimmen eingereicht wurde. Erforderlich gewesen wären 200 Stimmen.

Verzicht für Nachkommen

Gegen die Sanierung setzt sich das Referendumskomitee ein, das von der SP unterstützt wird. In Ihrem Flugblatt, das in dieser Woche versandt wird und dieser Zeitung bereits vorliegt, steht unter anderem: «Ökologisch macht der Betrieb eines Lehrschwimmbeckens aus heutiger Sicht keinen Sinn mehr.» Gegen eine Sanierung angeführt werden auch die zu hohen Betriebskosten, welche zu einem jährlich wiederkehrenden Defizit von 100000 Franken führen würden, so der Referendumstext.

Dazu Erwin Rohrbach: «Wir müssen heute mit den Ressourcen schonend umgehen, sollen unsere Kinder, Enkel und Urenkel nicht vor noch riesigere Probleme gestellt werden. Schonend bedeutet, dass auf Verzichtbares verzichtet wird. Das Lehrschwimmbecken ist verzichtbar, darauf zu verzichten, ist das Gebot der Stunde.»

Erhalt für Nachkommen

Gegen diese Haltung sprechen die Ausführungen des ehemaligen Sekundarlehrers Moritz Klingler. Er erinnerte sich an die Zeit, als Schwimmunterricht für Jugendliche in Halbklassen im Stundenplan stand: «Schwimmunterricht im Klassenverband und im Freibad ist früher erstaunlich ineffizient gewesen. Sollten die Stimmberechtigten der Sanierung zustimmen, müsste die Schule das Becken wieder vermehrt und gezielter nutzen, also das Schwimmen wieder zum verbindlichen Baustein in der Ausbildung der Volksschule machen. Das Lehrschwimmbecken wurde einst für die Schule gebaut, und diesem Zweck müsste es auch weiterhin und wieder vermehrt dienen», so Klingler.

Nicht aufgeben

Vor rund zwei Wochen hat der Schwimmclub Delphin ein Flugblatt versandt, mit dem er die Bevölkerung erneut darum bittet, den Antrag des Gemeinderates zu unterstützen. Dieser beantragt der Bevölkerung in seiner Abstimmungsbotschaft nach wie vor, am 25. November dem Verpflichtungskredit von 2570300 Franken für die Sanierung zuzustimmen. Die Finanzen seien gesichert, die Sanierung des kleinen Hallenbades sei im Finanzplan 2018–2023 enthalten, so der Botschaftstext.

Vor 43 Jahren war Uetendorf eine aufstrebende Gemeinde. Wie bereits Jahre zuvor wurde die Infrastruktur mit Weitblick geplant und gebaut. Diese innovative Politik wurde von der Bevölkerung mitgetrn. Zu den fortschrittlichen Bauten von damals gehörte unter anderem auch das Lehrschwimmbecken, das 1975 eröffnet wurde. Ein kleines Schwimmbad in der Schule, das war und ist weit und breit selten. Seit einigen Jahren ist es in Uetendorf punkto Neuerungen still geworden.

Debora StulzGesetze, Bau- und Umweltvorschriften blockieren in vielerlei Hinsicht die Innovationen und damit zum Teil auch den Fortschritt. Mitten in diesem Stillstand der heutigen Zeit kam im November vor einem Jahr in der Bevölkerung so etwas wie Aufbruchstimmung auf. Mit ihrem Grossaufmarsch zeigte die Mehrheit der Anwesenden damals, dass ihnen die Zukunft des «Bedli» am Herzen liegt. Am 25. November hat jetzt die ganze Stimmbevölkerung die Gelegenheit, ihre Meinung zum Erhalt oder zum Verzicht des Lehrschwimmbeckens kundzutun.

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