Sie sind der ThunerKracher

Thun

Diese sieben Gymnasiasten haben im Wirtschaftsunterricht das Unternehmen ThunerKracher gegründet und produzieren Knäckebrot. So sammeln sie erste Erfahrungen in der Marktwirtschaft.

Das ThunerKracher-Team (v.l.): Jan Vils, Laura Burkhalter, Aline Felber, Josin Zanker, Leonie Bommer, Jana Benninger, Silas Wieland.

Das ThunerKracher-Team (v.l.): Jan Vils, Laura Burkhalter, Aline Felber, Josin Zanker, Leonie Bommer, Jana Benninger, Silas Wieland.

(Bild: PD)

«Wir haben wochenlang keine Bäckerei gefunden, die unsere Knäckebrote produziert», berichtet Josin Zanker (CEO) von den schwierigen Anfängen des Unternehmens ThunerKracher. Aufgegeben haben die 7 Schüler des Gymnasiums Thun, die letzten Herbst im Wirtschaftsunterricht ein eigenes Unternehmen gründeten, aber nicht. Jetzt produziert die Bäckerei Kobel die drei verschiedenen Sorten Knäckebrot sowie zwei Knäckebrotbackmischungen. «Unser Knäckebrot ist regional und gesund», erklärt Marketingchef Jan Vils.

Was darf es denn sein?

«Wir suchten lange nach einem geeigneten Produkt», erklärt Leonie Bommer. Sie ist zusammen mit Jana Benninger bei ThunerKracher für die Finanzen zuständig. Es sollte etwas Neues, Faszinierendes, Spannendes sein und trotzdem schnell, gut und einfach umsetzbar. «So sind wir dann beim Essen gelandet», sagt Aline Felber (CAO) und lacht. «Produkte zum Essen verkaufen sich auf Märkten besser», sind sich die sieben Gymnasiasten sicher.

Grosser Aufwand

Silas Wieland bemerkt: «Wirtschaft und Recht ist ganz klar das Ergänzungsfach, für das man den meisten Aufwand betreiben muss.» Das sei aber kein Problem, schliesslich sei das allen bereits vor der Wahl klar gewesen. «Wir wussten, dass das YES-Projekt durchgeführt wird, und da wollten wir unbedingt mitmachen», erklärt Josin Zanker. «Ich wollte einfach etwas komplett Neues lernen», beschreibt Jan Vils seine Entscheidung für das Fach und damit auch für das Wirtschaftsprojekt.

«Es lohnt sich total», rechtfertigt auch Laura Burkhalter (CTO) den Mehraufwand. Schliesslich verkaufen die Gymnasiasten ihr Produkt auf diversen Märkten in der Region und auf offiziellen Anlässen der Organisation YES. Seit die Gruppe rund um CEO Josin Zanker im November mit dem Verkauf starten konnte, opferten sie einige Samstage für das Projekt.

Wertvolle Erfahrungen

«Ich wollte praktische Erfahrung sammeln, nicht alles immer nur im Theoriebuch lesen», beschreibt CEO Josin Zanker ihre Entscheidung für das Fach. Ihr sei nicht klar gewesen, was überhaupt alles benötigt wird, um ein eigenes Unternehmen zu gründen. Jetzt, 8 Monate nach dem Start des Projekts, hat sich dieses Dunkel gelichtet.

Doch nicht nur konnten die Gymnasiasten ihr fachliches Wissen dank ihrem Miniunternehmen erweitern und praktisch umsetzen, sie haben in dem bunt zusammengewürfelten Team auch viel über Organisation und Kommunikation untereinander gelernt – sogenannte Soft Skills, die in der heutigen Arbeitswelt je länger, je wichtiger werden. «Es ist eine super Erfahrung», betonen die Schülerinnen des Gymnasiums Thun unisono.

Erfolgreicher Start

Diese positive Einschätzung hängt wohl auch damit zusammen, dass das Miniunternehmen Thunerkracher, das innerhalb des YES-Projekts ermöglicht wurde (vgl. Kasten), bisher äusserst erfolgreich ist. Von über 200 Unternehmen aus der ganzen Schweiz gehört ThunerKracher zusammem mit vier anderen Miniunternehmen aus Thun zu den besten 50. «Unser Ziel sind jetzt die Top 25, am liebsten würden wir den Wettbewerb gewinnen», sagt Aline Felber (CAO) bestimmt.

Laut Jana Benninger hat man bis jetzt etwa 300 Packungen Knäckebrot verkaufen können. Damit diese Zahl noch gesteigert werden kann, sucht der ThunerKracher einen festen Platz hinter einer Theke. Unter günstigen Vorzeichen wären die sieben Gründer des Unternehmens möglicherweise auch bereit, den Thunerkracher auch nach Beendigung des Projekts noch weiterleben zu lassen. Eins ist aber klar: «Langfristig können und wollen wir nicht auf dem Märit verkaufen.»

Thuner Tagblatt

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